Klimawandel: Schlimmer als gedacht, Atomkraft keine Lösung

Aktuell ist der Klimawandel in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Neueste Berichte des Weltklimarats decken einen alarmierenden Zustand – die Erde befindet sich im Klimawandel, die Eismassen werden schmelzen. Wer jetzt argumentiert: Atomkraft muss her, liegt allerdings ziemlich falsch – die ist zur Verhinderung des Klimawandels ungeeignet.


Anzeige

Die Experten des Weltklimarats (IPCC) sind alarmiert

Am Mittwoch hat der Weltklimarat (IPCC) in Monaco seinen Report zur Eisschmelze und zu den Ozeanen vorgestellt. Die Experten stellen der Politik ein verheerendes Zeugnis aus. Der Bericht zeichnet eine düstere Zukunft, wenn von Seiten der Politik nicht schnell etwas in Sachen Begrenzung des CO2-Anstiegs unternommen wird.

Eisschmelze
(Eisschmelze, Quelle: Pixabay, freie Nutzung)

Gletscher und anderer Eismassen schmelzen immer schneller, es besteht die Gefahr, dass der Prozess bald irreversibel ist. Die von der Menschheit verursachte Erderwärmung wird die Meere und Eismassen massiv schädigen. Der Meeresspiegel könnte innerhalb von Jahrhunderten um mehrere Meter ansteigen. Küstenregionen würden dann weltweit unbewohnbar werden. Eine Reihe Details lassen sich diesem Artikel sowie in diesem Bericht der Tagesschau nachlesen.

Aber die Atomkraft kann uns retten?

Der menschengemachte Klimawandel ist ein Argument der Atomkraft-Lobbyisten, warum wir jetzt plötzlich ganz viele Atomkraftwerke brauchen. Ich selbst habe mich über viele Jahrzehnte (vom Studium, welches auch Kerntechnik beinhaltete, bis heute) immer wieder mit dem Thema befasst. War ich als junger Ingenieur noch überzeugt, dass man die Probleme ‘in den Griff kriegen könne’. Inzwischen liegen die Erkenntnisse zu Three Mile Island (USA), Tschernobyl (Ukraine) und Fukushima (Japan) vor, die mir zeigen, dass die Annahmen von uns Ingenieuren immer von der Wirklichkeit überholt wurden. Und ich musste feststellen, dass wir im Studium ziemlich doof bezüglich Reaktortechnik gehalten wurden – da wurde beschönigt und geglättet (möglicherweise, weil man es selbst nicht besser wusste).

Daher bin ich ganz froh, dass Deutschland den Ausstieg aus der Atomenergie beschlossen hat – obwohl wir eine riesige Hypothek an Altlasten mit dem ‘Atomabfall’ vor uns her schieben. Es macht mich dann jedes Mal fassungslos, wenn ich wieder einmal einen Lobby-Artikel in den öffentlichen Medien lese, wo vor Jahren verworfene Reaktorkonzepte erneut als die Zukunft und die Lösung unserer Energieprobleme gepriesen werden.

Abseits der Fragen zur Sicherheit und zur Wirtschaftlichkeit neuer Atomkraftwerke ist es ganz interessant, zu welchen Ergebnissen der alljährlichen World Nuclear Industry Status Report in Bezug auf den Klimawandel gekommen ist. Das kurze Fazit: AKWs sind zu teuer und können einfach nicht schnell genug gebaut werden, um fossile Energieträger zu ersetzen und so dem Klimawandel entgegen zu wirken. Und weiter: Weil die Kosten für Solarenergie und Windräder sinken, sind diese Technologien zur Energieerzeugung ‘klimaeffektiver als Atomkraftwerke der neusten Generation’. Seit 2014 kostet die Stromerzeugung aus Wind- und Solarenergie deutlich weniger als Atomstrom. Eine ausführlichere Aufbereitung der Thematik findet sich in diesem Artikel.

Es wird also nichts daran vorbei führen, dass wir unsere Gewohnheiten drastisch ändern. Mal zum Kurztripp oder zum Shopping in europäische Hauptstädte oder nach New York fliegen, ist nicht lebenswichtig und das werden wir uns klimatechnisch nicht mehr leisten können.


Anzeige
Dieser Beitrag wurde unter Natur, Technik abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Klimawandel: Schlimmer als gedacht, Atomkraft keine Lösung

  1. Blupp sagt:

    Es ist doch so. Ob in der Lehre, im Studium und später in der Weiterbildung, es wird immer vom schönen Sollzustand ausgegangen. Man soll das lernen und vertreten was passt. Platz für Zustände außerhalb der Norm ist eigentlich nicht da, selbst Störfälle werden “genormt” und es gibt dann Richtlinien. Es kommt selten jemand auf die Idee, dass es mal so ganz anders laufen könnte als gedacht, man wird dann Querulant genannt. Das sieht man dann auch in der Politik und in den öffentlichen Medien sowieso. Selbst jetzt, wo es nun schon 12 oder sogar später ist, geht die Lobbyschlacht zum Wohle von Macht und Profit unverdrossen weiter.
    Es ist doch kein Wunder, dass uns der Planet nun auf die Füße fällt. Arme Menschheit, selber Schuld.

  2. RUTZ-AhA sagt:

    Zu diesem und ähnlich katastrophalen Themen kann ich nur sagen: ich bin froh, dass ich den größten Teil meines Lebens schon hinter mir habe, so bleibt mir das kommende und weiteres anderes Elend erspart.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.