Schweden: Erzählt der Rök-Stein von einer Katastrophe?

Ein Stein mit alten Runen-Texten aus Schweden könnte von einer globalen Klimakatastrophe berichten, die sich im 5./6. Jahrhundert nach Christus ereignete. Damals kam es, vermutlich durch einen Vulkanausbruch, zu Ernteausfällen, die über Jahre hinweg anhielten. Der Runenstein können die Angst der Wikinger vor ‘dem Ende der Welt’ beschreiben und ein Hinweis auf den Mythos des Fimbulwinter (langer Winter) sein.


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Spannende Geschichte, die mir gerade unter die Augen gekommen ist. In Schweden gibt es einen großen Runenstein (den Runenstein von Rök), der bei der Kiche von Rök steht. Er ist 3,82 Meter hoch und enthält auf seinen Seiten Runen-Inschriften. Vermutet wird, das der Runenstein im frühen 9. Jahrhundert errichtet wurde. Einige Informationen zum Stein finden sich auf dieser Webseite.

Entzifferung des Runensteins von Rök

Problem: Die Runen lassen sich zwar lesen, auch wenn Varin, der Runenmeister des Steins, zwei Runenalphabete verwendete. Die Wikipedia schreibt, dass die Lesung der Runen heute weitgehend als gesichert gelte. Aber einige Zeichen sind mit Hilfe von Geheimrunen chiffriert. Daher bietet die Interpretation des Inhalts noch immer ungelöste Rätsel.

Wikinger: Mysteriöser Runenstein soll von globaler Katastrophe zeugen https://t.co/wXYxKGVyov via @welt

— Der Seniorenblog (@DerSeniorenblog) January 11, 2020

Über obigen Tweet bin ich darauf aufmerksam geworden, dass schwedische Forscher glauben, einen Teil der Inschrift richtig interpretiert zu haben. Der Tenor: In einer Runensequenz wird über ‘den Tod der Sonne vor neun Generationen’ berichtet. Nach einer Kalkulation, dass eine Generation 30 Jahre umfasst, glauben die Wissenschaftler, dass ein Ereignis aus dem 6. Jahrhundert beschrieben wird. 

Wetteranomalie und Fimbulwinter

Im Jahr 535/536 nach Christus gab es eine Wetteranomalie auf der Erde, möglicherweise ausgelöst durch einen Vulkanausbruch. Die Welt zitiert historische Quellen, die von ‘einem Winter ohne Stürme, einem Frühling ohne mildes Wetter, einen Sommer ohne Hitze’ berichten und angeben, dass selbst Mittags keine Schatten zu sehen waren. Offenbar war die Sonne durch Aschewolken in der Atmosphäre verdeckt. Diese Wetteranomalie war für Ernteausfälle verantwortlich und begründete die nordische Mythologie des Fimbulwinters. Sowohl der in obigem Tweet verlinkte Artikel der Welt als auch dieser Spektrum-Artikel enthalten einige zusätzliche Informationen zu diesem Thema. Viel Spaß beim Lesen.


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