Erstmals Zuckermoleküle in Meteorit entdeckt

Wissenschaftler haben erstmals in einem auf der Erde gefunden Meteoriten Zuckermoleküle nachgewiesen. Das heizt Spekulationen an, dass die Bausteine des Lebens mit Meteoriten aus dem Weltall auf die junge Erde geregnet sind.


Anzeige

Ribose ist ein Zuckermolekül mit fünf Kohlenstoff-Atomen, welches in seiner in der Natur vorkommenden Form D-Ribose Bestandteil der Bausteine von Ribonukleinsäure (RNA) in der DNA aller Lebewesen ist.


(Von Art Bromage – originally posted to Flickr as Murchison Meteorite, CC BY-SA 2.0, -Murchison Meteoritenprobe im National Museum of Natural History (Washington); ein Fragment eines Meteoriten, der 1969 in Murchison, Australien, landete).

Genau dieses Zuckermolekül haben jetzt Forscher aus dem Team um Yoshihiro Furukawa von der Tohoku-Universität in Sendai in Japan in Gesteinsproben nachgewiesen. Die Gesteinsproben stammen aus dem Murchison-Meteorit, der auf der Erde gefunden wurde. Dieser ging am 28. September 1969 in Victoria, Australien nieder und ist ein Kohlenstoff-haltiger CM2-Chondrit. Insgesamt konnten ca. 100 kg des Meteoriten-Materials eingesammelt werden. Die Wikipedia schreibt dazu:

Murchison ist ein sehr primitiver kohliger Chondrit und damit für Forschung besonders interessant, da das Material von Murchison zu den ursprünglichsten Stoffen des Sonnensystems gehört, welches zur Verfügung steht. Dementsprechend oft wurde er untersucht. In diesem Meteoriten wurden sehr viel organische Verbindungen entdeckt, darunter auch Aminosäuren, welche für biologische Prozesse wichtig sind, Diaminosäuren, die als Vorläufer des ersten genetischen Materials auf der Erde diskutiert werden und sogar Fullerene. Dies war der erste Nachweis von Aminosäuren in extraterrestrischem Material. Wichtig war hier auch, dass die Fragmente nach dem beobachteten Fall schnell aufgesammelt wurden, so dass eine Verunreinigung mit irdischem Material weitgehend verhindert wurde.

Die jetzt in den Proceedings der US-Akademie der Wissenschaften (PNAS) veröffentlichte Arbeit der japanische Forscher fügt diesen Ergebnissen eine weitere Note hinzu. Die Forscher geben an, dass das Verhältnis der verschiedenen Kohlenstoffvarianten in dem Zucker eindeutig auf eine außerirdische Herkunft hinweise – eine Kontamination durch Moleküle von der Erde ist damit unwahrscheinlich.

Der Schluss: Die biologisch wichtigen Zuckermoleküle könnten mit Meteoriten auf die Erde gekommen sein. Oder anders ausgedrückt: In der Frühzeit des Sonnensystems könnte es ‘Zucker in Form von Meteoriten’ auf die Erde geregnet haben – die Bausteine des Lebens kamen also aus dem All. Weitere Details zu den aktuellen Erkenntnissen finden sich, neben dem oben verlinkten Original-Dokument zum Beispiel in den deutschsprachigen Artikeln hier, hier und hier.


Anzeige
Dieser Beitrag wurde unter Natur abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.