Lecksuche auf der Internationalen Raumstation (ISS)

Missliche Situation für die Astronauten auf der Internationalen Raumstation (ISS). Dort gibt es ein kleines Leck, aus dem Luft entweicht. Die Astronauten müssen daher am Wochenende im russischen Swesda-Modul verbringen, damit die Bodenkontrolle das Leck suchen kann.


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Ich vor einigen Tagen über einen Tweet der NASA auf den Sachverhalt aufmerksam geworden. Der nachfolgende Tweet verweist auf einen deutschsprachigen Artikel.

Die NASA selbst hat in ihrem Blog diese Aktion für das Wochenende angekündigt. Die drei Besatzungsmitglieder der Expedition 63, die an Bord der Internationalen Raumstation leben, werden das Wochenende im russischen Segment des Labors im Orbit verbringen. Kommandant Chris Cassidy und seine Crewkollegen Ivan Vagner und Anatoly Ivanishin werden von Freitagnacht bis Montagmorgen im Servicemodul Swesda bleiben.

The Expedition 63 crew will spend the weekend in the Russian segment's Zvezda service module during a cabin air leak test.
Übersicht der Segmente der ISS, Quelle: Nasa

Zum Hintergrund

Die Atmosphäre der Station wird auf einem Druck gehalten, der für die Besatzungsmitglieder angenehm ist. Aktuell entweicht ein winziger Teil dieser Luft mit der Zeit. Das macht eine routinemäßige erneute Druckbeaufschlagung aus Stickstofftanks erforderlich. Diese werden im Rahmen von Nachschubeinsätzen zur ISS geliefert.

Erste Anzeichen für ein Leck in 2019

Im September 2019 sahen die NASA und ihre internationalen Partner zum ersten Mal Anzeichen für einen leichten Anstieg über die Standard-Leckluftrate in der Kabine hinaus. Aufgrund der routinemäßigen Stationsbetriebe wie Weltraumspaziergänge und An- und Abflüge von Raumfahrzeugen dauerte es eine Weile, bis genügend Daten gesammelt waren, um diese Messungen zu charakterisieren.

Diese Rate des Luftverlusts ist inzwischen leicht angestiegen, so dass die Teams an einem Plan arbeiten, um die Quelle zu isolieren, zu identifizieren und möglicherweise zu reparieren. Das Leck liegt immer noch innerhalb der Segmentspezifikationen und stellt keine unmittelbare Gefahr für die Besatzung oder die Raumstation dar.

Lecksuche am Wochenende


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Alle Luken der Raumstation werden an diesem Wochenende geschlossen, so dass die Missionscontroller den Luftdruck in jedem Modul sorgfältig überwachen können. Der Test stellt für die Besatzung kein Sicherheitsrisiko dar. Bei dem Test soll festgestellt werden, welches Modul eine höhere Leckrate als die normale aufweist. Die amerikanischen und russischen Spezialisten gehen davon aus, dass die vorläufigen Ergebnisse bis Ende nächster Woche zur Überprüfung vorliegen werden.

Die drei Stationsbewohner werden an diesem Wochenende in Swesda viel Platz haben. Das Modul stellt die Wohnräume zur Verfügung, die vor fast 20 Jahren, als die Besatzung der Expedition 1 am 2. November 2000 auf der Station eintraf, den Beginn einer dauerhaften menschlichen Behausung ermöglichten. Cassidy, Vagner und Ivanishin werden für die Dauer ihres Aufenthalts ebenfalls Zugang zum Poisk-Miniforschungsmodul und ihrem Sojus MS-16 Raumschiff haben. Ein deutschsprachiger Beitrag zum Thema findet sich hier.

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