ZoomMate: Zoom bringt KI-Agenten für 20 Euro im Monat

Zoom und Cisco präsentieren neue KI-Assistenten für Meetings. Apple plant derweil eine umfassende Siri-Revolution für Unternehmen.

Die großen Technologiekonzerne treiben den Einsatz künstlicher Intelligenz in der Unternehmenskommunikation massiv voran. Zoom und Cisco stellten am heutigen Dienstag neue KI-gesteuerte Werkzeuge vor, die über einfache Zusammenfassungen hinausgehen und eigenständig komplexe Arbeitsabläufe ausführen können. Die Systeme verwandeln Gesprächsdaten aus Meetings direkt in strukturierte Geschäftsdokumente.

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ZoomMate: Der KI-Kollege für 20 Euro im Monat

Zoom bringt mit ZoomMate einen sogenannten „agentischen“ KI-Assistenten auf den Markt, der wie ein automatisiertes Teammitglied agieren soll. Das Tool verbindet Meeting-Inhalte mit Unternehmensdaten von Plattformen wie Salesforce, ServiceNow, Workday, Google und Microsoft. Es führt eigenständig Recherchen durch, verwaltet Arbeitsabläufe und erstellt Inhalte auf Basis verbaler Besprechungen.

Der Dienst ist zunächst in Nordamerika für umgerechnet rund 20 Euro pro Nutzer und Monat verfügbar. Eine Ausweitung auf Europa und den asiatisch-pazifischen Raum ist für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant.

Flankiert wird ZoomMate von der Zoom AI Productivity Suite, die entweder separat für etwa 10 Euro pro Nutzer und Monat oder im Abo mit ZoomMate erhältlich ist. Die Suite umfasst vier zentrale Werkzeuge:

  • Zoom Canvas – ein kollaborativer Arbeitsbereich (ehemals Zoom Docs)
  • Zoom Slides – automatische Präsentationserstellung
  • Zoom Sheets – Tabellenkalkulation aus Meeting-Daten
  • Zoom Paper – Dokumentenerstellung für Berichte und Angebote

Alle Formate lassen sich in Microsoft Office, Google Workspace oder als PDF exportieren – ein entscheidender Vorteil für Unternehmen mit gemischten Software-Umgebungen.

Cisco setzt auf spezialisierte KI-Agenten

Auch Cisco rüstet seine Webex-Plattform auf und präsentierte ebenfalls am Dienstag eine neue Generation von KI-Assistenten. Der Meeting Prep Agent sammelt vor einer Besprechung automatisch relevante Informationen und Kontext. Der Translator Agent übersetzt in Echtzeit in zehn Sprachen.

Mit dem Webex AI Agent Studio können Unternehmen zudem maßgeschneiderte KI-Assistenten für spezifische Geschäftsanforderungen entwickeln. Ein Novum: Cisco ermöglicht eine bidirektionale Integration mit Microsoft Copilot – ein klares Signal für mehr Interoperabilität zwischen den konkurrierenden Plattformen.

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Hardware-seitig bringt Cisco das Board Pro G3 auf den Markt, ein neues Konferenzsystem, das nativ sowohl Microsoft Teams Rooms als auch Webex unterstützt. Ergänzt wird das Angebot durch eine KI-gestützte Workforce-Management-Plattform, die die Zusammenarbeit zwischen menschlichen Mitarbeitern und KI-Agenten koordiniert.

Apple plant Siri-Revolution für Unternehmen

Während Zoom und Cisco ihre bestehenden Plattformen aufrüsten, zeichnet sich bei Apple ein grundlegender Umbau ab. Berichten zufolge soll der Sprachassistent Siri im kommenden iOS 27 eine radikale Überarbeitung erfahren. Auf der Entwicklerkonferenz WWDC ab dem 8. Juni 2026 wird Apple voraussichtlich Details präsentieren.

Die neue Siri soll als stets aktiver Agent fungieren, der kontextbezogene Daten über verschiedene Apps hinweg verwalten kann. Branchenanalysten sehen darin potenziell eine Frontend-Schnittstelle für Unternehmensanwendungen wie Teams, Zoom und Webex. Angetrieben wird das System angeblich von einem Modell mit 1,2 Billionen Parametern – Berichten zufolge zahlt Apple rund eine Milliarde Euro jährlich für die Nutzung eines maßgeschneiderten Google-Gemini-Modells.

Spezial-Hardware für private Gespräche

Neben den Software-Giganten bedienen auch spezialisierte Hersteller Nischen im KI-Meeting-Markt. Das Unternehmen HiDock launchte am Dienstag das H1 Lite, eine KI-gestützte Desktop-Freisprecheinrichtung zum Einstiegspreis von umgerechnet rund 160 Euro.

Das Besondere: Das Gerät kann Audio von Bluetooth-Kopfhörern erfassen und ermöglicht so die Aufzeichnung und Transkription privater Telefonate, die für herkömmliche Lautsprecher schwer zugänglich sind. Im Preis inbegriffen sind unbegrenzte KI-generierte Transkriptionen und Zusammenfassungen – ein weiterer Beleg für den Trend, KI-Verarbeitung direkt mit Kommunikationshardware zu bündeln.

Die aktuellen Ankündigungen sind nur der jüngste Höhepunkt einer intensiven Entwicklungsphase. Bereits im Frühjahr hatte Google Gemini nativ in seine Workspace-Suite integriert, während Zoom mit Funktionen wie Zoom Tasks und Zoom Drive die Infrastruktur seines KI-Begleiters ausbaute. Der Wettlauf um die Vorherrschaft im Bereich der KI-gestützten Bürokommunikation ist in vollem Gange – und die nächsten Monate versprechen weitere Innovationen.