Sicherheitsforscher des Unternehmens VulnCheck warnen vor gravierenden Sicherheitsmängeln in kostengünstigen Routern des chinesischen Produzenten Shenzhen Zhibotong (ZBT). Die Experten identifizierten mehrere kritische Schwachstellen, die einen unbefugten Fernzugriff auf die Geräte ermöglichen. Da es für die betroffenen Modelle derzeit keine Sicherheits-Patches gibt, stufen Fachleute die Bedrohungslage als besonders hoch ein.
Identifizierung von werkseitigen Hintertüren
Im Rahmen ihrer Untersuchungen entdeckten die Analysten von VulnCheck zwei sogenannte Factory-Implants in der Firmware der ZBT-Geräte. Diese als SPEAKINGSTONE (CVE-2026-74232) und DARKLANTERN (CVE-2026-74233) bezeichneten Schwachstellen erhielten in der Bewertung des Common Vulnerability Scoring System (CVSS) extrem hohe Werte von 9.3 beziehungsweise 9.8.
Das Implantat DARKLANTERN nutzt für die Kommunikation den UDP-Port 9992. Nach Angaben der Forscher wurden in einem kurzen Zeitraum zwischen dem 18. und 21. August 2026 bereits 203 aktive Internet-Instanzen in insgesamt 22 Ländern registriert. Das zweite entdeckte Implantat, SPEAKINGSTONE, kommuniziert über den UDP-Port 10000. Hier wurden am 21. August 2026 insgesamt 392 betroffene Geräte erfasst, wobei der geografische Schwerpunkt mit 390 Instanzen fast ausschließlich auf China lag.
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Zusätzlich zu diesen Funden identifizierten Sicherheitsforscher eine weitere Backdoor namens ENDLESSDOORS (CVE-2026-66747), die ebenfalls mit einem CVSS-Score von 9.3 bewertet wurde. Diese Schwachstelle ermöglicht es Angreifern, Schadcode aus der Ferne mit Root-Rechten auszuführen (Remote-Code-Execution), was eine vollständige Übernahme des betroffenen Geräts zur Folge haben kann.
Betroffene Marken und Modelle
Die Sicherheitsmängel betreffen eine Vielzahl von Produkten, die unter verschiedenen Markennamen vertrieben werden. Shenzhen Zhibotong fungiert hierbei oft als Erstausrüster (Original Equipment Manufacturer). Explizit genannt werden Geräte der Marke Zbtlink sowie das Modell Deep Orange WE826-T2, welches bereits seit dem Jahr 2019 auf dem Markt ist.
Darüber hinaus erstrecken sich die Sicherheitsrisiken laut den Berichten auf weitere Marken, darunter WiFlyer, KuWFi, Wave WiFi und MOFI Network. Da für diese Geräte kein Fix existiert, bleibt die Sicherheitslücke auf unbestimmte Zeit bestehen, sofern die Hardware weiter betrieben wird.
Empfehlungen für Anwender und Unternehmen
Branchenexperten warnen generell vor den Risiken, die mit dem Einsatz extrem günstiger Netzwerk-Hardware aus China verbunden sein können. Häufig fehlende Software-Updates und die nun dokumentierten versteckten Fernzugriffsfunktionen stellen erhebliche Gefahren für die Integrität privater und geschäftlicher Netzwerke dar.
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Aufgrund der fehlenden Möglichkeit, die Schwachstellen durch updates zu schließen, raten Sicherheitsforscher dringend dazu, die betroffenen Router durch sicherere Alternativen zu ersetzen. Für die Auswahl neuer Hardware empfehlen Experten den Rückgriff auf bekannte Markenprodukte.
Zudem sollten grundlegende Sicherheitsmaßnahmen beachtet werden: Dazu zählen die Verwendung starker Passwörter, die Deaktivierung der WPS-Funktion (Wi-Fi Protected Setup) sowie die konsequente Nutzung moderner Verschlüsselungsstandards wie WPA3 oder WPA2-AES.

