Heckenschnitt: Ich habe den Reinhard Mey gemacht …

Am letzten Samstag war gutes Wetter – so dass die Order der angeheirateten Hälfte ‚wenn Du arg Lust hast …‘ kam  – Mann merkt auf, was jetzt wohl folgt -‚könntest Du die Hecke schneiden‘.  War ja klar, bei einer ‚Wenn‘-Frage, kommt nie was Gutes bei raus. Aber immerhin gab es noch den Ratschlag ‚Musst ja nicht die elektrische Schere nehmen und alles beschneiden, nimmt die Heckenschere und kappe nur die Spitzen‘. Also habe ich Samstag den Reinhard Mey gemacht  …


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Denn immer wenn es um das Thema ‚Heckenschnitt‘ geht, fallen mir so bestimmte Schlüsselerlebnisse und Assoziationen ein. Dazu gehört das Monschauer Heckenland, wo ich 1975 als junger Wehrpflichtiger immer auf dem Weg zur Kaserne im niederländischen Büdel durch fuhr. Schon damals fielen mir die Buchenhecken auf, die die Höfe als Windschutz umgaben.

Monschau: Hecke
(Hecke in Monschau, Quelle: Wikipedia Caronna CC BY-SA 3.0)

Hätte mir auch gefallen, wenn das Schneiden nicht solche Arbeit wäre. Und da wäre noch Reinhard Mey, der ab den 60er und in den siebziger Jahren als junger Liedermacher so einige Titel (Über den Wolken …, Die heiße Schlacht am kalten Buffet, Männer im Baumarkt, Der Mörder ist immer der Gärtner, Irgendein Depp mäht irgendwo immer etc.) veröffentlichte. Mey hat mich in meiner Jugend ab 1974/75 begleitet – und beim Stichwort ‚Hecke schneiden‘ kommt mir automatisch Reinhard Mey ‚Der Mann der seine Hecke schor‘ (YouTube ab 6:55) in den Sinn. Ach ja, und es gibt noch den ewigen Kampf mit der angeheirateten Hälfte, wie viel geschnitten werden darf. Sieht die Hecke anschließend wie nachfolgend aus?

Gestutzte Hecke
(Gestutzte Hecke)

Diese Episode hatte ich literarisch in den Blog-Beitrag Der Ritter der Heckenschere: Der Lavendel-Schnitt gegossen.

Aber ordentlich schneiden …

Aber dieses Mal war es nur der Kirschlorbeer hinter dem Haus, der einige Spitzen ausgetrieben hatte, wie man auf nachfolgendem Foto sieht.

Kirschlorbeer-Austriebe


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Da ich wenig Lust zum Heckenschnitt hatte, habe ich mir zwar nicht die Nagelschere, aber die mechanische Heckenschere gegriffen und in 20 Minuten war die Sache geritzt. Damit auch jeder sieht, dass ich nicht nur Radikalschnitt kann, hier ein Beweisfoto:

Gestutzte Kirschlorbeer-Hecke

Sieht doch ganz manierlich aus, oder? Ich habe auch wirklich nur die Spitzen der Austriebe gekappt. Hier noch ein Blick von meiner Terrasse auf die Hecke:

Gestutzte Kirschlorbeer-Hecke

Inzwischen hat die Hecke die Funktion des Sichtschutzes zum Nachbargrundstück übernommen – und die Wuchshöhe ist nun auch einheitlich. Und was macht Mann, wenn man sich schon mal überwunden und die Heckenschere ausgepackt hat?

… und was machen wir jetzt?

Vor dem Haus habe ich noch eine Liguster-Hecke, die aber nach einem trockenen Sommer kümmert und jetzt nicht beschnitten wird. Stattdessen musste das Zitrus-Bäumchen auf der Terrasse herhalten – da habe ich gleich den Austrieb einiger Äste mit einer Gartenschere gekappt.

Zitronenbäumchen

Das Bäumchen wurde dieses Jahr in einen neuen Topf gepflanzt, hatte aber einen Schädlingsbefall im Frühling (rote Milbe, Blatt- und Wollläuse). Habe das Geviech mit Seitenlauge abgewaschen und die Pflanze beschnitten. Seit dem ist sie schädlingsfrei, hat aber aktuell nur zwei grüne Früchte, die nicht abgeworfen wurden. Mal schauen, ob ich dieses Jahr noch Zitronenblüten zu sehen bekomme. Dafür steht meine Bougainvillea in herrlicher Blüte.

Garten macht doch Spaß

Garten macht einfach Spaß, wenn nicht die Arbeit wäre … aber die übernimmt meist meine Frau, weil ich immer so radikal und nicht akkurat genug zu Werke gehe. Als schlechtes Beispiel zu dienen, hat gelegentlich halt auch seine Vorteile. Und es kann auch Spaß machen, einfach auf der Terrasse zu sitzen, einen Wein zu trinken, und Anderen bei der Gartenarbeit zuzuschauen.

Nur habe ich mir inzwischen abgewöhnt, so quasi als Kompensation, der besseren Hälfte ‚hilfreiche Ratschläge für die Gartenarbeit‘ zu geben (eh, für den Ast musst Du die Baumschere mit der Übersetzung nehmen, sonst kriegst Du den nicht durch  …) – gab immer so ‚bad vides‘ auf meine gut gemeinten Tipps.

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