Alibabas Chip-Tochter T-Head hat auf der Apsara Conference in Hangzhou den neuen KI-Beschleuniger Zhenwu V900 präsentiert. Der Chip ist für Training und Inferenz ausgelegt und soll laut T-Head die dreifache Leistung des Vorgängermodells M890 erreichen, wie unter anderem technode.com, jonpeddie.com und tomshardware.com übereinstimmend berichteten.
Technische Daten und Skalierung
Der V900 verfügt nach Angaben von T-Head über 216 Gigabyte Speicher und eine Inter-Chip-Bandbreite von 1.200 Gigabyte pro Sekunde. Unterstützt werden zudem die Rechenformate FP8 und FP4. Zum Vergleich: Der Vorgänger M890 kam auf 144 Gigabyte Speicher und 800 Gigabyte pro Sekunde Bandbreite.
Über einen als ICN bezeichneten Switch sollen sich laut T-Head mehr als 1.000 V900-Chips zu einem einzigen System zusammenschließen lassen. Ein Cluster könne demnach auf bis zu 500.000 Beschleuniger skaliert werden. Konkrete Angaben zu Rechenleistung in FLOPS, zum Fertigungsprozess und zur Leistungsaufnahme machte T-Head nicht. Unabhängige Benchmarks liegen bislang ebenfalls nicht vor.
Vorgezogener Zeitplan
Bemerkenswert ist der veränderte Zeitplan: Massenproduktion und Verkaufsstart des Zhenwu V900 werden nun für das erste Quartal 2027 erwartet. Noch im Mai 2026 hatte Alibaba den Chip für das dritte Quartal 2027 vorgesehen, wie tomshardware.com berichtete. Der Vorzug um mehrere Quartale deutet auf ein beschleunigtes Tempo bei der Entwicklung eigener KI-Hardware hin.
Parallel kündigte T-Head die Prozessoren Yitian 720 und Yitian 730 an, die für das dritte Quartal 2027 geplant sind. Der Yitian 730 soll laut T-Head bis zum 1,4-Fachen der SPECint2017-Leistung pro Gigahertz des Vorgängers Yitian 710 erreichen.
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Bestehende Kundenbasis
T-Head verweist zudem auf eine bereits etablierte Kundenbasis für seine Zhenwu-Chipfamilie: Mehr als 650 Unternehmenskunden nutzen demnach entsprechende Systeme, und über 560.000 Zhenwu-Chips wurden bereits an mehr als 400 externe Kunden in 20 Branchen ausgeliefert.
Einordnung in Alibabas KI-Strategie
Die Chip-Neuvorstellung fällt in eine phase intensiver Investitionen Alibabas in KI-Infrastruktur. Der Konzern peilt bis 2032 eine weltweite Rechenzentrumskapazität von über 20 Gigawatt an und will in den kommenden drei Jahren mehr als 53 Milliarden US-Dollar in KI-Infrastruktur investieren, wie unter anderem hwbusters.com und stackchronicle.com berichteten.
Analysten der Citigroup gehen laut frnt.com davon aus, dass diese Kapazität externen Cloud-Umsatz von mehr als 160 Milliarden US-Dollar ermöglichen könnte.
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Im Juni-Quartal war der Umsatz mit KI-Cloud und Computing bei Alibaba im Jahresvergleich um 45 Prozent auf 48,44 Milliarden Yuan gestiegen, berichtete theinsight.asia.
Zugleich treibt der Konzern die Entwicklung seiner Qwen-Sprachmodelle voran: Geplant sind Modelle mit 5 bis 10 Billionen Parametern, Qwen 4 befindet sich laut Alibaba bereits im Training, während das Modell Qwen3.8-Max über 2,4 Billionen Parameter verfügt.
Laut frnt.com und chinatechnews.com erwägt Alibaba zudem einen separaten Börsengang von T-Head. Im August hatte der Konzern bereits über eine Aktienplatzierung 10,2 Milliarden US-Dollar eingenommen. Die Aktie Alibabas legte in Hongkong nach der Vorstellung des V900 um rund 3 Prozent zu, wie frnt.com berichtete.
Der Vorstoß in die Chip-Eigenentwicklung erfolgt vor dem Hintergrund von US-Exportkontrollen, die chinesischen Unternehmen den Zugang zu fortgeschrittenen Nvidia-Chips erschweren, wie forkast.news berichtete. Eigene Hochleistungschips sollen diese Lücke zumindest teilweise schließen.

