Gärtnerleid: Der Giersch …

Heute noch ein kleiner Schlenker in Sachen 'urbanes Gärtnern'. Nicht immer ist es eine Freude, zu Gärtnern. Wenn die Tomaten Braunfäule bekommen, der Salat von Schnecken gefressen wird, die Blumen unter Blattlausbefall kränkeln, dann ist das 'Konfrontation mit der Natur pur'. Und der Giersch gehört auf manchen Grundstücken auch dazu.


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Als wir unser kleines Baugrundstück kauften, war angrenzend ein 'verwilderter' Kinderspielplatz der Kommune, dessen Parzelle wohl über Jahre an jemand verpachtet war. Auf dieser Parzelle wuchs Giersch in Unmengen – und breitete sich auf die anliegenden Nachbargrundstücke aus.

Giersch Giersch

Mir war lange nicht klar, was für ein Unkräutlein da gelegentlich auf meinem Grundstück wuchs. Wurde sorgsam ausgerupft und die unterirdischen Wurzeln entfernt. Aber irgendwann war ein Arbeitskollege aus meiner frühen Berufstätigkeit in Bremen zu Besuch. Ein Bauernsohn, der nun als Ingenieur arbeitete und das Kräutlein als Giersch identifizierte.

Die Wikipedia hält eine Beschreibung zum gewöhnlichen Giersch bereit und erwähnt, dass diese Pflanzenart seit Jahrhunderten in der Volksmedizin zur Linderung der Schmerzen bei Rheumatismus und Gicht (Podagra) Verwendung fand. Und dort findet sich das relevante Zitat:

Giersch gilt bei Gärtnern als lästiges Unkraut; er wuchert und lässt sich wegen seiner unterirdischen Triebe nur schwer bekämpfen.

Aber die Wikipedia erwähnt, dass der Giersch auch ein wohlschmeckendes Wildgemüse sei. Was meinen eigenen Garten und das Grundstück betrifft, haben wir den Giersch im Griff. An den wenigen Stellen, wo er wächst, grabe ich die jungen Sprösslinge nach Regen, wenn die Erde locker ist, aus und achte auch darauf, dass die unterirdisch weit verzweigten Rizome mit entfernt werden (siehe auch).

Obiges Foto habe ich durch den Zaun zum Garten der Nachbarin geschossen. Keine Ahnung, was da passiert ist – das Grundstück wurde mit aufbereitetem Mutterboden versehen (ich hatte den ursprünglichen Mutterboden der vormaligen Wiese reservieren lassen). Zudem hat die Nachbarin in den Folgejahren ziemlich viel Rindenmulch in den Garten geworfen. Jedenfalls wächst inzwischen auf dem gesamten Grundstück Giersch in rauhen Massen. Im Frühjahr, wenn die Triebe noch frisch sind, pflücke ich mir immer einige Blätter, um diese direkt zu essen.

Aber den Kampf gegen den Giersch hat die Nachbarin in meinen Augen verloren. Sie gräbt die Rizome nicht aus, sondern hackt nur die Blätter oberirdisch ab. Und so viel Giersch zum Essen ernten, dass das Nachbargrundstück abgeweidet wäre, kann ich auch nicht. Ich hatte ihr den alten Gärtnertrick empfohlen: Die betreffenden Flächen lichtdicht mit einer entsprechenden Folie für 2 Jahre abzudecken. Aber das hätte sehr akkurat erfolgen müssen – und so sprießt der Giersch weiter in Nachbars Garten. Aktuell achte ich nur darauf, dass blühende Giersch-Pflanzen in Nähe des Gartenzauns vor dem Aussamen gekappt werden. So hat jeder Gärtner halt mit einem persönlichen Waterloo zu kämpfen – aber der Bärlauch (Bärlauch, ein feines Wildgemüse im Frühjahr), den ich von der Nachbarin habe und der sich an einer Mauer zum Nachbargrundstück ausbreitet, kann bleiben.


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