Intel hat am Dienstag eine grundlegend überarbeitete Version seines Verwaltungstools für professionelle Grafikprozessoren veröffentlicht. Der XPU Manager 2.0 soll die Steuerung von Arc-Pro-GPU-Flotten in Rechenzentren und Workstations deutlich vereinfachen.
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Das Update ersetzt mehrere veraltete Komponenten durch moderne Frameworks und legt den Fokus auf verbesserte Telemetrie sowie plattformübergreifende Kompatibilität. Für Administratoren bedeutet das: mehr Transparenz, weniger Altlasten.
Umstieg auf Go und OpenTelemetry
Der tiefgreifendste Eingriff betrifft das Herzstück der Software. Intel hat den Management-Daemon komplett neu geschrieben – von C/C++ auf die Programmiersprache Go. Das verspricht bessere Wartbarkeit und höhere Leistung.
Gleichzeitig verabschiedet sich Intel von alten Schnittstellen. Die bisherigen REST-API und C-API wurden in Version 2.0.0 entfernt. Die C-API sei aktuell ohnehin nicht funktionsfähig gewesen, so der Hersteller.
An ihre Stelle tritt die native Unterstützung für das OpenTelemetry-Protokoll (OTLP). Damit lassen sich GPU-Metriken direkt in moderne Observability-Plattformen exportieren. Große Monitoring-Infrastrukturen sollen so deutlich einfacher angebunden werden können.
Neue Dashboard-Ansicht und erweiterte Hardware-Unterstützung
Das Kommandozeilen-Tool xpu-smi hat ebenfalls Zuwachs bekommen. Eine neue Dashboard-Ansicht ermöglicht Echtzeit-Überwachung. Zudem wurden die Funktionen für Netzwerkkarten-Überwachung und Informationsabfrage ausgebaut.
Offiziell unterstützt werden die Intel-Arc-Pro-B-Serie – konkret die Modelle B50, B60, B65 und B70. Die Kompatibilität zielt primär auf Linux ab: Ubuntu 24.04 und 26.04 LTS sind zertifiziert. Windows-Nutzer müssen sich mit Windows Server 2022 begnügen.
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Linux 7.1: Leistungsschub mit Einschränkungen
Pünktlich zum Launch des Management-Tools zeigen sich erste Leistungsdaten für Intels Profi-Hardware. Die Arc Pro B70 profitiert messbar von Linux 7.1 – allerdings workload-abhängig. Während einige Benchmarks zulegten, zeigten Tools wie das OpenVINO AI Toolkit oder OpenVINO GenAI nur minimale Verbesserungen oder sogar leichte Rückschritte.
Auch sicherheitstechnisch tut sich etwas. Intels Key Protection Technology (KPT) soll im kommenden Linux 7.2-Kernel Einzug halten. Die Technik schützt Verschlüsselungsschlüssel direkt in der Beschleuniger-Hardware – zunächst aber nur für die sechste Generation der QuickAssist-Technologie (QAT). Besitzer älterer Gen4- oder Gen5-Geräte gehen leer aus: Ein Backport ist nicht geplant.
Intel Foundry: Google und NVIDIA als Kunden?
Neben den Software-Neuerungen zeichnet sich Bewegung im Hardware-Geschäft ab. Branchenberichten zufolge hat Google bei Intel Foundry mehr als drei Millionen Tensor Processing Units (TPUs) bestellt. Die Auslieferungen sollen bis 2028 laufen – und damit etwa die Hälfte von Googles prognostizierter TPU-Produktion für jenes Jahr abdecken.
Parallel dazu prüft NVIDIA offenbar Intels 18A-Fertigungsprozess und die Advanced-Packaging-Technologien für künftige Multi-Die-GPU-Designs der Feynman-Architektur. Ein Grund für das Interesse: Intels Embedded Multi-die Interconnect Bridge (EMIB) erreicht Berichten zufolge eine Ausbeute von rund 90 Prozent. In Zeiten globaler Kapazitätsengpässe macht das die Technologie zu einer ernstzunehmenden Alternative.
Die Nachrichten ließen Intels Aktie kräftig steigen. Am 8. Juni legte das Papier um rund elf Prozent auf 110,27 Euro zu.

