Zen 6: AMD kündigt 22% Leistungssprung für Juli an

AMD erweitert sein APU-Portfolio um elf Modelle der Ryzen-200- und 100-Serie. Erste OEM-Systeme sind ab 599 Euro verfügbar.

Juli 2024 elf neue APUs der Ryzen-200- und Ryzen-100-Serie vorgestellt. Die Hawk-Point-Architektur kommt nun in zahlreichen neuen Varianten für OEM-Partner.

Die Markteinführung erfolgte ohne große Ankündigung – typisch für Prozessoren, die vor allem in vorkonfigurierten Systemen verbaut werden. Branchenbeobachter sehen darin eine gezielte Strategie, um das Angebot für kompakte Desktop-Rechner und Office-PCs zu verbreitern.

Neue Chips für verschiedene Leistungsklassen

Die sieben neuen Ryzen-200-Modelle umfassen die Ryzen 3 205, die Ryzen 5 216, 224 und 225 sowie die Ryzen 7 217, 249 und 253. Sie setzen auf Zen-4-Kerne oder eine Hybrid-Kombination aus Zen 4 und Zen 4c, kombiniert mit RDNA-3-Grafikeinheiten.

Vier weitere Modelle der Ryzen-100-Serie ergänzen das Line-up: der Ryzen 9 180, die Ryzen 7 165 und 155 sowie der Ryzen 5 125. Trotz der niedrigeren Nummerierung nutzen auch diese 4-nm-Chips die aktuelle Zen-4-Architektur. Der Ryzen 5 125 etwa arbeitet mit vier Kernen und acht Threads, einem Basistakt von 2,8 GHz und einem Boost-Takt von 4,5 GHz bei einer thermischen Verlustleistung von 28 Watt.

Da die Bezeichnungen nicht immer direkt auf die Architektur-Generation schließen lassen, empfehlen Experten, vor dem Kauf die genauen technischen Daten in den offiziellen Herstellerdatenbanken zu prüfen.

Erste Systeme in Deutschland verfügbar

Bereits am 10. Juli brachte ASUS den Mini-Tower V500 in Deutschland und Österreich auf den Markt. Das System ist wahlweise mit dem Ryzen 5 220 (zwei Zen-4- und vier Zen-4c-Kerne) oder dem Ryzen 7 260 (acht Zen-4-Kerne plus NPU für KI-Aufgaben) erhältlich.

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Die Preise starten bei rund 599 Euro für die Ryzen-5-Version, während die Ryzen-7-Modelle zwischen 649 und 719 Euro kosten. Alle Varianten sind mit 16 GB DDR5-Arbeitsspeicher und 512 GB PCIe-4.0-SSD ausgestattet – eine solide Ausstattung für den gehobenen Office- und Multimedia-Einsatz.

Zen 6: Erste Benchmarks und offizielle Ankündigung

Spannend wird es für Technik-Enthusiasten: Auf der Benchmark-Plattform Geekbench tauchten am 10. Juli erste Testergebnisse der kommenden Zen-6-Architektur auf. Ein Engineering Sample mit zehn Kernen (4+6-Hybrid-Layout) erreichte 3.174 Punkte im Single-Core- und 15.092 Punkte im Multi-Core-Test.

Das entspricht einem Leistungssprung von rund 22 Prozent bei Single-Core- und 13 Prozent bei Multi-Core-Aufgaben gegenüber dem aktuellen Ryzen AI 9 HX 370. Der getestete Chip verfügte über 32 MB L3-Cache und Unterstützung für FP16-AVX-VNNI. Der angezeigte Takt von 2 GHz gilt als vorläufiger Platzhalter für die frühe Entwicklungsstufe.

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Server-Start noch im Juli

AMD-CTO Mark Papermaster bestätigte, dass Zen 6 offiziell auf der Veranstaltung „Advancing AI 2026″ am 22. und 23. Juli in San Francisco debütieren wird. Den Anfang machen die EPYC-Prozessoren der sechsten Generation mit dem Codenamen „Venice“ für Rechenzentren.

Die Venice-Chips sollen auf TSMCs 2-nm-Technologie fertigen und bis zu 256 Kerne bieten. Erwartet werden eine Speicherbandbreite von 1,6 TB/s und eine bis zu 1,7-fache Leistungssteigerung gegenüber der Vorgängergeneration. Die Server-Prozessoren werden in die Helios-Rack-Plattform integriert, gemeinsam mit den Instinct-MI455-Beschleunigern.

Für Privatanwender heißt es dagegen noch etwas Geduld: Desktop-Prozessoren mit Zen 6 werden frühestens Anfang 2027 erwartet.