Weihnachtsmusik – Teil 2: Dire Straits 'in concert'

Plattenspieler mit LP, Word Record Store DayNachdem zum ersten Weihnachtstag Pink Floyd in der Wohnstube zu Besuch war (Weihnachtsmusik: Pink Floyd ‚in concert'), habe ich zum zweiten Weihnachtstag mal die Dire Straits eingeladen. Die Band um Mark Knopfler ist natürlich etwas ganz Besonderes. Die Dire Straits sind ebenfalls ein Teil meiner Jugend in den 70/80ern.


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Die Dire Straits (deutsch: Ernste Schwierigkeiten) waren eine britische Rockband, die von 1977 bis 1995 aktiv war. Im Jahr 1977 steckte ich mitten im Studium, und viel weiter nördlich, im fernen England gründete ein gewisser Mark Knopfler mit seinem Bruder David Knopfler sowie dem Bassisten John Illsley und dem Schlagzeuger Pick Withers die Band. Das hatte ich im Mai 2020 im Beitrag Vor 35 Jahren: Die Dire Straits bringen 'Brothers In Arms' kurz erwähnt. Das 1985 erschienene Album und das Stück Brother in Arms ist natürlich ein absoluter Leckerbissen. Im Jahr 1985 waren die Dire Straight auch beim Live Aid-Konzert in London dabei (siehe Vor 35 Jahren: Live Aid-Konzert). Und 2019 gab es den Blog-Beitrag Mark Knopfler wird 70, die Zeit rennt.

Aber zurück zu den Anfängen. Das 1978 erschienene Album Sultans of Swing mit der gleichnamigen Single-Auskoppelung avancierte zum ersten Hit der Band (nur in England tat sich die Band mit dem Erfolg schwer), und ist auch heute noch ein Klassiker (einfach auf das nachfolgende Bild klicken, um das Video abzurufen).

Dire Straits Sultans of Swing
Dire Straits  Sultans of Swing

Dieses Stück war ja schon häufiger Thema hier im Blog. So gab es eine junge Drummerin, die ich mal im Beitrag Drummerin Sina covert 'Sultans Of Swing' (Dire Straits) vorgestellt habe. Und eine ganz besondere Cover-Version habe ich im Beitrag Sultans of Swing (Dire Straits) Luna Lee-Interpretation vorgestellt. Die Koreanerin Luna Lee spielt das Ganze auf einem Gayageum, eine in der klassischen koreanischen Musik gespielte Wölbbrettzither. Nachfolgend kommen 1 Stunde und 25 Minuten Dire Straits als Konzertmittschnitt von einem Auftritt im Jahr 1979 im Rockpalast – eine Zeit, als die Band in Deutschland schon Erfolg hatte, während in England kaum einer von denen Notiz nahm. Die Band spielt dort die Stücke aus dem Album Sultan of Swing.

Dire Straits – Rockpalast 1979
Dire Straits – Rockpalast 1979

Ein Live-Konzert der Dire Straits im Wembley Stadion in London der Brothers in Arms Tour 1985 lässt sich hier abrufen. Und 1988 gab es noch das Perfect Mandela-Solidaritätskonzert zum 70. Geburtstag von Nelson Mandela im Wembley Stadion in London. Der Konzertmitschnitt lässt sich hier abrufen. Dort wird auch das Stück Money for Nothing gespielt. Das Stück stammt vom Album 'Brother in Arms' , das ebenfalls international erfolgreich war – den Text findet man hier. Das Stück ist eine ironische Auseinandersetzung mit dem Musik- und Mediengeschäft. Die Wikipedia schreibt dazu:

Der Autor „spricht" nicht selbst, sondern übernimmt die Perspektive einer Figur, die mit dem Musikgeschäft nichts zu tun hat. Dieser einfache Arbeiter geht seinem Job nach und lässt sich über Rockstars aus, die seiner Ansicht nach „Kohle für nichts" bekommen. Schon in der ersten Textzeile wird dessen Verachtung deutlich, wenn er die Popstars als „Pfeifen" oder „Penner" („Now look at them yo-yos") bezeichnet.

Im Video erscheinen zwei Möbelpacker, die Kühlschränke und Fernsehapparate liefern und während einer schweißtreibenden Arbeit von den Geräten ungewollt beschallt werden. Dazu der Text We gotta move these refrigerators, gotta move these colour TVs… They play the guitar on the MTV… That ain't working!

Kommt mir irgendwie bekannt vor, denn in diesem Kontext gehöre ich für manche Leute auch zur angeblich 'Money for nothing and chicks for free' Klientel, habe ich aus der gerade skizzierten Perspektive doch die letzten 27 Jahre ein wenig am Schreibtisch gesessen, etwas auf der Tastatur gehämmert und bekam sogar noch Geld dafür. Denn als Autor lebe ich seit 1993 vom Mediengeschäft und meiner Schreibe. Gut, die 'chicks for free' streichen wir fürs Protokoll, da hätte meine Frau deutlich was dagegen gehabt. Und das bisschen 'auf der Tastatur hämmern' war genau so harte Arbeit, wie manche Musiker auf der Bühne leisten. Auch die Zeiten, wo du mal 6 Monate keinen roten Heller einnimmst, kenne ich, genau wie mancher Musiker, auch. Aber gerade deshalb gefällt mir dieses Stück mit seiner Ironie ganz gut, spiegelt es doch wunderbar die Vorurteile der hart arbeitenden Bevölkerung gegenüber den 'faulen' Medienmenschen wieder.


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Doch genug geschwätzt – einfach die Konzertvideos der Dire Straits genießen, war eine geniale Zeit und Musik. In diesem Sinne viel Spaß beim Hören und schönen zweiten Weihnachtsfeiertag.

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3 Antworten zu Weihnachtsmusik – Teil 2: Dire Straits 'in concert'

  1. remo sagt:

    Vortreffliche Wahl !

    Auch die Solowerke von Mark Knopfler sind ein Hörgenuss.

    • guenni sagt:

      Absolut! Als die 1977 loslegten, hatte ich gerade versucht, mir selbst das Gitarre-spielen beizubringen. War aber recht talentfrei (nicht wirklich hörbar) und habe es nach dem Studium aufgesteckt – nur 5% dessen, was Mark Knopfler drauf hat, und ich hätte auf einer anderen Bühne gestanden … im Sinne von 'Money for nothing …' – aber sollte nicht sein.

      Dachte Sohnemann macht es besser, aber trotz einiger Jahre Gitarrenunterricht hat nix gezündet. Die Gitarre ist noch da, aber die Saiten sind gerissen – müsste die vielleicht mal neu bespannen und schauen, ob noch irgend etwas 'da ist' – fürchte aber, da ist nix mehr, was diesbezüglich noch in den Fingern steckt.

      • Remo sagt:

        Wenn es in den Fingern juckt, soll man es versuchen. Ich hatte als Schüler Schrammel-Unterricht (Wir haben noch Wind in den Haaren, usw.) bis hin zum Finger-Picking. Wegen der Berufsbildung dann leider beiseite gestellt, aber mit über 40 dann wieder eine gekauft und im Selbststudium reaktiviert. Ich war erstaunt, wieviel noch aus der Schulzeit hängen geblieben ist. Ein wenig später habe ich mit einem guten Lehrer weitergemacht und bin so beim Blues hängen geblieben. Heute mit ü60 macht es, trotz gesundheitlichen Einschränkungen (Stichwort: Michael J. Fox) immer noch Spass.

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