Der Kommunikationssoftware-Anbieter Zoom hat am 25. August 2026 seine Finanzergebnisse für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2027 vorgelegt. Das Unternehmen verzeichnete ein moderates Umsatzwachstum und gab Einblicke in die strategische Weiterentwicklung seines KI-Portfolios, das zunehmend automatisierte, agentische Funktionen übernimmt.
Umsatzwachstum durch Fokus auf Enterprise-Kunden
Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027 erwirtschaftete Zoom einen Gesamtumsatz von 1,28 Milliarden US-Dollar, was einer Steigerung von 4,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Besonders deutlich zeigte sich das Wachstum im Enterprise-Sektor: Hier stieg der Umsatz um 7,8 Prozent auf 787,5 Millionen US-Dollar. Der bereinigte Gewinn pro Aktie (Non-GAAP EPS) lag im Berichtszeitraum bei 1,55 US-Dollar.
Analysten bewerten die Aktie derzeit mehrheitlich mit „Moderate Buy“ und geben ein durchschnittliches Kursziel von 117,95 US-Dollar an. Für das kommende dritte Quartal prognostiziert das Unternehmen einen Umsatz zwischen 1,275 Milliarden und 1,280 Milliarden US-Dollar sowie einen Gewinn pro Aktie in der Spanne von 1,46 bis 1,48 US-Dollar.
KI-Integration als Treiber für Großaufträge
Künstliche Intelligenz hat sich zu einem wesentlichen Bestandteil des Vertriebserfolgs entwickelt. Nach Angaben des Unternehmens waren KI-Funktionen in neun von zehn der größten Abschlüsse im Bereich Customer Experience (CX) enthalten.
Neben der operativen Einbindung profitiert Zoom finanziell von strategischen Investitionen: Das Unternehmen hält einen Anteil am KI-Spezialisten Anthropic im Wert von 3,13 Milliarden US-Dollar. In den sechs Monaten bis Juli wurde hier ein Zuwachs des unrealisierten Gewinns um 301 Millionen US-Dollar verzeichnet.
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Ausbau der agentischen Fähigkeiten des AI Companion
In den vergangenen Monaten hat Zoom die Funktionsbreite seines „AI Companion“ systematisch erweitert. Laut Smita Hashim, Chief Product Officer bei Zoom, liege der Fokus der aktuellen Entwicklung auf agentischen Fähigkeiten, die über die reine Informationsverarbeitung hinausgehen.
Bereits im Frühjahr 2026 wurden wesentliche Neuerungen eingeführt. Ende März ergänzte ein Voice Recorder den KI-Assistenten, gefolgt von der Einführung eines kostenpflichtigen „Custom AI Companion Add-ons“ im April, das für 12 US-Dollar pro Nutzer und Monat angeboten wird.
Im Mai folgten Funktionen wie „Zoom Tasks“, die automatisierte Handlungen ermöglichen, sowie KI-gestützte Sitzungsagenden, Live-Notizen und die Integration in die Arbeitsplatzreservierung. Zudem wurde in diesem Zeitraum „Zoom Drive“ als Speicherlösung bereitgestellt.
Im Sommer setzte sich die Innovationswelle fort. Seit Juni stehen den Nutzern ein „Personal Coach“ sowie erweiterte Referenzfunktionen zur Verfügung. Im Juli wurde die Palette um die Erstellung von Datentabellen durch den KI-Assistenten ergänzt.
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Optimierung im Kundenservice durch Feedback-Schleifen
Auch im Contact Center setzt Zoom verstärkt auf KI-gestützte Automatisierung. Ein virtueller Agent soll Konversationen in Sprach- und Digitalform autonom führen und dabei den jeweiligen Kontext wahren.
Das System nutzt einen vierstufigen Optimierungsprozess, bei dem Signale erfasst, Muster erkannt, Wissenslücken geschlossen und Ergebnisse gemessen werden. Nach Angaben des Unternehmens konnte die eigene support-Organisation die Rate der gelösten Anfragen durch dieses KI-Qualitätsmanagement kontinuierlich verbessern.

