Musik zum Sonntag: Driver’s Seat – Sniff ‘n’ The Tears

Zum zweiten Advent habe ich noch einen netten Song mitgebracht, der die graue Dezember-Stimmung weg bläst: Driver’s Seat von der britischen Gruppe Sniff ‘n’ The Tears. Lässt die Zeitmaschine fast 40 Jahre zurück laufen, wo wir Samstag-Nacht noch die Welt aus den Angeln heben wollten – heute zwickt ja das Kreuz bei so etwas …


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Der Titel Driver’s Seat ist mit Abstand der größte internationale Erfolg der britischen Band Sniff ‘n’ The Tears. Der Song handelt zwar vom Fahrersitz (Driver’s Seat), thematisiert aber eher das Ende einer Beziehung und die damit einhergehenden Probleme (siehe die Lyrics). Das Stück hatte eigentlich das Potential, ein richtiger Kracher zu werden – ich höre das Stück immer noch gerne – aber für die Band entwickelte sich das Ganze zu einer recht tragischen Geschichte.

Die erste Version – nur ein Demo

Eine frühe Version dieses Songs wurde 1973 von Sänger/Gitarrist Paul Roberts, für seine damaliger Band Ashes of Moon, für ein französisches Label vorgeführt. Diese Band löste sich jedoch auf Anregung des Schlagzeugers Luigi Salvoni auf, und Roberts reformierte sie zu Sniff n’ the Tears mit den Gitarristen Laurence “Loz” Netto und Mick Dyche sowie dem Bassisten Chris Birkin um. Sie kauften das Demo-Tape und unterschrieben 1977 beim Londoner Indie-Label Chiswick.

Die Premiere ging 1978 in England schief

Die erste Präsentation dieses Liedes fand bei der britischen Fernsehsendung Top of the Pops statt. Für die Band entwickelte sich das Ganze jedoch zum Desaster. Die betreffende Single konnte auf Grund von Unstimmigkeiten mit dem Verleger zunächst nicht vermarktet werden.

Zum Hintergrund: Die Bank wurde als Ersatz für die Gang of Four in Top of the Pops angeheuert. Normalerweise wäre das eingängige Lied richtig eingeschlagen. Aber das Londoner Indie-Label Chiswick wollte die Single bei EMI pressen lassen. In der Woche nach dem Auftritt der Gruppe gab es aber einen Streik im EMI-Presswerk. In der Folge konnten die Leute vier oder fünf Wochen die Single Driver’s Seat nicht kaufen.

Dann kam 1979 der Erfolg

Nach Tourneen in den USA, Deutschland und anderen Ländern entwickelte sich der Song doch noch zum Hit. In den USA erreichte Driver’s Seat sogar Platz 15 in den Hot 100-Titeln des Jahres 1979. Auch der japanische Autohersteller Nissan verwendet das Lied mehrfach in der Werbung (Nissan Micra 1991 Version, Nissan Maxima 1991 Version).

Auf geht’s

Genug geschwätzt: Die Haare nach hinten gegelt, in hautenge Röhren-Jeans und Cowboy-Stiefel gezwängt und dann auf den Driver’s Seat aus Kunstleder (des Opel Manta oder Ford Capri) geschwungen, um am Samstag durch die Nacht zu cruisen.

Wie, die Haare haben sich arg gelichtet? Die Cowboy-Stiefel zwicken und kneifen und die Röhren-Jeans ist zu eng? Mit schwingen ist auch nix, denn in den Manta kommt man mit den alten Knochen auch nicht mehr?


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Egal, dann einfach die Augen schließen und 38 Jahre zurück beamen, das obige Beiwerk dazu denken und dann auf dem Driver’s Seat nochmals durch die Samstag-Nacht cruisen …

(Quelle: YouTube)

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1 Response to Musik zum Sonntag: Driver’s Seat – Sniff ‘n’ The Tears

  1. XCountry sagt:

    Ewig nicht mehr gehört. Super song! :-B
    (Ich hatte den irgendwie in einer längeren Version in Erinnerung).
    ‘Daumen hoch’

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