Basmatireis im Test: Viele mangelhaft, einige gut

Basmatireis ist bei Konsumenten recht beliebt und gilt in Asien als ‘edelste der Reissorten’. Im Handel gibt es den Reis von verschiedenen Anbietern – auch im Kochbeutel. Stiftung Warentest hat Basmatireis getestet, um herauszufinden, wie gut diese edle Reissorte noch ist. Es gab fünf Gut, aber auch sechs Mangelhaft.


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Basmatireis zählt laut dieser Alnatura-Seite zu den Duftreissorten und wird in den Bergen, vornehmlich im Himalajagebiet, angebaut. Der Reis ist geschält und geschliffen, sowie als Vollkorn – lose, vorgekocht für die Mikrowelle und im Kochbeutel erhältlich. 

Reis, Nudeln, Kartoffeln und Salz - Gott erhalts
(Reis, Nudeln, Kartoffeln und Salz – Gott erhalt’s, Quelle: Pexels/Pixabay, CC0)

Die Stiftung Warentest wollte wissen, wie gut dieser Reis ist und hat insgesamt 31 Proben Basmatireis getestet, u.a. Produkte folgender Anbieter (siehe):

  • Ahama Basmati Reis
  • Aldi Nord Bon-Ri Basmati Reis
  • Aldi Süd Le Gusto Basmati Reis
  • Alnatura Basmati Reis weiß,
  • Bio Atry Basmati Reis
  • Basmati Reis (Neuss & Wilke)
  • Bio Company Basmati Reis,
  • Bio Davert Echter Basmati Reis,
  • Bio Edeka Gut & Günstig Indischer Basmati Reis
  • Fair East Basmati Reis
  • Kaufland K-Classic Traditioneller Basmati Reis
  • Lidl Golden Sun Traditioneller Basmati Reis
  • Netto Marken-Discount Satori Asian Style Basmati Reis
  • Oryza Spezialität Himalaya Basmati
  • Real Tip Basmatireis
  • Tilda Pure Original Basmati
  • Edeka Basmati-Reis
  • Netto Rice Market Basmati Reis Langkorn
  • Reis-fit Spezialität Basmati-Reis
  • Uncle Ben’s Kochbeutel Basmati-Reis
  • Alnatura Basmati Reis Vollkorn,
  • Bio Basic Basmati Reis natur,
  • Bio Davert Echter Basmati Reis duftender Vollkornreis,
  • Bio dm Bio Basmati Reis Vollkorn,
  • Bio Netto Marken-Discount Satori Asian Style Basmati-Reis gekocht
  • Rapunzel Himalaya Basmati Reis natur,
  • Bio Oryza Steamed Basmati Original
  • Rickmers bali Premium Parboiled Basmati Reis Express
  • Sawi Basmati Reis
  • Uncle Ben’s Express Basmati-Reis

Das Ergebnis enttäuscht: Laut Stiftung Warentest loben viele Anbieter ihren Basmati auf den Verpackungen etwa als „Spitzenreis“ aus, der eine „erlesene Qualität“ habe, „ausgesprochen aromatisch“ sei und „höchsten Reisgenuss“ biete. Spitzenqualität bei Basmatireis fanden die Tester nur selten, auch der Preis sagt nichts über die Qualität aus.

(Quelle: YouTube/Warentest)

Sehr unterschiedliche Qualität

Laut Stiftung Warentest konnten nur drei Produkte in der kulinarischen Spitzenklasse überzeugen. Sensorisch mangelhaft bewerten die Tester dagegen den Kochbeutel-Reis von Edeka. Dieser ‘ hat nicht den Hauch einer Basmati-Note und schmeckt etwas pappig und leicht dumpf-modrig’, so die Tester. Aber auch ein Produkt erhielt geschmacklich die Note Sehr gut.

Schadstoffbelastung ein Problem

Bedenklich: Insgesamt 11 Produkte erhalten von Stiftung Warentest im Prüf­punkt Schad­stoffe die Note Ausreichend oder Mangelhaft. Gefunden wurden Spuren von Pestiziden, Begasungs­mitteln und einem Schimmelpilzgift. Ein aktuelles Thema bei Reis ist das Fungizid Tricyclazol, ein Pestizid gegen Pilzbefall. Fünf Produkte im Test über­schreiten den seit 1. Januar 2018 geltenden, deutlich nied­rigeren, Grenz­wert für Basmati – allerdings wurden die Reisproben noch in 2017 importiert.


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Die Stiftung schreibt weiter: Zwei Produkte – der weiße Reis von Fair East und der Mikrowellenreis von Netto Marken-Discount – enthalten mehr Rück­stände eines Pflanzen­schutz­mittels als erlaubt und hätten nicht verkauft werden dürfen. Die Gesamt­note lautet daher: Mangelhaft. Auch das Schimmelpilzgift Aflatoxin B 1 fanden die Tester in einigen Produkten – der Grenz­wert wird laut Testbericht zwar nie über­schritten, zwei Proben waren aber hoch belastet.

Zum Schutz vor Schädlingen beim Transport, werden die Reiskörner mit Mitteln wie Phosphan begast. Bei Bioreis ist dies unzulässig. Trotzdem fanden sich in zwei Reisproben mit Biosiegel Rück­stände von Phosphan. Ein weiteres, in der EU nicht zugelassenes, Begasungs­mittel ist Methylbromid. Bei zwei Produkten schließen die Tester aus den Analyse­ergeb­nissen, dass die (bei den Produzenten in Indien und Pakistan) mit Methylbromid begast wurden. Für beide Begasungs­mittel gilt: Gefähr­lich ist nur der Direkt­kontakt mit dem Gas – der abge­packte Reis selbst ist unbe­denk­lich. Die Gase sind aber schlecht für die Umwelt.

Weitere Kritikpunkte

Die Tester stellten fest, dass die Proben nicht sortenrein waren. Sie schreiben: Für Basmatireis gibt es so etwas wie ein Rein­heits­gebot, den „Code of Practice on Basmati Rice“ aus Groß­britannien. Er toleriert 7 Prozent Fremd­reis. Einzig der Reis von Neuss & Wilke hat mit durch­schnitt­lich 9 Prozent zu viele Nicht-Basmati-Körner.

Unschön ist auch, dass der Reis in den Proben oft viel Bruch (das sind kleine gebrochene Reiskörner) enthielt. Basmati darf nur 10 Prozent Bruch enthalten. Die Korn­lese offen­bart: In Kochbeuteln ist doppelt so viel Bruch wie in losem Reis.

Alle Details sind in diesem Artikel von Stiftung Warentest abrufbar, wobei die konkreten Testergebnisse kostenpflichtig sind. Auf dieser Seite werden folgende Reissorten, die mit der Note Mangelhaft bewertet wurden, genannt:

  • Basmati Reis von Neuss & Wilke (weißer Reis, lose verpackt)
  • Basmati Reis von Fair East (weißer Reis, lose verpackt)
  • Basmati-Reis von Edeka (weißer Reis im Kochbeutel)
  • Satori Asian Style Basmati-Reis gekocht von Netto Marken-Discount (Mikrowellenreis)
  • Basmati Reis Vollkorn von Alnatura (Volkornreis, bio)
  • Bio Basmati Reis Vollkorn von dm (Vollkornreis, bio)

Insbesondere die Bio-Produkte von Alnatura und dm haben mich da negativ überrascht. Bei Spiegel Online werden “Le Gusto” (Aldi Süd) und “Satori” (Netto Marken-Discount) als preiswert und mit ‘Gut’ bewertet genannt. Alle Proben für Mikrowellenreis (vorgekocht) wurden geschmacklich als fragwürdig bezeichnet und auch Kochbeutelreis wurde, vor allem wegen des Reisbruchs, bemängelt. Bei Vollkornreis besteht das Problem der Schadstoffbelastung (u.a. mit Arsen, siehe mein Blog-Beitrag Risiko Reis – Arsenverbindungen bisher unbeachtet).


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