106 Jahre alter Früchtekuchen in Antarktis entdeckt

Das ist ja mal eine Nachricht: Neuseeländische Wissenschaftler haben beim Konservieren von Fundstücken einer Antarktishütte einen perfekt erhaltenen Früchtekuchen, vermutlich aus der Expedition des Briten Robert Falcon Scott von 1910/1911 gefunden. Der Kuchen kann damit auf ein sagenhaftes Alter von 106 Jahren zurückblicken. Der Kuchen wäre wohl noch genießbar gewesen …


Anzeige

Früchtekuchen, alleine bei diesen Wort läuft mir schon das Wasser im Munde zusammen. Ich liebe Früchtekuchen – allerdings nur selbstgebacken von meiner besten Hälfte. Und es gibt ein jährliches Ritual: Irgendwann so im späten August kommt von mir die Frage ‘gibt es nicht eigentlich schon bald Weihnachtsgebäck?’. Ab diesem Zeitpunkt habe ich dann Aldi-Verbot – also schiebe ich so Ende September die Frage nach ‘und Früchtekuchen könnten wir auch mal wieder backen’.

Ich muss dann etwas insistieren, aber irgendwann finden sich Feigen, Datteln und so weiter in unserem Vorratsraum. Und so in der Vorweihnachtszeit steht dann irgendwann das Herstellen der Früchtekuchen an. Es werden so drei Stollen, die in Backpapier eingeschlagen in Metalldosen gepackt werden. Weil der Vorrat ein ganzes Jahr halten muss, spare ich mir die Kuchen bis weit über Weihnachten auf. Und dann gibt es die nächsten Dialoge: ‘Da ist noch Früchtekuchen – Du isst den ja nicht, ich backe dir dieses Jahr keinen mehr”’. Also wird noch mehr gespart – und irgendwann schneide ich den Früchtekuchen an. Himmlisch, das erste Stück Früchtekuchen im Jahr – meist so im Februar bis März – zu einem schönen Espresso.

Zu Beginn sind die Stücke noch einen Daumen dick – ist der letzte Stollen angebrochen, werden die Scheiben in Mikroschnitten abgesäbelt – man muss ja möglichst lange mit dem Früchtekuchen kommen. Dieses Jahr habe ich es geschafft, die Essperiode – begleitet von ‘dieses Jahr gibt es keinen Früchtekuchen, Du hast ja immer noch von dem Zeug’ – bis Anfang Mai auszudehnen. Ist nun bald an der Zeit erneut zu insistieren ‘wann gibt es denn wieder Früchtekuchen?’. Dieses Spiel wiederholt sich – ich möchte nicht sagen ‘seit 42 Jahren’ aber gut seit 10 Jahren immer wieder. Daher hat mich die folgende Geschichte sofort elektrisiert …

Früchtekuchen aus der Antarktis

Es gibt den britischen Antarktic Heritages Trust, eine Stiftung, die sich der Erforschung und Erhaltung der Hinterlassenschaften historischer Antarktis-Expeditionen widmet. Und dessen neuseeländische Forscher haben in einer entlegenen Hütte in der Antarktis einen 106 Jahre alten Früchtekuchen gefunden. Die Konservatoren haben den Fund im dem Twitter-Kanal des Antarktic Heritages Trust bekannt gegeben. Der folgende Tweet zeigt den in Papier eingewickelten Kuchen, der in einer Blechdose steckte.

Der Kuchen wurde von vom Backwarenhersteller Huntley & Palmers Biscuit Company gebacken und befand sich vermutlich im Proviantvorrat der 1910 begonnenen und 1913 tragisch endenden Terra Nova-Expedition des Briten Robert Falcon Scott zum Südpol (Scott musste feststellen, dass der norwegische Polarforscher Roald Amundsen ihm einen Monat zuvor gekommen war). Aufzeichnungen zeigen, dass Scott genau diese Kuchen im Proviantvorrat dabei hatte.

Entdeckt wurde der Kuchen in einer 1899 erreichten Hütte am Kap Adar (Antarktis). In dieser Hütte überwinterte das Team von Robert Scott 1911. Die untersuchenden Wissenschaftler berichteten, dass der Kuchen noch perfekt aussah und wohl für noch genießbar gehalten wird. Auf eine Kostprobe hat man aber, aus ethischen Gründen, verzichtet. Der Kuchen und weitere Ausstellungsstücke sollen konserviert und wieder zur Hütte zurück gebracht werden. Ziel ist es, dass Besucher die konservierten Exponate vor Ort, in der Hütte, besuchen können.


Werbung

Bei Interesse finden sich beim Deutschlandfunk, beim Österreichischen Standard, beim WDR, bei Spiegel Online und einigen anderen Zeitungen weitere Artikel. Der Original englischsprachig Beitrag findet sich beim Antartic Heritage Trust, ein weiterer Beitrag mit Infos zur Expedition von Scott, der an Hunger, Kälte und Entkräftung starb, wurde auf der US-News-Seite Gizmodo veröffentlicht.


Cookies blockieren entzieht uns die Finanzierung: Cookie-Einstellungen

Anzeige


Dieser Beitrag wurde unter Essen abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.