Australien: Selbstfahrende Autos erkennen keine Kängurus

Der schwedische Autobauer Volvo hat bei Tests in Australien herausgefunden, dass seine selbstfahrenden Autos keine Kängurus erkennen, wenn diese auf die Straße hüpfen.


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Selbstfahrende Autos waren 2018 der große Hype, man erwartete quasi täglich, dass diese Fahrzeuge im Alltag eingeführt werden – jedenfalls, wenn man unkritisch den Presseberichten glauben konnte. Einige tödliche Tesla-Unfälle später ist es sehr viel ruhiger um das Thema selbstfahrende Autos geworden. Es wurde erkannt, dass die Kameras und Computer zur Steuerung der Fahrzeuge massive Probleme mit bestimmten Situationen haben. Und noch sind nur wenige selbstfahrende Autos in den USA oder in anderen Teilen der Welt im Testbetrieb unterwegs.

Australien und seine Kängurus

Die Firma Volvo hat selbstfahrende Autos in Australien getestet. Dort gibt es kilometerlange Straßen, die durch den Busch führen. Dort müssen auch Tiere, die auf die Fahrbahn springen, von der Fahrzeugsteuerung erkennt werden. Volvo verwendet dazu eine spezielle Software. Über Twitter bin ich auf ein besonderes Problem aufmerksam geworden.

Gegenüber ABC hat Volvo eingestanden, dass seine Software auf die Straße hüpfende Kängurus nicht sicher erkennen kann. Der Grund ist die hüpfende Fortbewegungsart der Tiere, die das Tiererkennungssystem des Autos komplett versagen lässt. David Pickett, der technischer Leiter von Volvo Australien sagt dazu:

„Wenn das Känguru beim Hopser in der Luft ist, sieht es [für die Erkennungssoftware] so aus, als ob das Tier weiter weg wäre. Landet es auf der Erde, sieht es [für die Erkennungssoftware] näher aus.“

Diese scheinbar ständigen Entfernungswechsel verwirren die Erkennungsautomatik, die dann versagt. David Pickett dazu:

„Wir identifizieren, wie ein Mensch aussieht, indem wir sehen, wie ein Mensch geht, denn es ist nicht nur die eine Art von Mensch – man hat kleine Leute, große Leute, Leute mit Mänteln.

Das Gleiche gilt für ein Känguru. Wenn man sich ein solche Tier ansieht, das am Straßenrand sitzt, am Straßenrand steht, oder in Bewegung ist, sind all diese Formen eigentlich unterschiedlich.”

Das ist ein Problem. Volvo ließ seine Software zur Erkennung großer Tiere zuerst in Schweden an Elchen testen. Vor 18 Monaten wurde das Forschungsteam in das Tidbinbilla Nature Reserve in Canberra, Australien, geschickt. Ziel war es, Kängurus im Hinblick auf die Erkennung zu testen. Und damit stieß man auf dieses australische Problem, welches bisher ungelöst ist.

David Pickett meint, dass das Känguru-Problem zwar die Einführung von fahrerlosen Autos in Australien nicht verzögern würde. Aber in seinen Augen ist es wichtig, das Problem zu lösen, bevor solche Fahrzeuge eingeführt werden. In Australien gibt es mehr als 16.000 Kollisionen mit Kängurus pro Jahr, davon fast 1.000 in der Buschhauptstadt Canberra.


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Rita Excell, Geschäftsführerin der Australian Driverless Vehicle Initiative, sagte, dass Australiens viele unbefestigte Straßen, seine unmarkierten Autobahnen und die riesigen Road-Trains (Lastwagen-Züge mit mehreren Anhängern), die die regionalen Autobahnen in Australien befahren, zu den Herausforderungen für autonome Fahrzeuge gehörten. Also auch hier gilt: Andere Länder, andere Sitten.


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