Zhenwu V900: Alibabas neuer KI-Chip dreifach leistungsstärker

Alibaba stellt den V900 vor, baut Qwen aus und will über 53 Milliarden US-Dollar in KI investieren; die Aktie legte 3 Prozent zu.

Der chinesische Technologiekonzern Alibaba hat durch seine Halbleitertochter T-Head den neuen KI-Prozessor Zhenwu V900 präsentiert. Laut Konzernchef Eddie Wu handele es sich um den leistungsstärksten KI-Chip Chinas, der eine dreifache Leistungssteigerung gegenüber dem im Mai 2026 eingeführten Vorgängermodell Zhenwu M890 erreiche. Die Massenproduktion sowie die kommerzielle Freigabe der Hardware sind für das erste Quartal 2027 geplant.

Technische Spezifikationen und Skalierbarkeit

Der Zhenwu V900 verfügt über einen Speicher von 216 GB und eine Interconnect-Bandbreite von 1.200 GB/s. Er unterstützt die Rechenformate FP8 und FP4. Nach Angaben des Unternehmens ist die Hardware für den Einsatz in massiven Clustern konzipiert; ein Verbund von bis zu 500.000 V900-Karten sei für das Training sogenannter Frontier-Modelle realisierbar.

Die bestehende Chip-Familie von T-Head verzeichnet bereits eine breite Marktdurchdringung. Bisher wurden 560.000 Einheiten der Zhenwu-Reihe an über 400 externe Kunden ausgeliefert. Insgesamt nutzen mehr als 650 Unternehmen aus Branchen wie der Automobilindustrie, dem Finanzwesen, der Energiebranche und der Fertigung diese Prozessoren.

Ergänzend dazu gab das Unternehmen bekannt, dass der M890 AI Supernode, der für die Inferenz von Modellen mit über 2 Billionen Parametern ausgelegt ist, ab diesem Quartal kommerziell verfügbar sei.

Für das Jahr 2027 plant T-Head zudem die Veröffentlichung der CPUs Yitian 720 und 730, wobei das Modell 730 eine um bis zu 40 Prozent höhere Leistung pro Gigahertz im Vergleich zum Yitian 710 aufweisen soll. Berichten zufolge wird zudem ein Börsengang der Halbleitertochter T-Head angestrebt.

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Ausbau der Qwen-Modellfamilie und Rekursive Selbstverbesserung

Parallel zur Hardware-Entwicklung treibt Alibaba die Skalierung seiner Sprachmodelle voran. Das Team hinter der Qwen-Serie bereitet derzeit das Training von Qwen 4 vor.

Geplant seien zudem die Versionen Qwen 4.5 und Qwen 5, die einen Ausbau auf 5 beziehungsweise 10 Billionen Parameter vorsehen. Das aktuelle Flaggschiff Qwen 3.8 Max arbeitet mit 2,4 Billionen Parametern, womit die künftigen Generationen eine Verdopplung bis Vervierfachung der Größe darstellen würden.

Im Bereich der Trainingseffizienz meldet das Qwen-Team Fortschritte durch den Einsatz von Recursive Self-Improvement (RSI). In einem Experiment zum chip-Design seien über 10.000 Aufrufe von EDA-Tools durch die KI erfolgt, was zu einer Reduktion der Chipfläche um 42 Prozent ohne Leistungsverlust geführt habe.

Das Modell Qwen 3.8 Max habe zudem innerhalb eines Monats durch 33 automatisierte Iterationszyklen ohne menschliches Eingreifen seinen Artificial-Analysis-Score von 40 auf 45 gesteigert.

Die Akzeptanz der Modelle im Markt ist laut Unternehmensangaben hoch. Innerhalb eines Monats wurden über 56 Millionen Downloads der Qwen-3.8-Modelle registriert. Insgesamt stehen über 460 Qwen-Modelle als Open Source zur Verfügung, die bereits mehr als 3 Milliarden Mal heruntergeladen wurden. Zu den Nutzern zählen Unternehmen wie Perplexity, Airbnb, Pinterest und Reuters.

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Investitionen und Infrastrukturziele

Alibaba Cloud verfolgt das Ziel, die globale Rechenzentrumskapazität bis zum Jahr 2032 auf über 20 GW auszubauen. Damit einher gehen Optimierungen der Cloud-Infrastruktur: Das System CPFS soll 100 TB/s und 100 Millionen IOPS bei um 69 Prozent reduzierten Speicherkosten bieten. Das Netzwerk HPN 8.0 Pro sei für Cluster mit über 130.000 Ports bei 800G ausgelegt.

Finanziell unterlegt der Konzern diese Ambitionen mit einer Zusage von über 53 Milliarden US-Dollar für KI-Investitionen innerhalb von drei Jahren. Ein Teil dieser Mittel, rund 10,2 Milliarden US-Dollar, stammt aus einer Folgeaktienemission in Hongkong vom August.

Trotz eines jüngsten Rückgangs des Quartalsgewinns um 75 Prozent nach hohen Ausgaben erwartet Alibaba für das laufende Quartal einen annualisierten KI-Umsatz von 10 Milliarden US-Dollar. Innerhalb von fünf Jahren soll sich der Umsatz in den Bereichen Cloud und KI auf 100 Milliarden US-Dollar verfünffachen.

Konzernchef Eddie Wu betonte die Robustheit der KI-Nachfrage, die mittel- bis langfristig das Angebot übersteige, welches derzeit durch Engpässe in den Lieferketten limitiert sei. Nach der Vorstellung des Prozessors und der Bekanntgabe der Ausbaupläne notierte die Alibaba-Aktie in Hongkong mit einem Plus von 3 Prozent.