Aal-/Wels-Fischen mit Ei, Cola und Mentos

Es ist einfach der Wahnsinn, auf was ich durch Zufall gestoßen bin. Ein junger Mann zeigt in einem Video, wie er mit diversen Zutaten wie rohe Eier, Cola und Mentos-Bonbons Welse aus einem Wasserloch fischt. Das Video geht momentan im Internet viral. Ich hielt es für einen Fake und habe dann recherchiert. Es ist wohl eine gebräuchliche Methode in Asien und es gibt einige Varianten. Hier einige Hintergrundinformationen.


Anzeige

Elektro- oder Dynamit-Fischen kennt man hierzulande ja, auch wenn letzteres hier verboten ist (alle Fische werden getötet, weil deren Schwimmblase platzt). Aber beide Methoden sind in kleinen Erdlöchern, wie in folgendem Video, nicht anwendbar. Zudem hat die einfache Landbevölkerung keine Möglichkeit für Elektrofischen. Aber mit etwas Wissen gibt es andere Fangmethoden.

Fischen mit Cola, Mentos und Ei: Ein Fake?

Dass man mit Cola und Mentos-Bonbons eine ‘Fontäne’ erzeugen kann, hatte ich im Beitrag Das missglückte Cola-Menthos-Experiment gezeigt. Ich erwartete daher etwas ähnliches, als ich die Tage durch Zufall das in nachfolgendem Tweet eingebettete Video angesehen habe. Ein kleines Loch in einem Rasen, gefüllt mit Wasser. Ein junger Mann hantiert mit Mentos-Bonbons, einem Ei und einer Flasche Cola, die er dann in das Wasser kippt.

Aber es gibt keine Fontäne, so dass er mit den Händen in das Wasser greift und dort herum tastet. Ich erwartete, dass er das Ei gar aus der Brühe zieht. Aber weit gefehlt, denn er erzieht einen Wels aus dem Loch.

Meine erste Reaktion war ‘Boah, unglaublich’. Dann habe ich mir die Frage gestellt: ‘Wieso ist da mitten auf der Wiese ein Loch?’ und dann soll da auch noch ein Fisch drin sein. Sieht irgendwie alles gestellt aus …

Weitere Recherchen – das geht wirklich

An dieser Stelle habe ich dann mit einer kleinen Recherche angefangen und bin auf der Plattform reddit.com auf das vollständige Video mit der Fischfang-Szene gestoßen.

Fischen mit Mentos, Ei und Cola
(Fischen mit Mentos, Ei und Cola, einfach das Bild anklicken)


Werbung

Möglicherweise hat jemand das Loch in der Nähe eines Gewässers als Fischfalle gegraben. Wenn es feucht ist, könnten die Fische dort hinein kriechen. Jedenfalls zieht er mit seiner Mischung aus Mentos, einem rohen Ei und Cola drei Welse aus dem mit Wasser gefüllten Loch. Das Video geht gerade im Internet viral – die Fangmethode ist aber nicht wirklich neu.

In diesem Video wird übrigens klar, wie das Loch in die Wiese kommt. Dort baut jemand mit einem Bambusrohr direkt neben einem Gewässer eine solche Fischfalle. Dann wirft er gesammelte Schnecken, eingepackt in einem Lehmklumpen als Köder in das nun wassergefüllte Loch. Das zieht Welse an. Die rohen Eier könnten den gleichen Zweck erfüllen, da Welse und Aale bezüglich der Nahrung viele Kleintiere fressen. Bei Welsen gehören auch schon mal Wasservögel zur Beute. Das Ganze wird in diesem Video gezeigt, wo jemand mit Eiern Aale aus einem Schlammloch fischt.

Varianten dieser Fangmethode

Diese Fangmethode, allerdings ohne rohes Ei, dafür aber mit Cola, Mentos und einer Brausetablette, wird auch in nachfolgendem Video gezeigt. Dort wird befindet sich das Loch direkt an einem Gewässer und es geht um Aale und Welse, die gefangen werden. Diese Fische kriechen wohl aus dem Wasser in diese Höhlen am Ufer.

(Quelle: YouTube)

Die Theorie geht dahin, dass die Brausetablette, die Mentos-Bonbons und der Cola beim Schäumen den Sauerstoff aus dem Wasser ziehen und so die Bewohner des Wasserlochs an die Oberfläche treiben. Aber es wird auch klar, dass man nicht immer mit den Händen in das Wasser greifen sollte. Denn als erstes kommt eine Wasserschlange aus dem Wasser des Lochs an die Oberfläche.

Die Fangmethode wird auch mit Mentos-Bonbons und Zahnpasta praktiziert, wie man in diesem Video sehen kann. Es scheint sogar nur mit Cola zu funktionieren, wie dieses Video zeigt. Das Gebräu treibt die Fische wohl aus ihrem Schlammloch, in welches sie sich in einer Hitzephase zurückgezogen haben. Wer auf YouTube sucht, findet weitere Varianten dieser Fangmethode, wie z.B. hier, wo Fischöl und eine Brausetablette verwendet werden.


Anzeige


Dieser Beitrag wurde unter Natur abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.