Boeing Starliner Raumschiff: Start erfolgreich, ISS verpasst!

Zwischen Erfolg und Misserfolg liegt in der Raumfahrt ein schmaler Grat. Die Amerikaner haben erstmals das Starliner Rauschiff von Boeing erfolgreich mit einer Atlas-Rakete in eine Erdumlaufbahn geschossen. Die Ankopplung an die ISS wird aber wegen Treibstoffmangels nicht möglich sein. Nein, niemand hat vergessen, vor Flugantritt zu tanken.


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Der Starliner ist eine Raumkapsel, die von Boeing entwickelt wird, und später Astronauten ins Weltall (z.B. zur Internationalen Raumstation, ISS) befördern und sicher zur Erde zurückbringen soll. Nach vielen Tests sollte heute ein unbemannter Premierenflug erfolgen. Der war laut meinem Blog-Beitrag hier schon für den 17. Dezember 2019 vorgesehen. Dieser englischsprachige Artikel beschreibt, dass eine Atlas 5-Rakete von der ULA (United Launch Alliance) für diesen Testflug montiert wurde.

ISS
(Internationale Raumstation ISS, Quelle: NASA, gemeinfrei)

Start geglückt, dann gab es Probleme

Der Start des Starliner-Raumschiffst mit einer Atlas-Rakete vom Weltraumbahnhof (Kennedy Space Center ) in Florida ist erfolgreich geglückt und die Oberstufe erreichte mit der Raumkapsel eine stabile Umlaufbahn. Allerdings schlug der Versuch fehlt, den Raketenmotor der Raumkapsel erfolgreich zu einem bestimmten Zeitpunkt zu zünden, um die Umlaufbahn auf Kurs zum Rendezvous mit der ISS zu bringen, wie folgender Tweet des NASA-Chefs von heute Mittag verrät.

Am Nachmittag haben die Techniker dann alle Optionen geprüft und festgestellt, dass ein Zeitgeber zu einer falschen Uhrzeit die Zündung vorgesehen hat, so dass die Raumkapsel nicht korrekt auf eine Rendevous-Bahn gehoben wurde. Nun hat man festgestellt, dass der Raketenmotor zur falschen Zeig gearbeitet hat. Jetzt ist nicht mehr genügend Treibstoff an Bord, um die ISS noch erreichen zu können und das Team plant die unbemannte Raumkapsel die Tage auf einem Testgelände in Texas zu landen (siehe folgender Tweet).

Die Kollegen der heise-Redaktion haben das Vorhaben über den heutigen Tag begleitet und in diesem Artikel die eintreffenden Informationen mit Statusaktualisierungen veröffentlicht. Ergänzung: Die Kollegen bei deskmodder.de schreibenhier auch darüber – letztendlich haben Softwarefehler dafür gesorgt, dass die Triebwerke nicht zum vorgegebenen Zeitpunkt zündeten. Die Computer gingen von einem anderen Flugverlauf aus. Das kann schon mal passieren – beider Mariner 1-Mission brachte ein Tippfehler die Rakete vom Kurs ab, so dass diese gesprengt werden musste (Erklärungen finden sich hier). Beim europäischen Marslander stürzte diese 2016 wegen eines Computerfehlers ungebremst aus 4 km Höhe auf den Planeten ab (siehe hier). Der Mars Climate Orbiter ging auf Grund eines Softwarefehlers in den Einheiten verloren (siehe).


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