Vodafone-Urteil: Alter Router darf bei Vertragsablauf nicht mit 250 Euro berechnet werden

ParagraphEinige aus der Blog-Leserschaft sind möglicherweise Kunden beim Mobilfunk-, Internet- sowie Kabelnetzanbieter Vodafone und bekommen Router und/oder Receiver für den Internetzugang oder den Kabelempfang gestellt. Diese Geräte erhält man aber nur leihweise und muss diese bei Vertragsende an den Anbieter zurücksenden. Wer das vergisst oder das Gerät nicht mehr hat, bekam von Vodafone eine Rechnung über 250 Euro. Dieser Praxis haben nun zwei Landgerichtet einen Riegel vorgeschoben.


Anzeige

Vodafone-Kunden kennen dies – die Rundum-Angebote für Internet & Telefon und sogar Kabelfernsehen für Privathaushalte. Man bekommt alles von Vodafone gestellt und braucht nur noch zahlen – im Zweifelsfall sogar noch nach dem Umzug in ein Pflegeheim, wie ich im Beitrag Vodafone: Du zahlst auch 3 Monate nach Umzug ins Pflegeheim den Kabelanschluss mal thematisiert habe – nennt sich wohl Interessensausgleich. Wird ein Vertrag mit dem Anbieter Vodafone gekündigt, muss der Verbraucher die von Vodafone bereitgestellten Geräte (Router, Receiver) zurücksenden. Dagegen ist nichts einzuwenden, das Zeug ist ja nur gemietet.

Vodafone-Angebot
Vodafon Werbeanzeige für Internet

Versäumt der Ex-Kunde dies, weil er das Gerät behalten will, nicht mehr hat oder die Rücksendung verloren geht bzw. nicht zugestellt werden kann, muss er zahlen. Auch da ist nichts gegen einzuwenden – Geliehenes muss man halt zurückgeben. Aber Vodafon hat in seinen AGB die Klausel, dass in allen diesen Fällen pauschal 250 Euro fällig werden. Und diese Beträge wurden durchaus belastet – auch wenn das Gerät alt und über Jahre beim Ex-Kunden im Einsatz war. Als ich die Tage das Thema auf Facebook ansprach, meldete sich prompt ein Dienstleister "ist mir mit einem Kunden passiert, hatte dem gesagt, er soll das Gerät aufheben, weil ich ihm eine FRITZ!Box installiert habe … als wir den Vertrag nach Jahren gekündigt haben, hatte der Kunde das Gerät natürlich weggeworfen …".

Nun ja, es gibt den Spruch "Alt gegen Neu" – aber bei einem alten Gerät den Neupreis als Schadensersatz zu verlangen, widerspricht irgendwie den guten Sitten und dem, was man als fair empfinden könnte. Sah auch die Verbraucherzentrale so und hat gegen diese Klausel in den Vodafon AGB vor dem Landgericht Düsseldorf und dem Landgericht München geklagt. In beiden Fällen bekam die Verbraucherzentrale in erster Instanz Recht – die Richter sahen es so, dass Vodafone bei einem nicht zurückgegebenen Altgerät nur den Zeitwert berechnen darf. Die Details habe ich drüben im IT-Blog im Beitrag Urteil: Vodafone darf für nicht zurückgegebene Router/Receiver keinen Neupreis verlangen zusammen gefasst. Vielleicht hilft es mal dem einen oder anderen Betroffenen.

Ähnliche Artikel:
Vodafone: Du zahlst auch 3 Monate nach Umzug ins Pflegeheim den Kabelanschluss
Kabelfernsehen: Vodafone wirft 20-30 Sender raus
Vodafone: Urteil gegen ‚fingierte' Vertragsabschlüsse per Telefon
Warnung vor Vodafone-Werbung im Briefkasten
Zunahme per Telefon untergeschobene Verträge und Abos!


Cookies blockieren entzieht uns die Finanzierung: Cookie-Einstellungen

Anzeige


Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Technik, Tipp abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.