XREAL Aura XR: AR-Brille unter 95 Gramm startet Vorbestellung

XREAL startet Vorbestellungen für die leichte Aura XR-Brille mit Split-Design und Sony-Displays zum Preis von 1.400 Euro.

Die neue Augmented-Reality-Brille von XREAL wiegt unter 95 Gramm und setzt auf Googles Android-XR-Plattform.

Der chinesische Hersteller XREAL hat auf der Augmented World Expo (AWE) 2026 die Vorbestellungen für seine Aura XR-Brille gestartet. Das Gerät positioniert sich als leichte Alternative zu klobigen Headsets und soll im Herbst 2026 in den Handel kommen – auch in Europa.

Schlankes Design mit externer Recheneinheit

Das Herzstück der Aura XR ist ihre Bauweise: Statt sämtliche Technik im Brillengestell zu verbauen, setzt XREAL auf ein Split-Design. Die Rechenleistung kommt von einem externen „Compute Puck“ mit Qualcomms Snapdragon Reality Elite-Chip. Das Ergebnis: Die Brille wiegt weniger als 95 Gramm und bleibt dabei erstaunlich schlank.

Die Technik dahinter kann sich sehen lassen: Sony Micro-OLED-Displays liefern pro Auge 1920 x 1200 Pixel bei 120 Hertz Bildwiederholrate. Das Sichtfeld beträgt 70 Grad – eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorgängermodell XREAL One Pro mit 57 Grad. Die Brille beherrscht 6DoF-Tracking (sechs Freiheitsgrade) sowie Handverfolgung und ist per USB-C mit Steam Deck oder Nintendo Switch kompatibel. Die Akkulaufzeit gibt das Unternehmen mit rund vier Stunden an.

Preisdebatte: Zu teuer für eine verkabelte Brille?

Mit einem Einstiegspreis von umgerechnet rund 1.400 Euro bewegt sich die Aura XR im oberen Mittelfeld der Extended-Reality-Brillen. Zum Vergleich: Apples Vision Pro kostet knapp 3.200 Euro, während Metas Quest 3 und XREALs eigene One Pro bei etwa 550 Euro liegen.

Genau diese Preislücke sorgt für Diskussionen. Branchenbeobachter argumentieren, dass ein Preis zwischen 750 und 950 Euro angemessener wäre – schließlich handelt es sich um kein eigenständiges Gerät, sondern um eine Brille mit externer Recheneinheit. Befürworter verweisen dagegen auf die innovative Leichtbauweise und die hochwertigen Sony-Displays. Für Early Adopter lockt XREAL mit einem Angebot: Aus einer Anzahlung von 90 Euro werden 180 Euro Kaufgutschrift.

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Scharfe Konkurrenz im Juni 2026

Der Markt für Smart Glasses ist derzeit hart umkämpft. Meta brachte erst kürzlich seine Fury AI Glasses für 270 Euro auf den Markt – ohne Ray-Ban-Branding, aber mit Fokus auf Audio und Kamera. Parallel dazu startete XGIMI am 29. Juni eine Kickstarter-Kampagne für die MemoMind One, eine smarte Brille für 270 Euro, die mit binokularen Wellenleiter-Displays auf textbasiertes KI-Journaling setzt.

Datenschutz im Fokus

Mit der internationalen Expansion sieht sich XREAL zunehmend mit Datenschutzfragen konfrontiert. Wie andere chinesische Technologieunternehmen unterliegt auch XREAL dem chinesischen Nachrichtendienstgesetz, was bei internationalen Regulierern für Skepsis sorgt. Das Thema gewinnt zusätzlich an Brisanz: Die XGIMI MemoMind One sah sich kürzlich in den USA mit rechtlichen Fragen konfrontiert – zwölf Bundesstaaten haben Gesetze zur Zustimmungspflicht bei Audioaufnahmen erlassen.

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XREAL will mit der Aura XR die Lücke zwischen portablen Media-Viewern und vollwertigen Spatial Computern schließen. Ob das gelingt, hängt letztlich davon ab, ob Verbraucher bereit sind, rund 1.400 Euro für eine Brille mit externem Rechner zu investieren.