Voynich-Manuskript per künstlicher Intelligenz analysiert

Heute erneut eine Meldung um das aus dem Mittelalter stammende Voynich-Manuskript. Dieses ist in einer Geheimschrift verfasst und konnte bis heute nicht entziffert werden. Jetzt gibt es wieder eine Meldung, dass man mittels künstlicher Intelligenz weiter gekommen sei.


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Beim Voynich-Manuskript handelt es sich um ein in einer Geheimschrift auf Pergament verfasstes Buch, welches zwischen 1400 und 1500 nach Christus entstanden zu sein scheint. Das Manuskript soll sich einmal im Besitz des Kaisers Rudolf II. des Heiligen Römischen Reichs befunden haben. 1962 datierte ein Expertenteam die Handschrift aufgrund von Material und Schreibstil auf etwa 1500 n. Chr. 2009 wurden an Instituten in Chicago und Arizona kleinste Proben von vier verschiedenen Seiten untersucht. In einer Radiokarbonanalyse konnte das Alter des verwendeten Pergaments mit großer Wahrscheinlichkeit auf den Zeitraum zwischen 1404 und 1438 bestimmt werden.

Voynich-Manuskriptseite
(Seite aus dem Voynich-Manuskript)

Bisher sind alle Versuche, diese Geheimschrift zu entschlüsseln, gescheitert. Alle paar Jahre findet sich eine Meldung, das jemand das Manuskript entschlüsselt haben will. Kürzlich gab es die Nachricht, dass das Voynich-Manuskripts erneut entschlüsselt worden sei. Ich hatte im Oktober 2017 im Artikel Ist das Voynich-Manuskript entschlüsselt? einen Abriss des aktuellen ‘Forschungsstands’ gegeben.

Künstliche Intelligenz zur Entschlüsselung

Vor ein paar Tagen bin ich auf einen englischsprachigen Artikel gestoßen, der das Thema erneut aufgreift. Greg Kondrak, ein Experte für natürliche Sprachverarbeitung an der University of Alberta, hat das Ganze als eine perfekte Aufgabe für die künstliche Intelligenz verstanden. Mit Hilfe seines Doktoranden Bradley Hauer haben die Informatiker den Ansatz versucht, mit künstlicher Intelligenz (KI) den Code des Voynich-Manuskripts zu knacken.

Der erste Schritt war, die Sprache des verschlüsselten Textes herauszufinden. Zu diesem Zweck hat ein KI-Programm den Text der “Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte” studiert. Dieser Text liegt in 380 verschiedenen Sprachen vor. Dadurch konnte das KI-Programm lernen, nach Mustern zu suchen. Nach diesem Training analysierte die KI das Voynich-Kauderwelsch.

Das Ergebnis: Der Text soll (mit hoher Wahrscheinlichkeit) in der hebräischen Sprache (aber verschlüsselt) geschrieben sein und die Buchstaben sind in einem festen Muster angeordnet. Das hat die Forscher Kondrak und Hauer verblüfft, denn diese gingen davon aus, dass das Manuskript aus dem Arabischen entstanden sei.

Allerdings: Die Forscher wissen immer noch nicht, was das Manuskript von Voynich bedeutet. Sprich, die Entschlüsselung des Text ist noch nicht gelungen. Lediglich der erste Satz ‘ie gab einem Priester, dem Hausherren, mir und anderen Menschen Empfehlungen.’ ist angeblich bekannt – wie man z.B. hier nachlesen kann. Man ist nun optimistisch, dass jetzt die Voraussetzungen dafür geschaffen sind, dass sich weitere Experten an der Untersuchung beteiligen können. Ein paar weitere Ausführungen finden sich z.B. auch hier. Ich werde womöglich noch ein paar Blog-Beiträge zum Thema verfassen können.


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