Eier: Gesünder als allgemein gedacht?

GesundheitEier gelten immer noch vielfach als ungesund, erhöhen sie doch angeblich den Cholesterinspiegel. Neue Studien legen nahe, dass Eier sogar eine gesundheitliche Schutzwirkung entwickeln können.


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Bestandteile von Eiern sind in vielen Nahrungsmitteln enthalten. Kein Kuchen ohne Eier und auch in viele Speisen gehört das Ei als Zutat. Das tägliche Frühstücksei dürfte auch so manchem Zeitgenossen munden.

Eier und der Cholesterinspiegel

Aber halt, da gab es doch was? Eier essen ist doch irgendwo ungesund, zumindest wenn man unter einem ‘hohen Cholesterinspiegel’ leidet? Immerhin enthalten 100 Gramm gekochtes Ei 373 mg Cholesterin. Herzinfarkt und schlimmeres droht. Da kann einem das Frühstücksei schon mal im Halse stecken bleiben. Und Ostern ist es für Eier-Liebhaber ganz schlimm?

Das sagt die Deutsche Herzstiftung

Kurz vor Ostern 2017 hat sich die Deutsche Herzstiftung zu diesem Thema zu Wort gemeldet. Es ging um die Fragen: Erhöhen Eier den Cholesterinspiegel und schaden so der Gesundheit? Ab wie vielen Eiern pro Woche wird es bedenklich? Solche Fragen werden der Stiftung häufig gestellt.

„Wie sich Eier genau auf den Cholesterinspiegel auswirken, lässt sich so allgemein nicht beantworten, weil die Cholesterinaufnahme sehr stark von der übrigen Ernährung und anderen Faktoren abhängt und nicht alleine vom Verzehr von Eiern“, sagt der Kardiologe Prof. Dr. med. Helmut Gohlke vom Vorstand der Herzstiftung. Wichtiger wäre, ungesunde gesättigte Fette in Wurst, Speck & Co. zu vermeiden!

Prof. Gohlke zufolge stieg in einer experimentellen Studie zwar pro 100 mg täglicher Cholesterinaufnahme durch den Ei-Konsum über mehrere Wochen (ein Ei enthält etwa 250-280 mg Cholesterin) der LDL-Cholesterinspiegel bei jungen Männern um 1,5 mg/dl und bei jungen Frauen um 2,1 mg/dl an. „Die Auswirkung auf den Serum-Cholesterinspiegel ist jedoch stark von der übrigen Ernährung abhängig. Ein hoher Anteil an mehrfach ungesättigten Fetten in der Ernährung reduziert die Cholesterinaufnahme. Je höher jedoch der Anteil der gesättigten Fette in der Nahrung ist, umso stärker fällt die Cholesterinerhöhung aus. Außerdem verstärken die gesättigten Fette die Gerinnungsaktivität im Blut. Dadurch begünstigen sie die koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt und Schlaganfall“, erläutert Prof. Gohlke.

Gesättigte Fette verstecken sich in erheblichen Mengen z. B. in Fleisch, Speck, Wurst, Schinken und Schweineschmalz. Gesättigte Fette finden sich zwar auch in Milchprodukten, z. B. Käse, aber die gesättigten Fette aus der Milch von Kühen, Schafen und Ziegen werden als eher günstig beurteilt.

Wie viele Eier dürfen es sein?

In einer spanischen Beobachtungsstudie an einem Kollektiv von 14.185 gesunden Universitätsabsolventen (Zazpe I et al. EJCN 2011) konnte auch in der Gruppe der Personen, die mehr als vier Eier pro Woche konsumierten, kein erhöhtes KHK-Risiko gefunden werden.


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In US-amerikanischen Studien (Djoussé L et al. AJCN 2016) wiederum ergab sich ein Zusammenhang zwischen häufigerem Eierkonsum (mehr als vier Eier pro Woche) und einem erhöhten Risiko für Diabetes; dieser Zusammenhang bestand jedoch nicht für Studien, die außerhalb der USA durchgeführt wurden. „Dies lässt vermuten, dass die gängige und beliebte Zubereitung der Eier in den USA zum Beispiel mit Speck möglicherweise eine größere Rolle spielt als das Ei selber.“

Wer sich daher herzgesund ernähren möchte, legt am besten die Betonung seiner Ernährung auf Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Geflügel, Fisch, Hülsenfrüchte, Raps- und Olivenöl (kein Kokosnuss- oder Palmöl) und Nüsse – gemäß dem Ernährungskonzept der Mittelmeerküche (www.herzstiftung.de/kochbuch.php). „Diese abwechslungsreiche Ernährung erfüllt am ehesten diese Charakteristika, ohne dass man sich besonders um die genannten Einzelkomponenten kümmern muss.“

Eier können die Gesundheit fördern

Chinesische Forscher berichten im Fachmagazin Heart von einer erstaunlichen Erkenntnis. Man hat 500.000 Menschen 9 Jahre lang begleitet. Dabei wurde dokumentiert, wer am Herz erkrankte und an einer Herzkrankheit verstarb. Zu hohe Cholesterinwerte gelten ja als Ursache für Herzerkrankungen und Herzinfarkte.

Das Ergebnis der Studie überraschte: Die Teilnehmer mit dem größten Konsum an Eiern (ca. 5 Eier pro Woche) hatten ein 11% geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, verglichen mit den Personen, die nur bis zu zwei Eier pro Woche aßen.

Auch das Schlaganfall-Risiko wurde in Bezug auf den Eierkonsum untersucht. Ergebnis: Mit jedem Ei, das pro Woche mehr gegessen wurde, reduzierte sich das Risiko für einen Hirninfarkt um 8 Prozent.

Aber auch hier muss gesagt werden: Es sind nur Anhaltspunkte, unklar ist, ob die anderen Lebensgewohnheiten der Teilnehmer einen Einfluss haben (siehe auch die obigen Hinweise). Für Liebhaber von Eiern an dieser Stelle mein Verweis auf diesen deutschsprachigen Artikel, wo noch weitere Studien in Sachen ‘Eier sind gesund’ erwähnt werden. Abschließend noch ein Wort unseres längst verstorbenen Bundeskanzlers Ludwig Erhard: ‘Maßhalten’ …


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