Zahlungsbetrug Österreich: 77% fühlen sich bedroht, Senioren alarmiert

Eine Visa-Studie zeigt: 77 Prozent der Österreicher nehmen mehr Betrugsversuche wahr, 21 Prozent wurden bereits Opfer. Phishing dominiert.

Eine aktuelle Erhebung im Auftrag des Zahlungsdienstleisters Visa zeichnet ein besorgniserregendes Bild der Sicherheitslage im digitalen Zahlungsverkehr in Österreich.

Laut der Befragung, die das Institut Marketagent zwischen Ende Juli und Anfang August 2026 durchführte, nehmen 77 Prozent der Österreicher eine deutliche Zunahme von Betrugsversuchen wahr. Besonders alarmiert zeigt sich die Gruppe der Senioren: Bei den über 70-Jährigen liegt dieser Wert sogar bei 93 Prozent.

Die repräsentative Studie, für die 1.000 Personen im Alter zwischen 14 und 75 Jahren befragt wurden, belegt zudem, dass es sich nicht nur um eine subjektive Wahrnehmung handelt. Demnach gab bereits jeder fünfte Befragte (21 Prozent) an, in der Vergangenheit Opfer von Zahlungsbetrug geworden zu sein. Die finanziellen Auswirkungen für die Betroffenen variieren dabei erheblich, erreichen jedoch in vielen Fällen substantielle Summen.

Erhebliche Schadensummen und hohe Dunkelziffer

Die Analyse der Schadenshöhen verdeutlicht das finanzielle Risiko für Verbraucher. Während 27 Prozent der Opfer Verluste von bis zu 100 Euro verzeichneten, verloren 21 Prozent Beträge zwischen 101 und 500 Euro. Besonders schwerwiegend sind die Fälle bei jedem sechsten Betroffenen, bei denen der finanzielle Schaden die Grenze von 1.000 Euro überschritt.

Trotz der teilweise hohen Verluste bleibt die Bereitschaft, die Vorfälle behördlich zu melden, überraschend gering. Lediglich 40 Prozent der Betrugsopfer erstatten nach einem Vorfall Anzeige bei der Polizei.

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Hierbei zeigt sich ein deutliches Gefälle zwischen den Geschlechtern: Während 45 Prozent der betroffenen Männer den Weg zur Behörde suchen, sind es bei den Frauen lediglich 33 Prozent. Insgesamt verzichten somit sechs von zehn Opfern auf eine offizielle Meldung des Betrugs.

Phishing als dominierende Betrugsmasche

Als häufigste Methode zur Erlangung sensibler Daten oder Zahlungen wurde das sogenannte Phishing identifiziert. Die Angreifer nutzen dabei geschickt das Vertrauen in bekannte Dienstleister aus.

In 52 Prozent der gemeldeten Fälle dienten Lieferdienste als Vorwand für die Betrugsversuche. Fast ebenso häufig werden Banken als Absender vorgetäuscht: In 48 Prozent der Fälle versuchten die Täter, im Namen von Finanzinstituten an die Daten der Kunden zu gelangen.

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Die Ergebnisse der Untersuchung unterstreichen die wachsende Professionalisierung der Angreifer und die damit verbundene Herausforderung für die Cybersicherheit in Österreich. Insbesondere die Kombination aus einer hohen gefühlten Bedrohungslage und einer gleichzeitig niedrigen Anzeigenquote deutet darauf hin, dass viele Betrugsfälle im Verborgenen bleiben.

Fachleute sehen in der Aufklärung über die gängigen Tarnungen – insbesondere im Bereich der Paket-Zustellungen und des Online-Bankings – einen wesentlichen Faktor, um die Opferzahlen künftig zu senken.