Proxima Centauri: Strahlungsausbrüche grillen Planeten

SonneneruptionenHeute noch ein kurzer Beitrag aus der Welt der Astronomie. Forscher haben 2017 einen heftigen Sonnensturm auf unserer Nachbarsonne Proxima Centauri beobachtet, der alles in den Schatten stellt, was wir von unserer Sonne kennen. Das hat auch Auswirkungen auf den im Proxima Centauri-System nachgewiesenen Planeten in der habitablen Zone.


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Wir stöhnen aktuell in Mitteleuropa zwar über eine Kältewelle. Aber neben dem Wetter auf der Erde gibt es auch Weltraumwetter. Dieses wird u.a. durch die eigene Sonne und deren Strahlungsausbrüche (Sonneneruptionen) geprägt. Auf der Erde erleben wir dann die sogenannten Sonnenstürme, magnetische Phänomene, auf Grund der vom Strahlungsausbruch ausgesandten elektrischen Teilchen, die zu Störungen von Satelliten, des Flugverkehrs, von Funkübertragungen oder sogar Überlandleitungen führen können.

Sonneneruptionen
(Sonneneruptionen, Quelle: Pixabay WikiImages, CC0 Lizenz)

Eine gute Beschreibung der Entstehung von Sonnenstürmen, als Folge von Sonneneruptionen (Flares), findet sich auf dieser Webseite.

Proxima Centauri: Dreifachsystem mit Planet

Proxima Centauri ist der zu unserer Sonne am nächsten gelegene Nachbarstern (Entfernung von 4,24 Lichtjahre). Diese Sonne ist als Roter Zwerg kleiner als unsere Heimatsonne, gehört aber zu einem System von drei Sternen.


(ESO/ M. Kornmesser – künstlerische Darstellung des Planeten)

Zudem wurde 2016 ein Planet Proxima Centauri b mit einer Größe von 1,2 Erdmassen und einer Umlaufzeit von 11,19 Tagen mit hoher Wahrscheinlichkeit nachgewiesen. Es ist ein erdähnlicher Planet in der sogenannten habitablen Zone – ich hatte darüber im Artikel Die zweite Erde in unserer Nachbarschaft? berichtet. Proxima Centauri ist also ein dankbares Objekt für Beobachtungen durch Astronomen.

Strahlungsausbruch auf Proxima Centauri

Auf Wikipedia kann man aber nachlesen, dass dieser Planet zwar Oberflächentemperaturen um den Gefrierpunkt aufweisen soll. Aber es wird eine gebundene Rotation vermutet, so dass eine Seite der Sonne immer zugewandt ist (wie beim Erdmond). Im Wikipedia-Artikel wird darauf hingewiesen, dass Strahlungsausbrüche der Sonne die Oberfläche des Planeten massiv erodieren – Leben ist dort kaum möglich.


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Vom 21. Januar 2017 bis zum 25. April 2017 wurde Proxima Centauri einer Beobachtungsreihe unterzogen. Am 24. März 2017 beobachteten Astronomen ein sogenannte Flare (Sonneneruption) gigantischen Ausmaßes. Die Ergebnisse dieser Beobachtungen wurden vor einigen Tagen hier veröffentlicht. Das gesamte Ereignis dauerte ca. 1 Minute, wobei der Stern für ca. 10 Sekunden die tausendfache Leuchtkraft gegenüber dem Ruhezustand erreichte.

Die Wissenschaftler schreiben, dass Flares dieser Stärke die Atmosphären eines jeden Planeten, der sich in der habitablen Zone befindet, zerstören könnten. Der Planet bekommt also quasi eine tödliche ‘Strahlendusche’ bei jedem dieser Strahlungsausbrüche mit. Ausführlichere Berichte finden sich auf scienexx.de, Spectrum.de und grenzwissenschaft-aktuell.de. Dann schon lieber auf der Erde residieren, trotz momentaner sibirischer Kälte, aber das geht vorbei.

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