Portulak an Zitronenbaum …

PortulakIch werde in meinem Garten sowie im Topf mit meinem Zitrusbäumchen seit Jahren mit Portulak beglückt. Dabei habe ich ursprünglich wissentlich niemals Portulak ausgesät, sondern kam zum Portulak wie die ‚Jungfrau zum Kind‘. Erinnerungsmäßig müssen ein paar Samenkörnchen mit Kompost, den ich von einer Grünabfall-Anlage der Gemeinde – zur Verbesserung der Humusschicht meines Nutzgartens –  geholt habe, in meinen Garten gekommen sein. Plötzlich sprossen im Garten und im Topf mit dem Zitrusbäumchen (da hatte ich ein wenig Gartenerde mit aufgefüllt, so komische Pflanzen …


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Ich habe mir dann ein uraltes Kräuterbuch gegriffen – hatte mir ein Nachbar in den 70er Jahren als Student geschenkt – damals hatte das Buch schon antiquarischen Wert. Und dort war unter Portulak etwas abgebildet, was zu passen schien. Eine Recherche per Internet bestätigte dann meinen Verdacht.

Portulak ist laut Wikipedia eine einjährige, krautige, sukkulente Pflanze, die Wuchshöhen von 10 bis 30 Zentimetern erreicht. Die Blütezeit reicht von Juni bis Oktober. Interessant sind die Samenkapseln, die sich an den Blüten bilden  – in nachfolgendem Foto gut zu erkennen. Eine Pflanze kann bis zu 193.000 Samen entwickeln. Inzwischen sammele ich die Portulak-Samen, die kleiner als Mohnkörner sind und sähe diese im Garten aus. Im Topf mit dem Zitrusbäumchen sät sich der Portulak selbst aus.

(Portulak wächst im Zitrusbäumchen-Topf)

Die Pflanzen, die bei mir wachsen, werden auch als Gemüse-Portulak oder Sommerportulak bezeichnet. Ich habe sie immer roh oder im Salat (als Vitaminspender) gegessen. Aber dieses Jahr kam meine Frau, angesichts der reichhaltigen Ernte, auf die Idee, davon Gemüse zu kochen. Einfach eine Schüssel Portulak abschneiden und im Kochtopf wie Spinat andünsten. In der Wikipedia liest man nämlich:

Der Portulak wird seit mehreren tausend Jahren zur Ernährung genutzt, ist aber, wie viele Wildgemüse, in Deutschland in Vergessenheit geraten. Als Heilpflanze taucht der Portulak bereits in einer alten babylonischen Schrift aus dem achten vorchristlichen Jahrhundert auf … Tabernaemontanus empfiehlt 1588 in seinem New Kreuterbuch Portulak gegen den „Sod im Magen“ und hält auch fest, dass der „Saft im Mund gehalten machet die wackelhafftige Zähne wiederum fest stehen.“ In einigen alten Kräuterbüchern (lt. Avril Rodway) steht geschrieben: eine angenehme Salatpflanze und so gesundheitsfördernd, daß man nur bedauern kann, daß sie nicht häufiger verwendet wird.

Der letzte Satz stand auch so ähnlich in meinem alten Kräuterbuch – so dass ich eigentlich immer auf der Suche nach Portulak-Samen war. Die jungen Blätter schmecken leicht säuerlich, ich mag das. Die Pflanzen enthalten größere Mengen von Vitamin C und Omega-3-Fettsäuren und weitere Mineralstoffe und Spurenelemente. Zur Erhaltung der Inhaltsstoffe, insbesondere der Vitamine, weiß die Wikipedia, werden junge Zweige und abgepflückte Blätter am besten frisch geerntet und klein geschnitten in Salaten und Quarkzubereitungen verwendet. Sollen die Blätter gegart verwendet werden, reicht es, sie kurz zu blanchieren oder in Öl zu dünsten. Ein tolles Wildgemüse, was bei mir im Topf wächst.  Der Beitrag hier enthält noch einige Informationen und ein Rezept für Gemüseportulak.

Auf Märkten wird im Winter auch Postelein (Tellerkraut) angeboten. Kaufen wir zu diesen Zeiten auch, um einen Salat zuzubereiten (in diesem Beitrag hat jemand Postelein thematisiert, um daraus ein Pesto zu machen). Oft wird geschrieben, dass Postelein Winterportulak sei, während wir hier von Sommerportulak reden. Aber es sind zwei verschiedene Pflanzen – wie in diesem Beitrag ausgeführt wird.


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