Wer sollte sich gegen Gürtelrose impfen lassen?

GesundheitSeit Mai 2019 ist die Schutzimpfung gegen Gürtelrose eine Regelleistung der gesetzlichen Krankenkassen. Die STIKO (Ständige Impfkommission) empfiehlt die Impfung für alle Personen ab 60 Jahren, bei einer Grunderkrankung oder einer Immunschwäche bereits ab 50 Jahren. Experten aus den USA haben Empfehlungen für die Impfung bei Psoriasis und Psoriasis-Arthritis ausgesprochen.


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Bereits 2019 hatte ich im Beitrag Impfung gegen Gürtelrose ist seit Mai 2019 Kassenleistung auf diese Möglichkeit hingewiesen. Allerdings ist das Unterfangen nicht ganz so einfach – über längere Zeit gab es einfach nicht genügend Impfstoff-Dosen. Ich selbst habe mir die erste (von zwei Impfungen) vor zwei Monaten geben lassen. Und aktuell ist die Impfung wegen der Coronavirus-Einschränkungen ausgesetzt (eine Impfung schwächt zudem das Immunsystem war die Auskunft der Arztpraxis) – aber ich habe für die zweite Impfung noch einige Monate Zeit.

Arzt
(Quelle: Pexels/Pixabay CC0 Lizenz)

Gürtelrose wird durch Windpocken-Erreger verursacht

Herpes zoster (Gürtelrose) entsteht durch eine Reaktivierung des Windpocken-Erregers. Auch nach einer überstandenen Windpockenerkrankung verbleiben die Viren im Körper (in Nervenzellen). Vor allem bei verminderter Abwehr des Körpers kann der Virus wieder ausbrechen und verursacht Entzündungen in den Nervenbahnen. Diese führen zu Schmerzen, außerdem können sich an der Haut Bläschen bilden. Die Schmerzen können zum Teil noch Monate nach der Erkrankung anhalten.

Viele Medikamente unterdrücken das Immunsystem

Das Risiko für Herpes zoster bei Patienten mit Psoriasis und Psoriasis-Arthritis ist abhängig von der Schwere der Erkrankung und der Therapieform. Einige Patienten mit Psoriasis oder Psoriasis-Arthritis werden mit einer systemischen Therapie behandelt. Systemische Therapien wirken im ganzen Körper und sind beispielsweise kortisonartige Wirkstoffe oder auch Biologika. Diese beeinflussen das Immunsystem und könnten daher die Infektanfälligkeit erhöhen.

Kortison, Tofacitinib und Therapiekombinationen erhöhen die Anfälligkeit

Die US-Wissenschaftler werteten die Ergebnisse aus 41 Studien aus. Patienten, die kortisonartige Wirkstoffe oder Tofacitinib oder eine Kombination aus Biologika und konventionellen synthetischen Antirheumatika erhielten, hatten ein erhöhtes Risiko für Gürtelrose. Patienten, die eine Monotherapie erhielten, allerdings nicht. Es gab wenige Hinweise auf das Risiko bei Anwendung von Interleukin-Hemmern oder Apremilast.

Empfehlungen für die Impfung

Für alle Patienten über 50 Jahre und Patienten unter 50 Jahre, die kortisonartige Wirkstoffe, Tofacitinib oder eine kombinierte systemische Therapie erhielten, empfehlen die Wissenschaftler daher die Impfung. Bei anderen Patienten sollte eine individuelle Entscheidung getroffen werden.

Quelle: © Alle Rechte: DeutschesGesundheitsPortal.de


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Autor: Baumrin E, Van Voorhees A, Garg A, Feldman SR, Merola JF. A systematic review of herpes zoster incidence and consensus recommendations on vaccination in adult patients on systemic therapy for psoriasis or psoriatic arthritis: From the Medical Board of the National Psoriasis Foundation. J Am Acad Dermatol. March 2019. doi:10.1016/j.jaad.2019.03.017

 


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1 Antwort zu Wer sollte sich gegen Gürtelrose impfen lassen?

  1. Mance sagt:

    Die Wechselphase ins Rentnerleben und die dadurch hervorgerufenen teils massiven Probleme waren bei mir der Auslöser für einen akuten Ausbruch der Gürtelrose. Hab’s aber gut überstanden. Geimpft bin ich ja jetzt wohl, zumindest für einige Jahre. Wünsche Dir viel Erfolg für Deine Impfung.

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