“Blue Zones”– wo Menschen vital bis ins hohe Alter leben

Gesund, vital, beschwerdefreier und zufrieden bis ins hohe Alter leben, das ist der Wunsch vieler Menschen. Aber wie geht das und was kann ich dazu tun? Die Wissenschaft hat sogenannte “Blue Zones” identifiziert, in denen die Menschen besonders lange leben. Was steckt dahinter?


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Wenn in meiner Jugend jemand zum 90 oder 100 jährigen Geburtstag gratuliert wurde, war auch immer wieder die Frage, wie der Jubilar oder oder Jubilarin das geschafft hat. Die Mitmenschen versuchten das Geheimnis, wie man alt wird, zu ergründen. In der Zeitung konnte man dann oft den Ratschlag lesen, dass die Betreffenden täglich ein Gläschen Schnaps oder Likör zu trinken pflegten, ggf. eine Zigarre rauchten und noch aktiv am Gesellschaftsleben interessiert wären. Aber so eine richtige Anleitung, alt zu werden, schien da nicht dabei zu sein.

Die 100 jährigen auf Okinawa

Und dann gab es die Berichte über die 90 oder 100 jährigen auf der japanischen Insel Okinawa. Auf dieser Insel leben mehr 100 jährige als sonst auf der Welt. Geht man den Berichten nach (z.B. hier), sind es wohl die Ernährung (speziell mit der Bittergurke Goya), Geselligkeit und Bewegung, die die Senioren auch im hohen Alter fit halten. Aber die japanische Ernährung ist nicht jedermanns Sache. Ich habe einige Male beruflich in Japan verbracht und rohen Fisch mit Reis und grünem Tee zum Frühstück genossen. Dies entlockt Europäern aber all zu oft ein Igitt. Nur fermentierte Sojabohnen, Nattō, konnte ich nicht essen. Also schlechte Aussichten, im Alter fit zu bleiben. Und auch die Japaner auf Okinawa schwächeln mittlerweile beim Alt werden, wie ich diesem Bericht entnehme. Ursache ist wohl die moderne Ernährung.

Die Blue Zones dieser Erde

Aber es gibt abseits von Okinawa weitere Gebiete, wo viele Menschen 100 Jahre alt werden und seltener an altersbedingten Erkrankungen leiden. Im Projekt “Blue Zones” versucht man demographische und geographische Zonen, wo Menschen erwiesenermaßen länger leben, zu identifizieren und deren Lebensumstände zu erforschen. Gianni Pes und Michel Poulain haben beispielsweise die Provinz Nuoro auf Sardinien als Blue Zone identifiziert, da dort Menschen besonders alt werden. Eine andere bekannte Blue Zone ist (neben der Insel Okinawa in Japan) auch Nicoya in Costa Rica oder die Insel Icaria (Ikaria) in Griechenland.

Die Blue Zones verteilen sich also über die ganze Welt. Auf der griechischen Insel Icaria hat die Bevölkerung z.B. den größten Anteil 90 Jähriger weltweit (jeder Dritte erreicht dieses Alter).

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Dank Mittelmeerdiät (viel Früchte, Gemüse, Vollkorn und Fisch, sowie Wildkräuter) liegt die Krebsrate unter den Älteren 20 % niedriger als beim Rest der Altersgenossen. Bei der Zahl der Herzerkrankungen liegen die Ikarioten sogar um 50 % niedriger als der Rest der Altersgenossen. Demenz ist dort weitgehend unbekannt. Was in Japan klappt, scheint also auch in Europa an verschiedenen Orten zu funktionieren.

Laut Wikipedia (Englisch) wurde der Ansatz der Blue Zones durch das nebenstehend gezeigte Buch The Blue Zones – 9 Lessons for Living Longer From the People Who’ve Lived the Longest des US-Autors Dan Buettner bekannt.

Was lässt Menschen in den Blue Zones älter werden?


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Die Idee hinter Blue Zones ist es, herauszufinden, was die Menschen dort anders machen, als der Rest der Welt, um besonders alt zu werden. Und was den Unterschied ausmacht, Lebendass diese Menschen zufriedener und vitaler als der Rest ihrer Altersgenossen leben.

Am Anfang steht die wissenschaftliche These: Nur 10  % der Lebensspanne werden durch die eigenen Gene bestimmt – die anderen 90 % hängen vom Lebensstil eines jeden Einzelnen ab (je nach Quelle liest man 20 % Einfluss der Gene, 30 % medizinische Aspekte, 50 % Lebensumstände).

Dabei haben sich folgen Punkte für einen positiven Lebensstil, der förderlich für ein hohes Alter in Gesundheit ist, herauskristallisiert.

  • Ernährung: Moderat essen (viel Gemüse bzw. vorwiegend vegetarische Kost, wenig Fleisch)
  • Natürliche Bewegung oder leichte Arbeiten bis ins hohe Alter
  • Gemeinschaft und soziale Kontakte – die Familie und sozialen Kontakte gehen (vor anderen Anliegen) vor
  • Kaum Genussmittel: Nicht (oder nur wenig) rauchen – ein Gläschen Wein ist erlaubt

Also Maß halten im Leben, soziale Kontakte und Bewegung sind die bestimmenden Faktoren. Wer über gute Englischkenntnisse verfügt, mag sich die Webseite der Communities des Blue Zone-Projekts ansehen. Dort wird die Lebensphilosophie von diversen Blue Zone-Projekten in den USA vorgestellt. Ein ganz netter deutschsprachiger Artikel zum Thema Blue Zones und Vitalität im Alter, der quasi einen Kurzexzerpt aus Dan Buttners-Buch wieder gibt, findet sich auf dieser Webseite. Die nachfolgenden Links führen zu Webseiten, die sich ebenfalls mit dem Thema auseinander setzen.

Links
Langes Leben in der Blue Zone
Blue Zones“ und die legendäre Langlebigkeit der Ikarioten
Dan Buettner: Wie wird man älter als 100? Transcript (deutsch)
Hundertjähriger (Wikipedia)
Das Geheimnis der 100-Jährigen (leider gelöscht)
Wie wird man steinalt?
Anti-Aging-Tricks aus Okinawa – So werden Sie 100 Jahre
Die Insel der Unsterblichkeit
Altersforschung – Das Geheimnis der Sarden
Der Roseto-Effekt – Wie wir unser Leben verlängern können
Nicoya in Costa Rica
Altersforschung: Wo die Hundertjährigen wohnen
Die Hochburgen der 100-Jährigen


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