Londoner Fettberg: Ist das Kunst, oder kann das weg?

An Kunst streiten sich ja bekanntlich die Geister. Für die Einen eine Bereicherung, ist für die Anderen oft nur ein Ärgernis, was kopfschüttelnd zur Kenntnis genommen oder als zu beseitigen gefordert wird. Jetzt gibt es eine neue Facette: Im Internet kann man dem Londoner 'Fettberg' beim Schimmeln zusehen.


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Die Fett-Skandale des Joseph Boys

Erinnern Sie sich noch die Skandale der Fettkunst von Joseph Boys? Mir war nur hängen geblieben, dass eine 'Putzfrau' mit viel Reinigungsmittel einer seiner Installationen zu Leibe rückte. Aber bei einer Recherche musste ich feststellen, dass es sogar zwei Fettskandale gab.

  • Relative unbekannt ist 'die entfernte Fettecke', die 1986, 9 Monate nach Beuys' Tod von einem Hausmeister entfernt wurde (siehe Wikipedia).
  • Bekannter ist der 'Skandal' um die Badewanne von Joseph Beuys. Ich war der Meinung, dass eine Reinigungskraft die Badewanne geschrubbt habe. Es waren aber wohl zwei Damen eines Leverkusener SPD-Ortsvereins, die eine Schüssel zum Gläserspülen suchten. Diese entdeckten die mit Heftpflaster, Mullbinden und Fett drapierte Wanne und schrubbten sie für ihre Zwecke entsprechend sauber.

Die Statt Wuppertal, der Leihnehmer des Kunstwerks, musste später für die zerstörte 'Badewanneninstallation' eine Entschädigung von 58.000 DM zahlen (siehe auch).

Der Londoner Fettberg

2017 verstopfte ein Fettberg mit einer Länge von ca. 250 Metern und rund 130 Tonnen Gewicht die Londoner Kanalisation im Stadtteil Whitechapel (siehe). Ende 1977 hat ein Teil dieser unansehnlichen Masse aus Feuchttüchern und Fett den Weg ins Museum gefunden. Wegen der 'hygienischen' Problematik musste der 'Fatberg' aber aus der Ausstellung entfernt und ins Archiv des Museums of London verlagert werden.

(Quelle: YouTube)

Damit die Leute den Fettberg weiter beobachten können, hat man sich entschlossen, ein Videobild des Fatbergs als sogenannten Live-Stream ins Internet zu stellen. In obigem Video ist der Fettklumpen zu 'bewundern'. Das Museum of London schreibt, dass der Fettklumpen zu gammeln anfängt. Fliegen waren an dem Teil und jetzt bildet sich ein grüner (giftiger) Schimmelüberzug. Den kann man nun, nicht nur als Londoner, im Internet bewundern. Nun ja, die Briten sind ja für lustige Späßchen, einschließlich Brexit berüchtigt. Und ein Gutes hat die Sache: Im Quarantänebereich des Museums kommt eher keine Reinigungskraft auf die Idee, das Teil zu entsorgen oder dem Schmutz mit Schrubber und Putzmittel auf den Leib zu rücken. (via)


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