Corona: Antigen-Schnelltests, was man wissen sollte

GesundheitAb März 2021 soll es ja Coronavirus-Schnelltests für deutsche Bundesbürger geben. Das betrifft sowohl kostenlose Tests in Testzentren von Kommunen, als auch die verfügbaren Antigen-Schnelltests für den Heimgebraucht. Ich habe mal auf die Schnelle ein paar Informationen zum Thema verlinkt bzw. zusammen gezogen.


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Begriffserklärungen: PCR-Test, Antigen-Test etc.

Im ganzen Thema Antivirustest schwirren eine Menge Begrifflichkeiten durch die Medien. Da gibt es die sogenannten PCR-Tests, dann Schnelltests – und der Begriff Laien-Tests kommt auch noch vor. Das Gesundheitsministerium hat auf dieser Seite die Tests so kategorisiert:

  • PCR-Tests sind der „Goldstandard“ unter den Corona-Tests. Die Probenentnahme erfolgt durch medizinisches Personal – die Auswertung durch Labore.
  • Antigen-Schnelltests für SARS-CoV-2 funktionieren nach einem ähnlichen Prinzip wie Schwangerschaftstests. Durchgeführt werden können sie nur durch geschultes Personal – dafür wird ähnlich wie beim PCR-Test ein Nasen- oder Rachenabstrich gemacht. Die Auswertung erfolgt im Gegensatz zu den PCR-Test aber direkt vor Ort.
  • Laien-Selbsttests sind zur Anwendung durch Privatpersonen bestimmt. Dafür muss die Probenentnahme und –auswertung entsprechend einfach sein. Der Test kann zum Beispiel mit einem Nasenabstrich oder mit Speichel erfolgen. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte überprüft zusammen mit dem Paul-Ehrlich-Institut Qualität und Aussagekraft der Laien-Tests.

Die Selbsttests haben gegenüber den PCR-Tests eine höhere Fehlerrate. Daher soll/muss nach jedem positiven Selbsttest immer ein PCR-Test zur Bestätigung gemacht werden. Auf dieser Seite finden sich weitere Informationen, was bei Tests zu beachten ist. Die Hessenschau hat in diesem Artikel eine Zusammenstellung veröffentlicht, was man über Antigen-Schnelltests wissen sollte.

Laien-Tests: Game-Changer oder Finger weg?

In den Medien hört man oft, dass die Laien-Tests so etwas wie ein „Game-Changer“ seien, mit denen man neben Impfungen die Coronavirus-Verbreitung in den Griff gekommen könne. Die Apotheken-Umschau hat Ende Februar 2021 diesen Artikel mit interessanten Informationen zu den verschiedenen Tests zusammen gestellt. Dort erfährt man auch, wer sich testen lassen soll und wie Tests gemacht werden. Im Artikel findet sich die klare Aussage „Schnelltests sind keine Game-Changer“. Ein negatives Ergebnis im Antigentest schließt eine Infektion nicht aus.

Insbesondere die Probennahme durch die Nase bis in den hinteren Rachenraum dürfte unangenehm sein. Zudem lauern dort die Fehlerquellen, wenn die Probennahme falsch gehandhabt wird. Die Hessenschau zitiert in diesem Artikel den Virologen Stürmer, der es für denkbar  hält, dadurch auch in Deutschland Schulen und Kitas wieder vollständig öffnen zu können. „Morgens die Kinder mal kurz mit einem Schnelltest testen und ab in die Schule. Das klingt trivial, wäre aber sicherlich ein großer Baustein“, sagt er.

Halte ich ad-hoc für ziemlichen Humbug, welches auch nicht durch Wiederholung durch die Medien nicht besser wird. Alleine von der praktischen und der Kostenseite ist das nicht zu stemmen. Drei Kinder, die in die Kita/Schule sollen, nach dem Aufstehen schnell mal im Bad durch Mutter oder Vater mit Wattestäbchen beprobt und dann drei Antigen-Schnelltests beträufelt. Nach dem Frühstück dann nachgeschaut, ob der Test angeschlagen hat. Ach ja, die Eltern würden sich gegenseitig testen.

Ein Antigen-Test ist positiv, die anderen sind negativ – was machen wir? Das ist ungeklärt – denn normalerweise muss ein PCR-Test bei positivem Befund folgen. Von der Aufwands-Kostenseite muss man so um die 10 Euro pro Antigen-Schnelltest rechnen (ich habe auch schon 20er-Packungen für 149 Euro gesehen. Wären bei fünf Personen glatt mal 50 Euro pro Tag, oder 250 Euro pro Woche. Das hält kaum jemand finanziell durch – selbst, wenn die Tests nur 5 Euro pro Stück kosten würden.

Corona-Schnelltests


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Das Bundesgesundheitsministerium hält ein oder zwei Tests pro Woche für Schülerinnen und Schüler in einem Diskussionspapier für sinnvoll. Würde die Kosten zwar senken, aber führt auch nicht wirklich weiter. Ich bin nur ein kleiner Blogger, kompetenter sind da eher Medizinerverbände. Laut diesem Artikel hat sich der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), Thomas Fischbach, gegen die Testung von Kindern ausgesprochen. Die Begründung: Die Gefahr, dass die Hygienemaßnahmen nach negativen Testergebnissen nicht mehr eingehalten würden, weil sich die Schüler in falscher Sicherheit wögen. Bei falsch positiven Tests müssten Kinder unnötig in Quarantäne.

Aber es gibt ein gewichtigeres Argument: Die Gesellschaften für Pädiatrische Infektiologie, für Kinder- und Jugendmedizin und für Krankenhaushygiene haben eine Stellungnahme erstellt. Entgegen den Ideen des Bundesgesundheitsministeriums sagen die Fachleute ganz klar „Tests sind Humbug“. Das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) zitiert aus der Stellungnahme:

Vor allem die unangenehmen Schnelltests mit Abstrich tief in der Nase oder im Rachen könnten bei häufiger Anwendung für junge Schulkinder sehr belastend sein, so die Befürchtung der Verbände. Statt „vorschnell und kontraproduktiv“ alle Schulkinder zu testen, brauche es eine umfassende Strategie zum Einsatz von Testungen in Schulen (z.B. das gesamte Personal, auch Mitarbeiter von Kantinen oder Fahrdiensten, jeden zweiten Tag durch geschultes Personal zu testen. Bei Selbsttestungen drohten zu viele falsche Ergebnisse.

Wo gibt es Laien-Tests, was kosten die?

Die spannende Frage ist, was die sogenannten Laien-Antigen-Tests für COVID-19 kosten und wo diese Tests erhältlich sind. Als allererstes: Antigen-Tests auf SARS-CoV-2 müssen – auch für den Selbst-Test zugelassen sein. Eine Liste der zugelassenen Schnelltests führt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) auf dieser Webseite.

Die Pharmazeutische Zeitung hat die Tage diesen Artikel veröffentlicht, nach dem der Viromed-Schnelltest (Lyher® Covid-19 Antigen Schnelltest, ist in der BfArM-Seite aufgeführt) zum Preis von 9,90 Euro auf dem Weg in die Apotheken sei.  Auf der Firmenwebseite wird der Test, laut dieser Webseite mit einem Preis von 9,90 Euro für die 25er-Packung angeboten. Ich habe auf dieser Firmenseite eines weiteren Anbieters den Lyher® Covid-19 Antigen Schnelltest aber auch zum Preis von 269,90 € für 25 Stück gefunden – immerhin ist die Lieferung kostenlos.

Viromed-Schnelltest

Supermärkte und Drogerien sollen nicht von Viromed beliefert werden. Ich denke, dass dort einer der anderen Hersteller auf China zum Zuge kommt. Die Preise erwarte ich im Bereich von 7-9 Euro/Stück bei 25 Einheiten-Packungen. Später könnten die Tests preiswerter werden. T-online hat hier was zu geschrieben. Aber sich dann täglich, wie Zähneputzen, auf Covid-19 schnell-zu-testen halte ich für Humbug. Wir werden sehen, wie diese Geschichte letztendlich ausgeht


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6 Antworten zu Corona: Antigen-Schnelltests, was man wissen sollte

  1. nook sagt:

    GB: „Wir werden sehen, wie diese Geschichte letztendlich ausgeht“

    Wir wissen nach wie vor nicht wo sich die Leute infizieren. Den Hotspot und potentielle Träger erkennen, selbst mit Laientests, ist immer noch besser als alle so wie bisher rumlaufen zu lassen.

    Wie macht es Österreich? Massig Tests!

    In Oberfranken sprießt eine kostenlose „Schnell“ Teststation nach der anderen aus dem Boden, weil die Kacke einfach am Dampfen ist!
    .br.de/nachrichten/bayern/abstrich-aktion-region-hof-stockt-corona-testzentren-auf-28-auf,SQViaoD

    Jetzt noch der kurze Kostencheck:
    Testkosten vs
    Lockdown
    Klinikkosten
    Folgekosten wegen nicht stattgefundener Untersuchungen / OP`s etc.
    LongCovid Auswirkungen der jungen arbeitenden Bevölkerung

    Gruß vom Rentner aus Oberfranken, dem es langsam mulmig wird, wenn er die kuschelnden Ausflügler am Wochenende beobachtet und die Mutanten um die Ecke lauern.

    Zu den dichten Grenzen, die sind auch ziemlich grün. Wanderer aus CZ in Obfr. sind keine Seltenheit!

    Sorry, das musste raus ;-)

  2. Mira Bellenbaum sagt:

    Schnelltests sind einfach nur Blödsinn!
    Impfen, Impfen und nochmals Impfen heißt die Devise!

    Aber nein, es muss der Impfplan eingehalten werden
    und der „ungeliebte“ Impfstoff liegt auf Halde
    und vergammelt oder wird ans Ausland verschenkt.

  3. Mance sagt:

    Der ganze Bohei soll vermitteln, daß wir die Sache damit im Griff haben könnten. Der Ansatz ist natürlich gut, aber die Fehlerquellen sind zu groß und nach dem was ich sonst bisher an Erfahrungen über das Verhalten mancher Leute gemacht habe, habe ich kein Vertauen zu verantwortungsvoller Anwendung im privaten Bereich.
    Im Moment sehe ich als die einzige wirkungsvolle Möglichkeit das Impfen an. Ist aber leider auch nur ein Trauerspiel. Was ist eigentlich mit den angeblich unnütz herumliegenden Astrazeneca-Ampullen? Warum werden die nicht einfach unkomliziert an Willige verteilt? Ich würde sofort einen Termin vereinbaren.

    • Mance sagt:

      *ttps://www.t-online.de/nachrichten/panorama/id_89580248/corona-schnelltest-wie-problematisch-sind-eigentlich-die-neuen-selbsttests-.html

      * = h

  4. Manuhiri sagt:

    Meine letzte Grippeschutzimpfung liegt 5 Jahre zurück, ich hör‘ die Schwester noch fragen: „Links- oder Rechtshänder?“

    6 Monate später war der linke Arm periphär nur noch eingeschränkt beweglich. Diagnose der Schichtaufnahme ergab “ … Sehnenteilruptur, wir gucken mal rein … !“

    Klasse, meine ertse OP, gleich mit Vollnarkose, dafür minimalinvasiv. Na ja, am Ende sagt der Chirurg, eine angerissene Sehne habe er nicht gefunden ’nur‘ eine Entzündung, hätte man auch konventionell … Ultraschall .. bla, bla.. Wenigstens bin ich seit dem schmerzfrei. Noch mal Spritze linker Arm? Erst mal nicht! Seit dem bin ich generell auch bei Diagnosen mit CT vorsichtig.

  5. Victoria sagt:

    Im Endeffekt wird eh die Impfung die Lage in den Griff bekommen.. Aber das wird noch dauern.. bei uns im Ösiland hats gheißen, dass der Sommer 2021 ein normaler Sommer wird.. glaub das wird sich nicht ganz ausgehen..

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