Israelischer "Beresheet" Mondlander abgestützt

Es hat leider nicht geklappt, das ambitionierte Mondlandeprojekt einer israelischen Firma, eine unbemannte Sonde weich auf dem Mond zu landen, ist gescheitert. Die Sonde ist gestern abgestützt.


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Weiche Landungen auf dem Erdmond sind seit 1966 gelungen. Die Amerikaner und die Russen sind bereits in den 60er Jahren des vorherigen Jahrhunderts weich mit Sonden auf dem Mond gelandet. Die Amerikaner waren sogar ab 1969 mit Menschen auf dem Mond. China ist seit 2013 weich auf dem Mond gelandet und hat seit 2018 einen Roboter weich auf der Rückseite des Mondes platziert.

Jetzt wollen weitere Nationen auf den Mond und dort weich landen. Indiens Chandrayaan-2-Mission ist wohl verschoben worden (siehe). Aber auch Israel plante eine weiche Landung auf dem Mond. Ich hatte im Blog-Beitrag Israel möchte bald mit “Beresheet” auf dem Mond landen darüber berichtet. Das Projekt ist teilweise privat (als Teil des Wettbewerbs ‘Google Lunar X-Price’ finanziert) und wird von der israelischen Firma SpaceIL durchgeführt.

Der Start erfolgte im Februar mit einer Falcon 9 der US-Firma SpaceX (siehe mein Beitrag Israelischer “Beresheet” Mondlander gestartet und den obigen Tweet). Anschließend wurde die Sonde Beresheet mit einem eigenen Antrieb in Richtung Mond befördert, um dort weich zu landen. Dabei musste die Sonde die Erde mehrfach umkreisen, um genügend Geschwindigkeit für den Flug zum Mond zu erreichen. Daher war die Landung zum 11. April 2019 geplant.

Es hat leider nicht geklappt

Ich hatte es gestern abend gegen 21.45 bereits auf Zeit Online mitbekommen. Dort war ein Artikel mit Live-Video der Landung abrufbar. Benjamin Netanjahu und weitere Prominente wurden im Kontrollraum gezeigt, um der Landung beizuwohnen. Der ständige Ablaus ließ mich erst glauben, dass alles geklappt habe – die 2 Stunden Video habe ich mir nicht angetan. Und dann kam der Ticker: Lander wohl auf dem Mond verloren gegangen.

Die Wikipedia weiß heute schon genaueres – ich habe den englischen Text mal übersetzt und stelle den hier ein.

Am 11. April 2019 versuchte der Lander erfolglos eine Landung auf der Mondoberfläche. Während des Bremsvorgangs bei der Annäherung an den Landeplatz fiel IMU2 (ein Gyroskop der Trägheitsmesseinheit) aus, und die Bodenkontrolle konnte die einzelne Komponente aufgrund eines plötzlichen Kommunikationsausfalls mit dem Netzwerk von JPL nicht zurücksetzen.Als die Kommunikation wiederhergestellt wurde, hatte der Hauptantrieb des Landes bereits längere Zeit nicht mehr funktioniert. Der Raketenmotor wurde nach einem systemweiten Reset wieder in Betrieb genommen, aber die Abstiegseinheit hatte bereits zu viel Höhe verloren, um seinen Abstieg ausreichend zu verlangsamen. Der Lander kam zwar auf der Oberfläche des Mondes an, aber mit einer Geschwindigkeit und einem Winkel, die eine reibungslose Landung nicht erlaubten, was zu einem Totalverlust führte.

Eine Meldung mit Text der Tagesschau gibt es hier. Zeit Online hat hier einen Bericht zum Ereignis – auch SPON ist mit diesem Artikel vertreten. Dort gibt es auch ein Foto, welches wohl beim Abstieg angefertigt wurde.


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Schade für das Projekt und die Leute, die da ihre Energie investiert haben. Auch wenn die weiche Landung missglückt ist, die Firma hat eine Sonde zum Mond gebracht und dort gelandet. Das ist eine großartige Leistung, zu der man nur gratulieren kann.

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