Lübeck, die Latrine und der Reisende aus dem Mittelalter

Faszinierende Erkenntnisse, die Forscher durch Ausgrabungen im Lübecker Gründungsviertel und Untersuchungen der Reste alter Latrinen gewonnen haben. So muss um das Jahr 1200 ein Mensch zwischen der Hansestadt Lübeck und der englischen Stadt Bristol gereist sein.


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Die Ausgrabungen im Lübecker Gründungsviertel fanden in den Jahren 2009 bis 2016 statt. Laut dieser Mitteilung waren dies die umfangreichsten Ausgrabungen in der Geschichte der Handelsmetropole. Im ältesten Quartier der Stadt fanden Archäologen Reste von über 250 Häusern, 100 Kloaken und zig Tonnen an Fundmaterial und können nun sehr detailliert über das Leben in der Hansehauptstadt berichten.

Ausgrabung Gründerviertel Lübeck
(Ausgrabung im Lübecker Gründungsviertel, Quelle: SMB Museum)

Unter anderem konnten die Forscher Bandwurmeier auf DNA-Reste untersuchen. Dabei stießen sie auch auf die DNA eines Menschen, der an einem Fischbandwurm litt, der von einem Karpfen übertragen wurde. Und die gleiche DNA fand man auch in einer Latrine in der englischen Hafenstadt Bristol, wie Dirk Rieger, Archäologe der Lübecker Ausgrabungsstätte im Gründungsviertel, in diesem Artikel aus 2018 erzählt.

Daraus ergibt sich der nicht überraschende Schluss, dass Kontakt zwischen der Lübecker Stadtgesellschaft und der in Bristol gab. Vielleicht war der Mann mit dem Fischbandwurm ein Händler, der zwischen den Städten pendelte. Die archäologischen Projekte des Gründerviertels werden hier beschrieben. Weitere Informationen finden sich in dieser englischsprachigen Veröffentlichung, sowie den Artikeln hier und hier der Lübecker Nachrichten, sowie in diesem Beitrag.


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