Mate-Tee: Wundermittel oder Finger weg?

Mate-Tee wird auch hierzulande immer populärer – und es werden ihm wahre Wunderdinge nachgesagt: Vom Schlankmacher bis hin zum Schutz gegen Krebs wird der Tee gepriesen. Aber stimmt das wirklich?


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Mate-Tee ist ein Aufguss aus den klein geschnittenen Blättern des Mate-Baumes und ist in Südamerika verbreitet (siehe Wikipedia). Zu Mate-Tee gibt es eigene Webseiten, wie diese, auf denen der ‘Trank der Götter’ angepriesen wird und wo man wahre Wunderdinge lesen kann (die eingeblendete Werbung ist nervig, kann aber über ein x in der linken oberen Ecke des Werbefensters geschlossen werden). Dort erfährt man auch, dass es grünen und gerösteten Mate gibt. Beim Rösten über Feuer wird die Fermentation der Blätter unterbunden – es bilden sich die gewünschten Aromastoffe. Die Blätter und Stängel werden dann oft zerkleinert und als Pulver oder grob gemahlen in Form von Teemischungen angeboten.

Wie war das mit dem Schlankmacher?

In der Wikipedia lässt sich auch nachlesen, dass dem Mate-Tee traditionell eine leistungssteigernde und hungerstillende Eigenschaften angedichtet wird. Mate-Tee gilt als „Schlankmacher“, falls er eine Stunde vor den Mahlzeiten eingenommen wird. Aber wirklich belastbare wissenschaftliche Studien, die eine schlank machende Wirkung von Mate-Tee belegen, gibt es meines Wissens nicht.

Und wie ist das mit dem Krebsschutz?

Dem Mate-Tee wird auch ein Schutz vor Krebs zugesprochen. Aber auch hier sollte man genau hin schauen. Es gibt zwar eine Studie  der Universität Illinois, aus 2012, wo man Darmkrebszellen mit Mate-Tee eindämmen konnte. Aber das fand nur im Labor statt – ein Nachweis des Schutzes vor Krebs am Menschen fehlt nach wie vor.

Im Gegenteil: Mate-Tee wird sehr heiß (80 Grad) getrunken. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit von Speiseröhren –Krebs und Krebs der Mundschleimhäute bzw. der Zunge. Und noch etwas: Mate-Tee enthält meist hohe Anteile von PAK (Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) und Benzo(a)pyrene, die als krebserregend bekannt sind. Blasenkrebs, Speiseröhrenkrebs und auch Lungenkrebs werden diesen Inhaltstoffen zugeschrieben.

Die PAK-Anteile geraten wohl durch die Rauchtrocknung des Mate-Tees in die Blätter. Die Empfehlung ist, auf grünen Mate-Tee auszuweichen und diesen nicht heißer als 60 Grad zu trinken – sofern man Fan dieses Getränks ist.

Neben diesem Wikipedia-Artikel zu Mate-Tee gab es am 21. März 2017 einen Beitrag zu Mate-Tee in der Gesundheitssendung Visite. Die betreffende Seite samt dem Video der Sendung lässt sich auf dieser ARD-Seite abrufen.

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