Der "Gepäck-Mantel" für den geizigen Vielflieger

Heute noch eine Geschichte zum Schmunzeln, auf die ich die Woche auf Twitter gestoßen bin. Ein spezieller Mantel, gefertigt für Leute, die viel fliegen, aber zu geizig sind, für die Aufgabe von Handgepäck zu zahlen.


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Ich meine, in Zeiten der Coronavirus-Pandemie haben die meisten Zeitgenossen wichtigeres zu tun, als häufig zu fliegen. Und wer häufig fliegt, möge auch dafür zahlen – Flugverkehr ist parasitär und überlässt der Allgemeinheit die Folgekosten in Milliarden Höhe (Umweltschäden, Subventionen etc.). Aber zurück zur skurrilen Erfindung: Der Mantel für den geizigen Vielflieger.

"Gepäck-Mantel" für den geizigen Vielflieger

Ich bin über den obigen Tweet auf diese „Innovation“ gestoßen. Der Mantel hat viele Taschen, wo Mann oder Frau Wichtig Notebook, Smartphone, Digitalkamera, Musikabspielgerät, Kamera, ein paar Schuhe und weiteres unterbringen kann und dann Handgepäck (was wohl bei manchen Fluggesellschaften extra kostet) sparen kann. Einfach auf das Foto klicken, um das Video auf Twitter abzuspielen – gibt halt Sachen, die die Welt nicht braucht.

Zum Hintergrund: Diese Jacke oder schon eher ein Mantel machte 2017 Schlagzeilen, weil dessen Erfinder sich das Projekt „Airport Jacket“ über die Plattform Kickstarter finanzieren lassen wollte (siehe diesen Artikel). Die Idee hat es zwar in die Presse geschafft, es gab viele Artikel. Wenn ich diese Kickstarter-Seite auf die Schnelle richtig interpretiert habe,  fanden die potentiellen Käufer das aber nicht so prickelnd. Die geplanten 77.000 Dollar Finanzierung zur Produktion konnten im Zeitraum 4. Jan 2017 – 25. März 2017 wohl nicht eingeworben werden.

Ok, damals hatten die Leute noch keinen Schimmer, was ihnen ab Frühjahr 2020 bezüglich einer Pandemie in Sachen Reisen drohen wird. Ironie am Rande: 2001 bis 2014 war ich in einem Umweltschutzverein, der sich auch gegen den Flughafenausbau – samt Rodung wertvollen Bannwalds – in Frankfurt/Main engagiert hat, für die Pressarbeit aktiv. In den Anhörungen des Planfeststellungsverfahrens wurde vorgebracht, dass eine kleine Pandemie den Flugverkehr weltweit zum Erliegen bringen würde. Damals ging es um SARS-1, was man aber mit viel Glück in den Griff bekam. Ich erinnere auch noch, wie das Ganze von den Ausbaubefürwortern verlacht wurde – 100.000 neue Arbeitsplätze wolle man in Frankfurt schaffen. Bekanntlich ist es ja anders gekommen: Der Bannwald wurde gerodet und die Nordwest-Landebahn dient aktuell als Parkplatz für Flieger. Die Erweiterung des Flughafengeländes für eine A380 Wartungshalle, der viel Bannwald zum  Opfer fiel, endete damit, dass die Hälfte des Bereichs als PKW-Parkplatz für die Belegschaft genutzt wurde. Der damalige Ministerpräsident Roland Koch ging später zu Bilfinger Berger, musste dann aber den Konzern, der in eine wirtschaftliche Schieflage geriet, verlassen. Der „Macher“ ist heute Vorsitzender der Ludwig-Erhard-Stiftung. Mehr muss man dazu nicht schreiben – außer: die Milliarden, die in den letzten Jahren in die Luftverkehrswirtschaft (auch vor Corona) versenkt wurden, habe ich gerade nicht im Kopf. Der Gepäck-Mantel ist ja glücklicherweise in der Konzeptionsphase stecken geblieben – außer Spesen nichts gewesen, könnte man so sagen.


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