Feigen, Feigen, Feigen …

Augst 2020 – in meiner Nachbarschaft haben die dort herum stehenden Feigenbüsche kräftig Früchte angesetzt, die wohl (mit etwas Glück) im September reif werden. Zeit für eine kleine Geschichte rund um das Thema.


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Ich wurde zum Beitrag inspiriert, weil ich heute Mittag vom Nordic Walking zurück kam. Ich laufe meist durch eine Straße, wo ein großer Feigenstrauch steht. Der trägt zwei mal im Jahr Früchte – wobei eine Frucht meist überwintern muss. Als ich an diesem Strauch vorbei kam, umfing mich eine Wolke an betörendem Feigenduft. Etwas das ich extrem liebe (für die Leute, die das nicht kennen – riecht wie Sonnencreme, wo Feigenduft drinne ist – wisst ihr jetzt).

Feigen

Ich konnte gar nicht anders, als schnell mal wieder ein Foto zu schießen. Ich selbst hatte jahrelang eine kleine (gekaufte) Feige in einem Tontopf auf der Terrasse. Wenn es Sommer war, konnte ich mich an dem Feigenstrauch, dem Zitrusbäumchen im zweiten Topf, dem Oleander und der Bougainvillea in weiteren Töpfen erfreuen – mediterraner Flair auf meiner Terrasse. Und bei richtigem Sonnenschein sandte die Feige immer eine kräftige Duftwolke über die Terrasse – Augen zu, und ich war im Süden …

… im ersten Urlaub nach der Studienzeit. Trogier/Split an der jugoslawischen Adria, September, überall wilde Feigenbäume mit ihrem Duft und ihren reifen Früchten. Ich konnte mich gar nicht satt an den Dingern essen – denn als Jung vom Land kannte ich nur getrocknete Feigen, die es von Mutter zu Weihnachten gab. Heute bringt beste Frau von Welt Feigen vom Markt mit, die mit Honig und Ziegenkäse überbacken, eventuell mit dem Gasbrenner von oben flambiert, köstlich schmecken.

Der Feigen-Habenichts

Und hier im Taunus haben einige Leute es geschafft, Feigenbüsche in ihren Vorgärten zu pflanzen, und die Dinger tragen sogar Früchte. Früher kannte ich das nur aus dem Rheingau und der Pfalz. Ich selbst bin da leider Feigen-Habenichts – die Feige aus dem Topf habe ich irgendwann in eine ‚mistige Ecke‘ mit viel Sonne in einer Hausecke des Gartens gepflanzt. Da stand früher eine Kiwi, die ein einziges Mal 3 mickrige Früchte trug. Habe ich dann samt Wurzel ausgegraben und entsorgt. Tomaten haben in der Ecke wegen Wassermangel immer gekümmert und bei Regen Braunfäule bekommen. Einzig der wilde Rucola, den ich mir mal als Samen vom Münchener Viktualienmarkt mitgebracht hat, kam bisher jedes Jahr wieder – hat heuer aber durch Erdflöhe heftig gelitten.

Langer rede kurzer Sinn: Die in die Ecke gepflanzte Feige wuchs zwar, wucherte regelrecht und belegte mir zu viel Platz, trug aber keine Früchte. Also habe ich sie samt Wurzel ausgegraben und entsorgt. So weit war ich mit der Kiwi auch schon mal …

Vor einigen Jahren war ich in Karlsruhe beim Sohn auf Kurzbesuch. Ich lief so durch die Wohnstraße, als ich in einem Vorgarten zwei riesige Feigenbüsche voller Früchte sah. Worauf mir ein ‚das ist ja der helle Wahnsinn, schau dir diese Feigen an, was die tragen‘ entfuhr – hatte ich an meine Frau adressiert. Schon kam ein Mann um die 40 hinter einem der Feigenbüsche hervor, grinste und meinte ‚wollen Sie eine haben?‘ Ich dachte ‚oh, er gibt mir eine Feige zum Schmecken‘ – aber weit gefehlt. Als ich nickte, verschwand er hinter einer Feige und kam mit zwei Töpfchen zurück, wo junge Feigensetzlinge drin waren. Hab mich natürlich gefreut, die Setzlinge mit nach Hause genommen und in größere Töpfe gesetzt.


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Die wilde Gartenecke
(Die wilde Gartenecke)

Ein Setzling ist mir irgendwann eingegangen – vermutlich vertrocknet. Der zweite Setzling ist jetzt ein Feigenbusch in meiner Gartenecke. Auf dem obigen Foto ist der Strauch ganz im Hintergrund zu sehen. Früchte wird der so bald noch nicht tragen – vielleicht sollte ich täglich an den Blättern zupfen, damit es schneller geht mit dem wachsen …

Das Leben ist halt nie gerecht. Wenn mir Ulli dann vom Feigenbaum und selbst gemachter Feigenmarmelade erzählt, kommt hier immer eine lange Nase auf. Bis zu Feigenmarmelade aus dem eigenen Garten habe ich es noch nicht geschafft (heuer gab es aber Brombeer- und Mirabellenmarmelade, der Winter kann also kommen). Dabei kaufe ich mir – wenn ich sie sehe, schon mal ein Glas Feigenmarmelade. Auf dem Samstagsbrötchen schmecken solche Marmeladen einfach köstlich.

Als ich vor Jahren noch regelmäßig zum Lago Maggiore gefahren bin, hatte ich im Örtchen Cannero einen kleinen Lebensmittelladen aufgetan. Der hatte italienische Feigenmarmelade und ich habe dem Besitzer immer seinen Bestand abgekauft – der grinste schon, wenn ich mal wieder mit vier fünf Gläsern Feigenmarmelade aus dem Regal an die Kasse kam und fragte ‚haben sie noch mehr‘ …

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