Ist das Voynich-Manuskript entschlüsselt?

Vor einigen Wochen bin ich auf die Meldung gestoßen, dass das Voynich-Manuskript (mal wieder) ‘entschlüsselt’ worden seit. Es ist ein faszinierender Stoff, auf den ich erst durch diese Meldung aufmerksam wurde. Hier ein paar Hintergrundinformationen zum Voynich-Manuskript und dessen Geschichte der ‘Entschlüsselung’.


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Beim Voynich-Manuskript handelt es sich um ein in einer Geheimschrift auf Pergament verfasstes Buch, welches zwischen 1400 und 1500 nach Christus entstanden zu sein scheint. Bisher sind alle Versuche, diese Geheimschrift zu entschlüsseln, gescheitert. Alle paar Jahre findet sich eine Meldung, das jemand das Manuskript entschlüsselt haben will. Kürzlich gab es die Nachricht, dass das Voynich-Manuskripts erneut entschlüsselt worden sei. Das war für mich der Anlass, das Thema in einem Blog-Beitrag aufzugreifen. Blog-Leser/-innen, die das Thema bereits kennen,  können den Beitrag ja überspringen.

Die Geschichte des Voynich-Manuskripts

Die Geschichte des Voynich-Manuskripts liest sich wie ein moderner Krimi. Das Manuskript soll sich einmal im Besitz des Kaisers Rudolf II. des Heiligen Römischen Reichs befunden haben. 1962 datierte ein Expertenteam die Handschrift aufgrund von Material und Schreibstil auf etwa 1500 n. Chr. 2009 wurden an Instituten in Chicago und Arizona kleinste Proben von vier verschiedenen Seiten untersucht. In einer Radiokarbonanalyse konnte das Alter des verwendeten Pergaments mit großer Wahrscheinlichkeit auf den Zeitraum zwischen 1404 und 1438 bestimmt werden.

Die Folge der Vorbesitzer konnte bislang nur lückenhaft und nicht mit Sicherheit ermittelt werden. Aus dem kaum leserlichen und wohl nicht eigenhändigen Namenseintrag Jacobj ’a Tepenece auf der ersten Manuskriptseite lässt sich schließen (Echtheit vorausgesetzt), dass der böhmische Hofpharmazeut Jakub Horčický z Tepence das Exemplar zur Lektüre in Händen hatte oder sogar sein Eigentümer war. Dieser Eintrag müsste erst nach 1608 entstanden sein. In einem mit dem Manuskript gefundenen Brief schreibt dessen vermeintlicher Verfasser, der spätere Besitzer Johannes Marcus Marci, das Rudolf II. von Habsburg, Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, Gerüchten zufolge Besitzer dieses Manuskriptes gewesen sei. Er habe es für die damals hohe Summe von 600 Dukaten einem unbekannten Händler abgekauft.

Der nächste bekannte Besitzer war nach dem Begleitbrief Georg Baresch, der zu Beginn des 17. Jahrhunderts in Prag lebte. Dieser versuchte die Entschlüsselung, scheiterte aber. Bei Wikipedia findet sich ein detaillierterer Abriss der Abfolge der Vorbesitzer.

Im Jahr 1912 erwarb der amerikanische Antiquar und Büchersammler Wilfrid Michael Voynich, zusammen mit etwa 30 anderen wertvollen Manuskripten, ein Buch, welches in einer Geheimschrift verfasst war. Michael Voynich ist damit der Namensgeber des Manuskripts. Laut Wikipedia schrieb Voynich zur Entdeckung:

“Im Jahre 1912 […] stolperte ich über eine sehr bemerkenswerte Sammlung kostbarer illuminierter Handschriften. Jahrzehntelang waren sie in Kisten begraben gewesen, wo ich sie in einem alten südeuropäischen Schloss fand. Die Sammlung war dort anscheinend infolge der politischen Unruhen des frühen 19. Jahrhunderts untergebracht worden. […] Während ich die Handschriften in Hinblick auf einen Ankauf wenigstens eines Teils der Sammlung untersuchte, wurde meine Aufmerksamkeit von einem Band besonders angezogen. Es war ein so hässliches Entlein, verglichen mit den anderen, mit Gold und Farben reich verzierten Manuskripten, dass meine Neugier sogleich erregt war. Ich stellte fest, dass es vollständig in einer Geheimschrift geschrieben war. […] Dass ein Manuskript des 13. Jahrhunderts vollständig in Geheimschrift verfasst war, überzeugte mich von dessen außerordentlicher Bedeutung, da meines Wissens dergleichen in so früher Zeit nicht existierte, weshalb ich es den zu erwerbenden Manuskripten hinzufügte.“

Das Manuskript befindet sich seit 1969 unter Katalognummer MS 408 im Bestand der Beinecke Rare Book and Manuscript Library der Yale University (siehe auch). Ein netter Artikel zum Buch, was noch niemand lesen kann, findet sich in der Online-Ausgabe der Welt.

Was steht nun im Voynich-Manuskript

Das Voynich-Manuskript hat die Form eines Kodex, also eines Buches, das aus mehreren Lagen von Pergament-Blättern zusammengeheftet ist. Das Manuskript bestand ursprünglich aus (mindestens) 20 Lagen, von denen zwei (16 und 18) heute verloren sind.


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Voynich-Manuskriptseite
(Seite aus dem Voynich-Manuskript)

Eine Abbildung des Manuskripts kann als PDF-Dokument von dieser Webseite herunter geladen werden. Das Manuskript enthält eine große Zahl von in Tinte ausgeführten und kolorierten Abbildungen. Zusätzlich weisen die Seiten einen in einer Geheimschrift verfassten Text auf. Da der Text verschlüsselt ist, stützt sich die folgende Gliederung des Inhalts nur auf die Art der Illustrationen.

  • Kräuterkundliche Sektion
  • Astronomische Sektion
  • Anatomisch-balneologische Sektion
  • Kosmologische Sektion
  • Pharmazeutische Sektion
  • Rezepte und Schlüssel

Der Text insgesamt umfasst etwa 170.000 einzelne Glyphen (Schriftzeichen). Die Wikipedia erläutert die Versuche der Entschlüsselung des Manuskripttexts. Ein paar Informationen (Englisch) zum Manuskript finden sich auch auf dieser Webseite sowie hier.

Die amerikanischen Botaniker, Arthur O. Tucker und Rexford H. Talbert, glauben, dass das Voynich-Manuskript Pflanzen mittelamerikanischer Herkunft zeigt und in einer Azteken-Sprache verfasst sei. Dann gibt es einen Linguisten Stephen Bax, der auch eine Theorie entwickelt hat. Zu beiden Fällen lassen sich hier (und hier in Englisch) ein paar Informationen nachlesen. Auch der Focus hat in seiner Online-Ausgabe einen Artikel zum Thema.

Auf dieser Webseite behauptet eine Jutta Kellner das Manuskript entschlüsselt zu haben und sucht auf diesem Wege ‘Sponsoren’, um ihre weitere Arbeit an der Entschlüsselung zu finanzieren. Zur Kurzweil ganz lesenswert – Kommentare dazu finden sich u.a. hier sowie (in Englisch) hier und hier.

Eine weitere Theorie russischer Experten ist hier (und hier in Englisch) beschrieben. Diese glauben, dass das Buch in zwei Sprachen, Englisch und Deutsch verfasst wurde, einzelne Seiten aber in Latein oder Italienisch verfasst wurden.

Die neueste Meldung stammt wohl vom September 2017. In diesem Text behauptet Nicholas Gibbs den Text entschlüsselt zu haben. Bei Interesse, ein deutschsprachiger Artikel, der die Analysen von Gibbs zusammen fasst, findet sich hier (und hier gibt es einen Kurzbeitrag). Englischsprachige Beiträge zu dieser Arbeit finden sich hier und hier.  Interessante Gedankengänge zur Person Nicholas Gibbs gibt es hier – und Klaus Schmeh macht sich hier ein paar Gedanken (leider in Englisch) zum Thema.

Fazit: Das Voynich-Manuskript ist ein spannendes Thema, was wohl auch in Zukunft noch häufiger ‘gelöst’ bzw. dechiffriert werden wird. Vielleicht hat es ja auch bei Ihnen Lust auf eigene Forschungen geweckt. 


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1 Antwort zu Ist das Voynich-Manuskript entschlüsselt?

  1. Nikolai sagt:

    Ich habe das Manuskript des Voynich entschlüsselt und ein positives Ergebnis erhalten.
    Es gibt einen Schlüssel, um das Manuskript des Voynich zu verschlüsseln. Der Schlüssel zur Handschrift-Chiffre wird in das Manuskript gelegt. Es wird im gesamten Text platziert. Ein Teil der wichtigsten Hinweise auf dem Blatt platziert 14. Mit seiner Hilfe gelang es, mehrere Dutzend Wörter zu übersetzen, die vollständig dem Thema der Abschnitte entsprechen.
    Das Manuskript des Kriegers ist nicht buchstabiert. Das steht unter Zeichen. Zeichen ersetzen die Buchstaben des Alphabets einer der alten Sprachen. Außerdem gibt es 2 Verschlüsselungsebenen im Text. Ich Verstand den Schlüssel, mit dem Sie im ersten Abschnitt die folgenden Worte Lesen können: Hanf, hanfkleidung; Essen, Essen (Blatt 20 nach der Nummerierung im Internet); reinigen (Darm), wissen, vielleicht Wunsch, trinken, süßes Getränk (Nektar), Reifung (Reife), zählen, glauben (Blatt 107); trinken; sechs; blühen; wachsen; gesättigt; Erbsen; süßes Getränk, Nektar usw. Es sind nur kurze Worte, 2-3 Zeichen. Wörter mit mehr als 2-3 Zeichen müssen Kenntnisse dieser alten Sprache. Tatsache ist, dass einige Zeichen zwei Buchstaben bedeuten. Schließlich kann ein Wort, das aus drei Zeichen besteht, bis zu sechs Buchstaben aufnehmen. Drei Buchstaben extra. Natürlich ohne Kenntnisse dieser Sprache machen es sehr schwierig, auch mit dem Wörterbuch.
    Wenn Sie interessiert sind, bin ich bereit, weitere Informationen zu senden, einschließlich Scans von Seiten mit übersetzung von Wörtern.
    Und das wichtigste. Im Manuskript gibt es Informationen über den “Heiligen Gral”.
    Nikolai.

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