Sommer 2020: Am Maulbeerbaum …

MaulbeerenWir haben Juli und in einigen Gegenden Deutschlands werden die Früchte des Maulbeerbaums gerade reif. Sehen wie Brombeeren an einem Baum aus: Schwarz, süß und wohlschmeckend sind die Früchte des Maulbeerbaums. Da bin ich immer hin und weg, wenn ich zum richtigen Zeitpunkt vor Ort bin. Ich bin kürzlich mal wieder an einem Exemplar vorbei gekommen und konnte einfach nicht wiederstehen.


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Der Hintergrund: Vor eineinhalb Wochen war ich spontan mit meiner Familie unter der Woche zu einer Stippvisite in den Rheingau – ein bisschen wandern, die Landschaft genießen, einen Sekt oder Wein trinken und den Tag am Rhein in Eltville (Eltville – Die Rosenstadt im Rheingau) ausklingen lassen. Hat auch so geklappt, wie ich mir das vorgestellt habe – der Rheingau ist eine geniale Kulturlandschaft.

Maulbeerbaum (Maulbeerbaum)

Ich wusste, dass irgendwo auf meinem Weg wohl kleine Maulbeerbäumchen standen, hatte aber keinen Plan, ob wir vorbei kommen und ob es reife Früchte gäbe. Erst fand ich an einer Steinmauer einige schon reife Brombeeren. Und dann stand ich vor obigem Exemplar. Ich musste natürlich sofort nachschauen, ob der Baum, der auf einer öffentlichen Fläche an einer Weggabelung stand, Früchte trägt. Nachfolgendes Foto zeigt: Ja, die Maulbeeren sind reif.

Maulbeeren
(Maulbeeren)

Die sehen wirklich wie reife, etwas länglich geratene Brombeeren aus. Hier ist noch eine weitere Aufnahme.

Maulbeeren(Maulbeeren)

Und zum Abschluss noch ein Foto vom Maulbeerbaum mit Blick auf die angrenzenden Weinberge – ist das eine Landschaft – und ein Wetter, zu schön, um wahr zu sein.


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Maulbeerbaum vor Weinberg
(Maulbeerbaum vor Weinberg)

Abschließend noch ein wenig Hintergrundinformationen. Laut Wikipedia sind Maulbeerbäume, wie Feigen, eine Pflanzengattung in der Familie der Maulbeergewächse (Moraceae). Mit zwölf Arten war die Gattung ursprünglich über die gemäßigten und subtropischen Regionen der Nordhalbkugel mit Ausnahme von Europa verbreitet.

Maulbeeren wurden aber schon zu Zeiten der Römer in allen wärmeren Regionen Europas verbreitet, die sich klimatisch auch zum Weinanbau eignen. Die drei in Europa bekanntesten Arten sind Weiße Maulbeere und Schwarze Maulbeere, beide aus Asien, sowie die Rote Maulbeere aus Nordamerika. Obiges Exemplar ist eine schwarze Maulbeere. Früher wurden die Blätter als Futter für Seidenraupen verwendet – heute ist der Baum nur noch zur Zierde zu finden.

Die Früchte der drei genannten Arten sind essbar, sehr süß und saftig. Das Aussehen erinnert in der Form an längliche Brombeeren. Als ich das erste Mal vor Jahren im Rheingau vor einem Maulbeerbaum mit reifen Früchten stand, wusste ich das alles nicht. Ich wollte probieren, aber beste Frau von Welt zeterte ‘Nix, nachher sind die Früchte giftig und Du liegst hier tot im Straßengraben’. Also blieb ich schweren Herzens standhaft.

Jahre später kam ich bei Volkach während einer Wanderung um die Mainschleife nach Sommerach auf der Weininsel an Maulbeerbäumen vorbei. Da hielt mich der Protest meiner Frau nicht von ab, von den Früchten zu naschen – und ich habe überlebt. Lange, persönliche Geschichte, rund um die Maulbeere – was man auf Wanderungen alles erleben kann.

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2 Antworten zu Sommer 2020: Am Maulbeerbaum …

  1. Mance sagt:

    Stimmungsvolle Bilder, sind Dir gut gelungen.

    • guenni sagt:

      Danke, noch genialer waren die Maulbeeren – Schnabel und Pfoten waren zwar rot von den Früchten. Aber der Rheingau ist schon genial – ich habe die Mandelansätze und Walnüsse gesehen, die im Herbst reif sind. Die Bäume stehe ja in den Weinbergen an öffentlich zugehenden Stellen. Da bin ich immer am Sammeln und Knacken, wenn etwas zu futtern gibt. Auch in der Pfalz – wo mich letztes Jahr Wanderer fragten, ob es Bittermandeln wären, die das in Massen herum lagen.

      Die meisten Menschen wissen leider nicht mehr, was die Natur überall an essbarem bereithält – vom Bärlauch über Löwenzahn bis Wiesenschaumkraut, Weinbergrauke, Ringelblumen und, und, und. Nur Rizinus sollte man meiden – und Tollkirsche …

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