In der Batterieforschung ist ein signifikanter Durchbruch bei der Entwicklung langlebiger und sicherer Energiespeicher gelungen. Forscher der Flinders University stellten am 20. August 2026 Ergebnisse zu neuartigen wässrigen Zink-Iod-Batterien (AZIB) vor, die im Labormaßstab eine außergewöhnliche Stabilität und schnelle Ladezeiten aufweisen.
Die im Fachmagazin Angewandte Chemie veröffentlichten Untersuchungen zeigen das Potenzial dieser Technologie für die großflächige Energiespeicherung auf.
Hohe Zyklenfestigkeit und minimierter Kapazitätsverlust
Kern der Forschungsarbeit ist eine Zink-Iod-Batterie, die im Laborbetrieb mehr als 60.000 Zyklen absolvierte. Bei einer Entladekapazität von 150 mAh/g ließ sich der Speicher innerhalb von nur drei Minuten vollständig aufladen. In weiteren Testreihen erreichte das System 8.000 Zyklen bei einer höheren Kapazität von 200 mAh/g und einer Ladezeit von sieben Minuten. Die Betriebsspannung wurde dabei mit 1,3 bis 1,4 V angegeben.
Besonders hervorzuheben ist laut den Untersuchungsergebnissen die extreme Beständigkeit der Zellen. Der Kapazitätsverlust pro Ladezyklus bewegt sich in einem minimalen Bereich zwischen 0,0001 % und 0,0003 %. Die Kapazität des verwendeten Iod-Materials bezifferten die Wissenschaftler auf 211 mAh/g.
Sicherheitsvorteile und technologische Lösung für den Shuttle-Effekt
Ein zentrales Problem bisheriger Zink-Iod-Systeme war der sogenannte Polyiodid-Shuttle-Effekt, der die Lebensdauer der Batterien oft drastisch verkürzte. Dem Forschungsteam der Flinders University gelang es, diesen Effekt durch den Einsatz eines speziellen Cyclodextrin-Polymers zu unterdrücken.
Dieses Polymer wird aus Stärke gewonnen und fungiert als Barriere, die die unerwünschte Wanderung der Ionen unterbindet, ohne den Ladungsprozess negativ zu beeinflussen.
Die neue Zink-Iod-Batterie aus Australien verspricht 60.000 Ladezyklen und eine Ladezeit von nur drei Minuten – bei deutlich geringerem Brandrisiko als Lithium-Ionen-Akkus. Was bedeutet das für die Zukunft der Energiespeicherung und für Ihre Investitionsentscheidungen? Unser Report liefert eine Einordnung der Technologie und ihrer Marktchancen. Jetzt kostenlosen Report anfordern
Zudem bietet die Technologie bauartbedingte Sicherheitsvorteile gegenüber herkömmlichen Systemen. Da die Batterie wasserbasiert konstruiert ist, gilt sie als nicht entflammbar. Dieses Merkmal reduziert das Brandrisiko im Vergleich zu Lithium-Ionen-Akkus erheblich und macht die Technologie besonders interessant für Anwendungen in bewohnten Gebieten oder industriellen Großanlagen.
Rohstoffverfügbarkeit und ökologische Einordnung
Die Entwicklung findet vor dem Hintergrund eines wachsenden Abfallproblems bei herkömmlichen Batterien statt. In Australien fallen derzeit jährlich etwa 3.300 t Abfall aus Lithium-Ionen-Batterien an. Marktprognosen gehen davon aus, dass diese Menge bis zum Jahr 2036 auf rund 136.000 t ansteigen könnte.
Zink-Iod-Batterien könnten hier eine nachhaltigere Alternative darstellen, insbesondere aufgrund der Rohstoffsituation. Australien verfügt laut den Forschern über 20 % bis 28 % der weltweiten Zinkreserven, was eine stabile und lokale Versorgungskette für die Produktion großformatiger Energiespeicher ermöglichen würde. Die Technologie wird daher als besonders geeignet für die Speicherung erneuerbarer Energien im industriellen Maßstab eingestuft.
Stand der Kommerzialisierung und Ausblick
Batterieabfall aus Lithium-Ionen-Akkus könnte bis 2036 auf 136.000 Tonnen pro Jahr in Australien ansteigen. Zink-Iod-Batterien versprechen eine nachhaltigere Alternative – mit Rohstoffen, die zu 20-28 % in Australien lagern. Erfahren Sie in unserem Leitfaden, wie Sie diese Entwicklung für Ihre Energiespeicher-Investitionen nutzen können. Leitfaden jetzt sichern
Trotz der vielversprechenden Laborergebnisse befindet sich die Technologie noch in einem frühen Stadium der Marktreife. Kommerzielle Module wurden bislang noch nicht getestet.
Das Team an der Flinders University konzentriert sich im nächsten Schritt darauf, eine Prototyping-Plattform aufzubauen, um die Skalierbarkeit der wässrigen Zink-Iod-Zellen unter realitätsnahen Bedingungen zu validieren. Damit soll der Weg von der wissenschaftlichen Entdeckung zur industriellen Anwendung geebnet werden.

