Wie riskant sind Aktien wirklich?

Aktien können beim Vermögensaufbau helfen und sollen ja langfristig eine bessere Rendite als die momentanen Null-Zinsen bieten. Aber was kann ich vom Vermögen in Aktien anlegen? Die Verbraucherzentralen habe eine Online-Rechner mit Informationen über Renditen und Risiken ausgewählter Anlagestrategien veröffentlicht.


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Eine wichtige Stellschraube im Vermögens­aufbau ist die Entscheidung, wie viel vom Ersparten relativ sicher, dafür aber wenig verzinst angelegt werden soll und welcher Teil in ertragsstärkere, aber damit auch riskantere Geldanlagen investiert werden kann. Die Verbraucherzentralen haben einen Renditerechner entwickelt, mit dem Sparer ganz einfach die für ihre Anlage­ent­schei­dung notwendigen Informationen über historische reale Ren­diten abrufen und verschiedene Entwicklungen vergleichen können.

So funktioniert das neue Tool

Verbraucher geben in den Rechner einen einmaligen Anlagebetrag oder eine monatliche Sparrate ein, wählen einen Anlagezeitraum und stellen das Mischungsverhältnis zwischen einer Anlage in Festgeld und einer breit gestreuten Anlage in Aktien ein. Im Ergebnis wird dann angezeigt, wie sich das Gesamtvermögen und die reale Rendite in der Vergangenheit über den gewählten Zeitraum entwickelt hätten. Außerdem erhalten Verbraucher noch Informationen über die im Auswertungszeitraum zwischenzeitlich geringsten und höchsten Wertverluste.

„Der Renditerechner hilft Verbrauchern, eine bedarfsgerechte Anlagestrategie auf Grundlage historischer Daten zu planen“, erläutert Niels Nauhauser, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. „Statt sich auf Werbeaussagen der Finanzinstitute zu verlassen, können Verbraucher sich damit anhand historischer Daten über verschiedene Renditemöglichkeiten informieren. Rendite und Risiko sind zwei Seiten derselben Medaille. Unsere Daten zeigen, wie erfolgreich eine Anlagestrategie mit unterschiedlichen Aktienquoten in der Vergangenheit gewesen wäre und wie stressig diese für den Anleger war“.

Beispiel-Rechnung

Der Rechner zeigt: monatlich über 35 Jahre 100 Euro angelegt, stets zur Hälfte in eher langfristig gebundenes Festgeld und in günstige Aktienfonds ergab im Mittel eine reale Rendite von 3,8% p.a. Wer stattdessen nur auf langfristiges Festgeld setzte, konnte selbst im besten Fall mit einer Rendite von 3,1% p.a. kein besseres Ergebnis erzielen als im schlechtesten Fall mittels einer kostengünstigen und diversifizierten Anlage in Aktien.

Euro-Noten
(Quelle: Pexels CC0 Lizenz)

Datengrundlage

Der Renditerechner wurde auf der Grundlage historischer Daten auf Monatsbasis zwischen dem 31.12.1969 und dem 31.08.2018 erstellt. Endvermögen und Renditen sind real, also inflationsbereinigt. Mehr Informationen zu den verwendeten Daten: www.vz-bw.de/renditerechner

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1 Antwort zu Wie riskant sind Aktien wirklich?

  1. Oliver L sagt:

    Geld, das man in Aktien anlegt, sollte man „übrig“ haben und im Notfall auch verlieren können. Das gilt schon immer. Auch, dass man dreigleisig fahren soll:
    1) Immobilien (niedrigste Volatilität, geringste Rendite),
    2) festverzinsliche oder Rentenpapiere,
    3) ggf. auch Aktien.
    Alles drei geht auch z. B. mit diversen Fonds, wenn man sich selbst nicht um die Streuung und häufige Überwachung kümmern möchte. Und auch hier muss es ja nicht jeweils nur ein Fonds sein. Die Aufbewahrung gibt es kostenlos, z. B. bei der ING (nein, das ist keine Schleichwerbung).

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