Yandex 360: Mail, Disk und Telemost nach Angriffen wieder verfügbar

Mail, Disk und weitere Yandex-360-Funktionen sind nach rund einer Woche Störungen wieder verfügbar; auch der Werbedienst Direkt läuft erneut.

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Nach massiven Einschränkungen infolge von Angriffen auf die unternehmenseigenen Rechenzentren hat der Technologiekonzern Yandex den Kernbetrieb seiner Produktivitätssuite Yandex 360 wiederhergestellt.

Wie mehrere Medien am 20. Oktober 2026 berichteten, sind die Hauptfunktionen der zentralen Dienste Mail, Disk, Dokumente, Kalender, Tracker und Telemost wieder für Nutzer verfügbar. Die Störungen der Cloud-Plattform hatten zuvor rund eine Woche angedauert.

Wiederaufnahme zentraler Arbeits- und Kollaborationsfunktionen

Mit der schrittweisen Reaktivierung der Systeme stehen den Nutzern von Yandex 360 wieder wesentliche Arbeitsfunktionen zur Verfügung. Im E-Mail-Dienst können wieder Dateianhänge mit einer Größe von über 1 MB versendet werden, und auch die Dokumentenvorschau in Mail, Disk und Telemost funktioniert wieder.

Im Videokonferenzdienst Telemost ist die Cloud-Aufzeichnung von Besprechungen wieder möglich. Zudem laufen im Projektmanagement-Werkzeug Tracker die Benachrichtigungen sowie die Anbindung an den E-Mail-Dienst wieder regulär.

Yandex priorisiert bei den laufenden Wiederherstellungsarbeiten die am stärksten nachgefragten Dienste. Um den Ausfall für die Nutzerschaft abzufedern, stellte das Unternehmen die Gebühren für Yandex Cloud und Yandex 360 für bestehende Kunden bis Ende Oktober 2026 frei.

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Parallel zu den Büroanwendungen meldete das Unternehmen auch Fortschritte bei weiteren Plattformen. Die Hauptfunktionen des unternehmenseigenen Werbedienstes Direkt wurden ebenfalls wieder in Betrieb genommen. Nutzer können dort wieder Werbekampagnen anlegen und bearbeiten, neue Konten registrieren, Systemeinstellungen modifizieren und ihr Guthaben verwalten. Die Einschränkungen auf dieser Plattform bestanden bereits seit dem 11. Oktober 2026.

Massive Schäden an der Rechenzentrumsinfrastruktur

Hintergrund des weitreichenden Ausfalls waren Angriffe mit Drohnen, die seit Anfang Oktober 2026 Rechenzentren in den Regionen Rjasan, Kaluga und Wladimir trafen. Am 8. Oktober 2026 hatten ukrainische Drohnenangriffe auf Infrastrukturstandorte, darunter eine Anlage in Sassowo in der Region Rjasan, zahlreiche Dienste lahmgelegt.

Neben Plattformen für Taxis, Lieferungen und Dateizugriffe war zeitweise auch Yandex Pay betroffen, sodass Nutzer tagelang keinen Zugriff auf ihr Geld hatten. Auch digitale Türschlüssel fielen aus. Laut Berichten gerieten am selben Tag auch Rechenzentren der Sberbank und des Internetkonzerns VK unter Beschuss. Am 9. Oktober 2026 teilte Yandex mit, dass keine Mitarbeiter verletzt worden seien.

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Am 11. Oktober 2026 wurde ein Rechenzentrum in Wladimir nach einem Angriff vollständig heruntergefahren; Beeinträchtigungen betrafen zudem die Standorte in Sassowo und Kaluga. Yandex bestätigte schwere Schäden an einem Standort, die Abschaltung eines zweiten und Störungen an einem dritten Rechenzentrum.

Laut Angaben der Organisation NetBlocks fiel die Verbindung zu Yandex Cloud zeitweise auf rund 30 Prozent des Normalwerts zurück, wobei insgesamt 84 Cloud-Dienste betroffen waren. Berichten zufolge wurden wahrscheinlich alle drei Supercomputer des Konzerns schwer beschädigt.

Die Folgen reichten weit über das eigene Ökosystem hinaus: Am 14. Oktober 2026 meldete etwa der Immobiliendienst Zian Einschränkungen infolge von Störungen bei einem Partner. Um den Betrieb abzusichern, verlagerte Yandex Daten auf Reserve-Standorte.

Während städtische Dienste wie Yandex Go, Eda, Transport, Drive, Lavka, Zaprawki und Beri Sarjad ihren Betrieb bereits wieder aufnehmen konnten, prüft die russische Regierung nach Angaben von Digitalminister Schadajew den Schutz der Rechenzentren. Kreml-Sprecher Peskow bezeichnete staatliche Unterstützungsmaßnahmen für die betroffenen Betreiber hingegen als verfrüht.