Der Smart TV als Datenschleuder

Moderne Fernseher, als Smart TV, bezeichnet, können mehr als das TV-Programm anzeigen. Mit dem Internet verbunden, versprechen die Hersteller neue Funktionen – und verschweigen, dass die Geräte als Datenschleuder fungieren.


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Zur Fußball EM gönnt sich so mancher Zeitgenosse ein neues Flachbild-Fernsehgerät. Der große Hoffnungsträger der TV-Geräte-Hersteller sind in diesem Zusammenhang sogenannte Smart-TVs. Das sind, laut Wikipedia, Hybrid-TV-Geräte, die neben den Fernsehfunktionen noch Computerfunktionen bieten. Dazu ist ein Breitband-Internetanschluss erforderlich. Anschließend können Apps auf dem Gerät ausgeführt und ggf. Filme aus dem Internet angesehen werden. Die Steuerung erfolgt per Fernbedienung, per Smartphone oder per Bluetooth- oder USB-Tastatur.

Viren und Werbekeule für Smart TV-Nutzer

Der schönen neuen Welt der Werbeversprechen stehen die Tiefen des folgenden Unbills auf Nutzerseite entgegen: Die Computerfunktionen der Smart TV-Geräte sind ein leichtes Ziel für Hacker, die Viren und mehr auf die Geräte schleusen. Ich hatte das Thema, drüben in meinem IT-Blog, im Blog-Beitrag Viren auf der Glotze: Smart TV im Visier der Hacker schon mal angesprochen,

Das zweite Ärgernis bei den doch recht teuren Geräten: Die Hersteller haben Funktionen eingebaut, die ggf. Werbung aus dem Internet herunterladen und diese als Werbeanzeigen auf dem TV-Bildschirm anzeigen. Diese unangenehme Überraschung habe ich in meinem Blog-Artikel Samsung, Smart TV und schlechtes Karma angesprochen.

Und die Datenschleuder gibt’s oben drein

Ist das Ganze bereits recht ärgerlich, wird das Ganze noch gesteigert. Die Smart TV-Geräte erweisen sich als reine Datenschleudern, sobald sie ans Internet angeschlossen werden. Der Benutzer muss das Gerät einrichten und bereits beim Einschalten werden die sogenannte IP-Adresse des Geräts (vom Internetanbieter zugeteilt, ermöglicht die Identifikation des Benutzers) und ggf. weitere Daten an die Server der Geräte-Hersteller übertragen. Diese forschen dann aus, welche Sendungen der Käufer sieht, was er sonst an Apps auf dem Gerät macht und möglicherweise mehr.

Erstes Urteil gegen Samsung

Diese heimliche Datensammelei und –übertragung ist nicht nur nervig, sondern auch illegal. Auf den Umstand der Datensammelei hatte ich in diversen Blog-Beträgen hingewiesen. Wegen dieser Datensammelei und –übertragung hat die Verbraucherschutzzentrale NRW Klage gegen den Hersteller Samsung – stellvertretend für alle Hersteller – eingereicht. Letzte Woche hat das Landgericht Frankfurt das Urteil in diesem Prozess gegen die Firma Samsung bekannt gegeben. Samsung muss seine allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB-Klauseln) anpassen und hat die Käufer seiner Geräte explizit auf die Übertragung personenbezogener Daten explizit hinweisen. Ich habe über das Urteil im Blog-Beitrag Samsung: Urteil wegen Smart TV-Datensammelei berichtet. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) hat ebenfalls einen Artikel Mein Fernseher, eine Datenkrake? zum Thema und zum Urteil.

Aus meiner Sicht: Einfach auf den Kauf eines Smart TV verzichten – und falls so ein Gerät im Haushalt steht, den Internetanschluss weg lassen. Dann werden weder Daten gesammelt noch Viren oder Werbung auf das Gerät gespült.

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