OSIRIS-REx erfolgreich auf Asteroid Bennu gelandet

Die Raumsonde OSIRIS-REx ist gestern erfolgreich für einige Sekunden auf der Oberfläche des Asteroiden Bennu gelandet, um dort eine Probe zu nehmen. Diese Probe solle 2023 von der Sonde zur Erde zurück gebracht werden. Hier einige Informationen zu dieser Mission.


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Der Asteroid Bennu, einige Informationen

Bennu ist ein Asteroid des Apollo-Typs, der am 11. September 1999 im Rahmen des LINEAR-Projekts entdeckt wurde und zunächst die Bezeichnung 1999 RQ erhielt. Der Durchmesser beträgt ca. 492 Meter, die Masse wird mit 87 Millionen Tonnen angenommen. Das Teil umkreist die Sonne mit einer Geschwindigkeit von 100.000 km/h und kreuzt die Erdumlaufbahn wohl periodisch.

Wegen seiner Flugbahn gilt Bennu als Killer-Asteroid, der durchaus irgendwann auf der Erde einschlagen könnte. Ein Datum für die nächste Annäherung ist der 25. September 2135. Ich hatte im Beitrag Sonde Osiris Rex fotografiert Ziel Asteroid Bennu einige Details berichtet.

Die Landung von OSIRIS-REx

Die Raumsonde OSIRIS-REx ist ja vor einem Jahr am Asteroiden Bennu, ein Gesteinsbrocken mit ca. 500 Metern Durchmesser, zu einer Beobachtungsmission angekommen (siehe Links am Artikelende). Die Nasa plante eine kurze Landung der Sonde Osiris Rex auf dem Gesteinsbrocken, um Proben aufzunehmen. Wegen der geringen Schwerkraft ist diese Landung der Sonde möglich, das Sammeln von Gesteinsproben aber schwierig. Die Japaner haben das kürzlich mit der Sonde Hayabusa2 auf dem Komentenkern Ryugu demonstriert (siehe Links am Artikelende).

Wissenschaftler hatten eine Zone mit dem Namen Nightingale (Nachtigall) als Landestelle ausgesucht – ich hatte im Blog-Beitrag Asteroid Bennu: Landung und die ‘explodierenden’ Felsen über dieses Vorhaben berichtet.

NASA’s OSIRIS-REx mission readies itself to touch the surface of asteroid Bennu
NASA’s OSIRIS-REx mission readies itself to touch the surface of asteroid Bennu
Credits: NASA/Goddard/University of Arizona

Die Landung fand dann am 20. Oktober 2020 statt – wobei man nicht wirklich von einer Landung sprechen kann. Vielmehr berührte ein Auslegerarm die Oberfläche (siehe obiges Foto), worauf durch ausgeblasenen Stickstoff Material und Steinchen aufgewirbelt werden sollten. Dieses herumfliegende Material soll dann von der Sonde in einem Probenbehälter gesammelt werden.

(Quelle: YouTube)


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Obiges Video wurde von der NASA freigegeben und zeigt den Moment, in dem der Probenarm auf der Oberfläche kurz aufsetzt. heise hat in diesem Artikel einige Information zu diesem Aspekt der Mission zusammen getragen. Der Kurzbesuch wurde erfolgreich absolviert, wie man auch in diesem englischsprachigen Beitrag lesen kann.

Die Ingenieure und Wissenschaftler der OSIRIS-REx-Mission wenden nun verschiedene Techniken an, um herauszufinden, wie viel Material die Sonde wirklich aufsammeln konnte. Zunächst werden sie Bilder des Nightingale-Geländes vor und nach der Landung vergleichen, um zu sehen, wie viel Oberflächenmaterial sich als Reaktion auf den Gasausstoß bewegt hat.

Als nächstes wird das Team versuchen, die Menge der gesammelten Probe zu bestimmen. Eine Methode besteht darin, den TAGSAM-Kopf mit einer Kamera namens SamCam zu fotografieren. Diese wurde zur Dokumentation der Landung verwendet und soll den TAGSAM-Kopf aufnehmen, um indirekt herauszufinden, ob dort Staub und Material sichtbar ist.

Einige Tage nach der Analyse der SamCam-Bilder wird eine weitere Methode zur Messung der Masse der gesammelten Probe versucht, indem die Änderung des „Trägheitsmoments“ der Sonde bestimmt wird. Bei diesem Manöver wird der TAGSAM-Arm zur Seite des Raumfahrzeugs ausgefahren und das Raumfahrzeug langsam um eine zum Arm senkrechte Achse gedreht. Nachdem sie dieses Manöver vor dem TAG und jetzt danach durchgeführt hat, können die Ingenieure die Veränderung der Masse des Sammelkopfes als Ergebnis der darin befindlichen Probe messen. Details lassen sich in dieser NASA-Mitteilung nachlesen.


(Quelle: YouTube)

Obiges Video zeigt schematisch wie sich die Wissenschaftler die Probennahme der Sonde so vorstellen. Spannende Sache, das Ganze musste vollautomatisch ablaufen, da Funksignale von der Erde bis zur Sonde 26 Minuten benötigen.

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