Der polnische Entwickler Pawel Szydlowski hat mit der Anwendung Zuckoff eine technische Lösung zur Erkennung von Meta/Ray-Ban Smart Glasses veröffentlicht. Die im August 2026 für das Betriebssystem iOS erschienene App identifiziert die Brillen über deren Bluetooth-Signatur und schätzt die Distanz zum jeweiligen Gerät.
Die Anwendung nutzt für die Identifizierung die spezifische Bluetooth-UUID sowie die Herstellerkennung der Hardware. Während die Basisversion der im Apple App Store verfügbaren Anwendung kostenlos ist, bietet eine Pro-Version erweiterte Funktionen. Diese ermöglicht unter anderem Benachrichtigungen über erkannte Geräte, während die App im Hintergrund läuft oder geschlossen ist. In der Standardausführung erfolgt der Scanvorgang manuell.
Funktionsweise und Grenzen der Detektion
Die Software ist darauf ausgelegt, die Präsenz der Smart Glasses in der unmittelbaren Umgebung festzustellen. Der 30-jährige Entwickler betont jedoch, dass die App lediglich die Hardware erkennt. Es könne weder festgestellt werden, ob aktuell eine Videoaufnahme erfolgt, noch ließen sich Informationen über den Träger der Brille gewinnen.
Seit der Markteinführung verzeichnet die App ein wachsendes Interesse. Den vorliegenden Daten zufolge nutzen rund 5000 Anwender das Programm seit dem Start im App Store. Diese Marke von 5000 Nutzern wurde bereits im ersten Monat nach der Premiere erreicht.
Regulierungsbehörden zeigen Interesse
Wer nicht unbemerkt gefilmt werden will, kann Smart Glasses in der Nähe inzwischen selbst aufspüren: Eine neue App erkennt die Brillen per Bluetooth-Signatur und schätzt die Distanz. Was die Erkennung leistet — und wo sie an ihre Grenzen stößt — lesen Sie im kostenlosen Leitfaden. Leitfaden zur Smart-Glasses-Erkennung anfordern
Die Entwicklung hat bereits die Aufmerksamkeit der EU-Regulierungsbehörden auf sich gezogen. Diese traten an den Entwickler heran, um detailliertere Informationen über die Funktionsweise der App einzuholen, da es sich bei Zuckoff um eine nicht-offizielle Lösung ohne industrieweite Standardisierung handelt.
Szydlowski fordert angesichts der Verbreitung tragbarer Kameratechnik ein herstellerübergreifendes Warnsystem. Dieses solle analog zu den bereits existierenden Tracker-Warnungen von Apple und Google funktionieren, um Personen in der Umgebung automatisch über aktive Smart-Kameras zu informieren.
Reaktion des Herstellers und gesellschaftliche Auswirkungen
Der Konzern Meta hat in den vergangenen Monaten verstärkt Maßnahmen ergriffen, um die missbräuchliche Nutzung der Brillen zu erschweren. Das Unternehmen deaktivierte tausende Geräte, bei denen die obligatorische Kamera-LED manipuliert worden war. Zudem wurde die Firmware so aktualisiert, dass Aufnahmen automatisch stoppen, wenn die LED abgedeckt wird. Innerhalb von zwei Monaten wurden zwei entsprechende Sicherheits-Patches veröffentlicht.
Kinos, Schulen und Pubs verbieten die Brillen bereits — doch im Alltag fehlt bislang jede Warnung, wenn eine Kamera in Reichweite aktiv sein könnte. Der Leitfaden zeigt, welche Detektions-Tools für iOS und Android verfügbar sind und wie Sie sich in 3 Schritten absichern. Privatsphäre-Checkliste jetzt sichern
Laut Angaben von Metas Technikvorstand Andrew Bosworth sei die Kamera bewusst so konstruiert, dass ihre Aktivität von Umstehenden wahrgenommen werden könne. Zudem geht das Unternehmen gegen die Verbreitung von Belästigungsvideos vor, indem entsprechende Instagram-Konten gelöscht werden.
Unabhängig von den technischen Detektionsmöglichkeiten reagieren erste Institutionen auf die Verbreitung der Smart Glasses. In Kinos, Schulen und Pubs wurden bereits Verbote für das Tragen der Brillen ausgesprochen. Für Nutzer des Android-Betriebssystems stehen Berichten zufolge bereits zwei ähnliche Werkzeuge zur Verfügung.
Mehr zum Thema bei WinFuture: „Zuckoff: Entwickler bringt App, die Smart Glasses in der Nähe aufspürt“

