Meine "Schrauberjahre": Der Führerschein …

VW-KäferNach einem 52 Jahre währenden Berufslebens, welches 1969 als Lehrling im Elektro-Handwerk begann, stehe ich an der Schwelle zum Rentner-Dasein. Da geht natürlich der Blick auch mal zurück und mir fallen so Episoden aus meiner Jugend ein. Dazu gehört auch meine Phase als „Schrauber“ – am Moped oder an den Autos, die ich so hatte. Davor stand aber der Führerscheinerwerb sowie die Vorbereitungen dazu. Alles Stoff für viele kleine Geschichten, die in die ferne Vergangenheit meiner Jugend führen. Hier kommt Teil 1 einer Trilogie, die sich um das Thema „ich lerne fahren“ dreht.


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Der Jung fährt Trecker …

Als Sohn eines Landwirts wurde ich schon mit sechs Jahren auf den Trecker gesetzt und Vater legte den Kriechgang am Lanz-Bulldog ein. Ich hatte dann die Aufgabe, auf dem abgeernteten Kartoffelfeld eine gerade Linie zu fahren, während Vater nebenher ging und die auf dem Feld stehenden Kartoffelsäcke auf den Anhänger lud. Am Ende des Felds galt es noch die Kupplung zu treten und den Gang raus zu nehmen, damit der Trecker nicht immer weiter rollte.

Klappte schnell ziemlich gut – und war jedenfalls angenehmer, als beim Pflügen des Ackerrandstreifens unser Pferd am Zügel zu zu führen. Denn ich erinnere mich, dass wir, also der Gaul und ich, nicht kompatibel waren. Als ehemaliges Grubenpferd war der Kaltblütler fast blind und latsche mir mit seinen Vorderhufen regelmäßig auf die in Gummistiefeln steckenden Vorderzehen. Habe ich immer geflucht, denn das hast Du gespürt. Glücklicherweise hat Vater das mit dem Pflügen des Ackerrandstreifens mit dem Pferd schnell aufgegeben und den Trecker dafür genommen.

Zudem lernte ich durch diese Tätigkeiten recht schnell Trecker fahren – natürlich nur auf unseren Feldern, denn ich hatte ja noch keinen Führerschein …

… und macht Führerschein

… aber die Saat für den zeitigen Führerscheinerwerb samt den sich anschließenden Schrauberjahren war irgendwie gelegt. Mit 14 steckte ich in einer Elektro-Lehre und musste immer per Fahrrad zum nächsten Dorf in den Ausbildungsbetrieb. War ich von der Schule gewöhnt. Aber mit 16 Jahren war ein Führerscheinerwerb der damaligen Klasse 4 möglich. Berechtigte zum Fahren eines Treckers und eines Mopeds mit max. 50 Kubikzentimeter Hubraums, welches bis zu 80 km/h schnell sein durfte.

Standardmäßig hieß es „für den Führerscheinerwerb, musst Du die Fahrschule in der nächsten Stadt besuchen“ (die war ca. 20 km entfernt). In Erinnerung war mir aber noch, wie Mutter einige Jahre vorher den Führerschein auf diese Weise gemacht hatte. Ok, die Erinnerungsfetzen gehen so: Ich saß auf dem Rücksitz des VW-Käfers, Geschwister manchmal daneben, Vater fuhr und Mutter saß auf dem Beifahrersitz. Die Strecke von unserem Hof in die nahe Kreisstatt Wittlich hatte die Eigenart, dass da einige kurvige Straßenabschnitte durch die raue Eifel führten. Und es dauerte nicht lange, bis Mutter das kleine Beistellfenster der Beifahrertür aufklappte und wie ein Fisch auf dem Trockenen nach Frischluft schnappte. Ihr wurde immer regelmäßig schlecht.

War nicht die Fahrweise des Vaters, vermutlich lag es an der Eigenart des VW-Käfers. Jedenfalls nahm Mutter Fahrstunden, beim Fahrlehrer Thiel, der Name ist mir auch ein halbes Jahrhundert im Gedächtnis hängen geblieben. Fahrlehrer Thiel hing monatelang, das spürte ich als kleiner Bub, bedeutungsschwer über jeder Autofahrt mit Mutter als Beifahrerin. Aber Mutter wurde bei der Fahrschule abgesetzt, während Vater mit mir zum Landmaschinen-Handel weiter fuhr, um Ersatzteile zu kaufen oder Maschinen anzuschauen – fand das immer zum Brechen langweilig.

Irgendwann hatte Mutter den Führerschein und fuhr selbst mit dem VW in die nahe Stadt. Gemerkt habe ich mir: Von der eigenen Fahrweise wurde es ihr niemals schlecht. Und der VW-Käfer hatte keine Tankanzeige, wenn der Tankinhalt zur Neige ging, musste Mutter während der Fahrt mit dem Fuß einen Hebel auf Reserve umstellen. Dann reichte der Sprit noch für einige Kilometer bis zur nächsten Tankstelle.


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War das reinste Abenteuer, wenn der VW-Motor wegen Spritmangel gerade in den kurvigen Streckenabschnitten zu stottern anfing, ich auf dem Beifahrersitz saß und Mutter hektisch mit dem Fuß den Hebel zum Umstellen auf den Reservetank suchte und umzulegen versucht, während die nächste Kurve auf uns zu kam. Gut, ich habe damals schon eisern an das Kölsche Grundgesetz geglaubt: Et hätt noch immer jot jejange. Schlecht ist es mir auch niemals geworden, selbst wenn Mutter fuhr.

Ach ja, das typische Blumenväschen für Kunststoffblumen, der aufgeklebte Christophorus (Schutzpatron der Kamikaze-Fahrer/innen) sowie der aus Plastik bestehende aufgeklebte „Tank-Kilometerzähler“ am Amaturenbrett des VWs stehen auch heute noch noch vor meinem geistigen Auge. Am „Tank-Kilometerzähler gab es Rädchen, mit denen man den Kilometerstand beim Tanken einstellen konnte. So hatte der Fahrer durch Subtraktion vom Kilometerzähler des Tachos eine ungefähre Kontrolle, wie viele Kilometer er wohl noch mit der Restfüllung kommen würde.

Ach ja, zur Ehrenrettung von Mutter muss ich sagen: Als Vater den VW-Käfer verkaufte und auf einen Ford 12M umstieg, war es mit der Übelkeit der Beifahrerin vorbei. Muss also doch am VW-Käfer gelegen haben. War so die Gemengelage, die mit 16 Jahren vor meinem geistigen Auge stand. Auf der einen Seite Trecker fahren und als Lehrling mit Technik umgehen, Samstags Autos der Firma waschen und von der Garage auf den Hof und zurück zu bewegen. Auf der anderen Seite der Horror „Führerschein machen, heißt wochenlang in die nahe Stadt gurken und viel Geld als kleiner Lehrling an eine Fahrschule abdrücken, um den Lappen zu bekommen“. Ging irgendwie in meiner Welt ja gar nicht …

Aber ich hatte mitbekommen: Für Klasse 4 und 5 brauchte man nur eine theoretische Führerscheinprüfung, wobei nur Klasse 4 zum Fahren eines Treckers sowie eines 50 ccm Mopeds, welches bis zu 80 km/h schnell sein durfte, berechtigte. Und ich hatte ausbaldovert, dass der TÜV in der ca. 30 km entfernten Stadt Trier eine theoretische Fahrprüfung für kleines Geld anbot. War für mich als Lehrling mit kleinem Ausbildungsgeld verlockend, aber die Durchfallraten sollen legendär gewesen sein, munkelte man.

Ich habe mir trotzdem beim nächsten Berufsschulbesuch in der nächsten Stadt in einer Buchhandlung ein Fahrschulbuch gekauft und gebüffelt. Kurze Zeit später habe ich einen Antrag auf Erteilung eines Führerscheins mit Prüfung beim TÜV gestellt (die Details sind mir aber entfallen). Ich erinnere nur, dass ich mal per Bus zum TÜV hin bin, um einen Sehtest zu machen, ein paar Mark in die Kasse für die Prüfung einzahlte und Fotos musste ich auch abgeben.

Alter Führerschein
Seltenes Dokument: Mein Führerschein von 1971 – damals vom TÜV erhalten

An die theoretische Prüfung beim TÜV habe ich keine Erinnerung mehr (außer an den langen Raum, wo vielleicht 40 Prüflinge über ihren Prüfungsbogen saßen), aber im Dezember 1971 hielt ich nach einer theoretischen Prüfung beim TÜV den Lappen in Händen. Danach hieß es „Welt ich komme“, denn es gab ein Moped. Aber das erzähle ich im nächsten Beitrag in meiner Schrauber-Reihe. Hier geht es mit den „Folge-Führerscheinen“ weiter, die ich so sammeln konnte.

Nächster Streich: Motorrad- und PKW-Führerschein

Mit kurz vor dem 18. Geburtstag stand dann der Erwerb des „richtigen Führerscheins“, also die damalige Klasse 3, für PKWs an. Und weil ich ein Moped hatte, sollte es auch gleich die Klasse 1 für richtige Motorräder werden. Als „Mann, der in der Welt herumgekommen war“, hatte ich mitbekommen, dass die Fahrschulen in der nahen Kreisstadt Wittlich untereinander eine Art Agreement geschlossen hatten – heute würde man das als Kartell bezeichnen. Es hieß jedenfalls, da muss man mindestens 20 Fahrstunden nehmen, um zur Prüfung zugelassen zu werden.

Wenn Du aber über Jahre Traktor gefahren bist, schon über ein Jahr ein Moped hattest, sollte es irgendwie schneller gehen. Vater erhälte, dass er vor Kriegsende mit 16 Jahren irgendwie den Führerschein in der militärischen Früherziehung mit so „drei vier Fahrstunden auf dem Hunsrück“ erworben habe.

Aber auch in der benachbarten Kreisstadt Bitburg gab es nicht nur das allseits bekannte Bier gleichen Namens, sondern auch eine Absprache der Fahrschulen, die Fahrschüler brauchen mindestens 20 Fahrschulstunden, bis sie zur Prüfung zugelassen werden.

Kam natürlich für den jungen Herrn nicht in die Tüte – während die typischen Fahrschüler erst mal eine Stunde damit verpulverten, Blinker, Kupplung und Bremse kennen zu lernen, sowie noch mindestens eine weitere Stunde, oft sogar zwei, auf dem Hof der Fahrschule das Losfahren, Schalten und Lenken übten, hatte ich mich neben dem Traktor oft auch in das Auto des Vaters gesetzt, um mit ihm über einen Feldweg zu unseren Feldern zu fahren.

War zwar irgendwie so „halblegal“ – auf unserem Grund und Boden war das alles zulässig – aber ein Stück der Wirtschaftswege war öffentlicher Grund. Nur kam die Polizei so gut wie nie vorbei, und wenn, sah man die von weitem. Eine kleine Lenkbewegung, und das Auto fuhr auf dem Ackerrandstreifen oder einer Wiese, war also wieder privater Grund. Die Polizei wusste das, wir wussten das, also gab es nie eine brenzlige Situation – und außer gelegentlich einem Traktor war Sonntags sowieso nie jemand auf den Feldwegen unterwegs.

Aber wie wuppen wir das jetzt mir der Fahrschule? Wäre ja nicht Vatters Jung, wenn ich nicht noch etwas ausbaldovert hätte. Frankreich hatte seine Gallier samt Asterix und Obelix. Und Bitburg hatte einen jungen Fahrlehrer, der als einsamer Gallier der Phalanx der alteingesessenen Fahrlehrer Widerstand bot. Es wurde geraunt: Der besteht nicht auf der Mindestanzahl Fahrstunden. Ich also auf’s Moped und nach Bitburg zu dem Manne hin. „Ey, ich will nen Führerschein, für’s Auto und für’s Motorrad, brauche ich die Mindeststundenzahl und wat kostet die Stunde?“ Die Antwort war sinngemäß „wenn Du fahren kannst, melde ich dich zur Prüfung an, fällst Du durch, wiederholst Du nach einer Nachschulung, liegt bei dir, aber Mindeststunden brauchst Du bei mir nicht. Und da Du Moped fährst, machst Du ein oder zwei Fahrstunden auf der 125er Honda, und dann kommt die praktische Prüfung, fällst Du durch … aber das kennst Du ja.“

Klang nach einem fairen Deal, und der Preis pro Fahrstunde war auch einige Mark günstiger als bei der Konkurrenz. Die Fahrschule hatte jedenfalls immer gut zu tun – habe meine Frau später dort ihren Führerschein ebenfalls machen lassen – dauerte durch Ehrenrunden dann doch etwas länger – obwohl ich vorher und zwischendurch mit ihr auf Feldwegen einige Stunden „geübt“ hatte.

Mit dem Sohn klappte das viele Jahre später deutlich besser. Die Fahr-Sessions auf einem stillgelegten Firmengelände mit Rampe (gut zum Anfahren üben) sowie die Einparkübungen auf dem Parkplatz eines Baumarkts haben ihm einige Fahrstunden erspart. Den Schwank zur ersten Beule an Vaters Auto, wenige Stunden nach Erhalt des Führerscheins, sowie weitere Pirouetten beschreibe ich vielleicht später mal.

Die Phasen mit der todunglücklichen Ehefrau, wenn das Blech unserer Autos mal wieder spontan ausbeulte, lasse sich sogar gänzlich unter den Tisch fallen. Herr Gott, ist doch nur Blech, ihr ist nie was passiert, habe ihr nie Vorwürfe gemacht (sie hat sich aber schwarz über jedes Missgeschick geärgert), aber mit etwas Lack habe ich vieles hin gekriegt – nur unsere Autos sahen verboten aus. Hieß immer „typisch Ingenieur, siehst Du schon, welch verbeulte Karren der fährt, dem ist das doch alles glatt egal, wie das aussieht“ – und mir sind im Fahrerleben auch schon mal diverse Mäuerchen, Leitplanken, dicke Steine oder Pfosten „einfach so vor, seitlich in oder hinter das Auto gesprungen“. Da kannst du echt nichts machen, Sachen passieren halt, während du so durchs Leben gleitest. Heute besteht die bessere Hälfte drauf, dass das „lackiert wird“ … man muss sich ja sonst schämen …wie sagte Oma schon „Junge, der Klügere gibt nach“.

An die Fahrstunden und die Führerscheinprüfung erinnere ich mich nicht mehr im Detail. Bei der ersten Fahrstunde meinte der Fahrlehrer „dann fahr mal los“, um nach hundert Metern „halt mal an“ zu sagen. Darauf folgte die Frage „Du Hund, hast Du schon den Führerschein?“. Ich erklärte ihm den Sachverhalt und der Groschen fiel bei ihm. Erinnerungsmäßig hatte ich das Minium von 14 Fahrschulstunden und 2 Stunden auf dem Motorrad, als ich zur Prüfung stiefelte. Theorie ohne Probleme gewuppt, in der praktischen Prüfung achtete ich (den Tipp hatte ich vom Fahrlehrer) darauf, deutlich vor dem Blinken den Kopf nach links und rechts zu drehen, um den Verkehr zu kontrollieren. Den Implus, das Fenster an der Fahrertür runter zu kurbeln, um den linken Arm locker und cool raushängen zu lassen, habe ich erfolgreich unterdrückt. Eine frische Unterhose und frische Socken hatte ich auch angezogen, die Haarmähne war gekämmt, konnte nix mehr schief gehen. Und ich fiel auch nicht darauf rein, als der Prüfer auf der Rückbank mich gegen die Fahrtrichtung in eine Einbahnstraße schicken wollte.

„Ey Alter, das ist eine Einbahnstraße in Gegenrichtung, was soll der Scheiß“ entfuhr es mir – der Fahrlehrer neben mir wurde ganz blass im Gesicht – aber ich fuhr wie ein junger Gott und unbeeindruckt vom Sozius gerade aus weiter. Bis der meinte „ist gut, fahren Sie zur Fahrschule zurück“, da dachte ich schon kurz „Scheiß der Hund drauf, wenn der Typ dich wegen deiner flotten Schnauze durchfallen lässt, nimmst halt noch zwei Stunden und machst mit dem Fahrlehrer eine Spritztour, ist ja Frühling, bei der nächsten Prüfung sitzt da eh ein anderer Prüfer“.

Der Prüfer stieg aus, ich stieg aus, und der Fahrlehrer saß betröppelt weiter auf dem Beifahrersitz. Plötzlich grinste der Prüfer und meinte „Jung, hast bestanden, ich sehe, Du willst auch Klasse 1 machen, dann setz dich auf das Motorrad und zeig, was Du kannst.“. Ich also Helm auf, und Nierengut umgeschnallt und gefragt „was soll ich denn zeigen“. Gut, so anfahren auf dem Hinterrad, oder den Hinterreifen in einer Acht bis auf die Leinwand auf den Asphalt radieren hatte ich eh nicht auf dem Radar. So was haben wir in unserer Jugend nie gemacht – ich schwör – dafür waren die Motorrad-Reifen einfach zu teuer. Und auf dem Niveau eines Evel Knievel waren wir damals in der Eifel definitiv nicht.

Aber der Prüfer bat mich, einfach hundert Meter die Straße hoch zu fahren, dann einige Achten auf dem Asphalt hinzulegen und dann zurück zu kommen. War einer meiner leichtesten Übungen, da die 125er Maschinen (150 ccm Hubraum statt 50 ccm meines Mopeds) fast baugleich waren. Ich habe das Programm abgespult, und als ich zurück kam, sah ich, dass der Prüfer schon die Papiere zur bestandenen Führerscheinprüfung Klasse 1 und 3  unterschrieb. Ich meine mich zu erinnern, dass ich den grauen Lappen auch direkt ausgehändigt bekam.

Postscript: Enge Straßen und ein LKW fährt sich anders

Ich mache es kurz: Der Führerscheinerwerb für PKW und Motorrad war doch recht smooth und nach meinen Vorstellungen gelaufen. Aber ich erinnere mich noch, dass der Geselle, der sonst den Ford Transit der Firma auf die Baustellen fuhr, plötzlich meinte „Du hast den Führerschein, fahr Du“. Mann, die Lenkung war am Transit ausgeschlagen und hatte ein wahnsinniges Spiel, der Laderaum war total mit Kabeltrommeln überladen und ich hatte das Gefühl, die Straße ist heute aber verdammt eng. Der Transit schwamm und eierte so auf der Straße und ich musste am Lenkrad „wie im Film oft zu sehen“ wie ein Wilder drehen und ständig die Spur korrigieren. Der Geselle auf dem Beifahrersitz lachte sich kaputt. Ich habe es trotzdem geschafft, auch am Gegenverkehr vorbei zu kommen. Es dauerte aber einige Wochen, bis ich ein Gefühl für den alten Transit hatte und trotz eiernder Lenkung sicher fahren konnte.

Mit 19 musste ich zum Wehrdienst bei der Bundeswehr – waren verlorene 15 Monate Lebenszeit. Aber die haben mich zum LKW-Führerscheinkurs geschickt. Vor der ersten Fahrstunde erklärte der Fahrlehrer, vom Rang eines Feldwebels (also für mich nix besonderes, jedenfalls kein hohes Tier beim Bund), ein wenig die Technik des LKW samt Anhänger und benötigter Druckluftbremse etc. Für mich alles bekannt. Dann hieß es aufsitzen – und gleich einem MAN-Mannschaftstransporter samt Anhänger losfahren. Zwei der Rekruten saßen mit dem Fahrlehrer im Führerhaus, der Rest der Mannschaft war auf der Ladefläche untergebracht – kennt man ja aus Soldatenfilmen, wenn 20 Mann hinten vom Laster springen.

Alle paar Kilometer gab es einen Personenwechsel zwischen Ladefläche und Führerhaus. Auf der Ladefläche hatte ich schon mitbekommen, dass die erste Fahrstunde bei keinem Fahrschüler reibungslos lief. Wir wurden auf der Ladefläche gut durchgeschüttelt, wenn jemand mit zu viel Gas anfuhr, Motor abwürgen gehörte auch zum Standard. Und es tat mir in der Seele weh, wenn die Jungs „die Getriebezähne putzten“, weil sie einfach nicht mit Zwischengas schalten konnten. Also Gas geben, das Gas weg nehmen, kuppeln, Gang raus nehmen, kurz auf das Gaspedal für das Zwischengas tippen, kuppeln und in den nächsten Gang schalten. Durch das Zwischengas wurden die Zahnräder des Getriebes in den Umdrehungszahlen angeglichen. Damals hatten weder Trecker noch LKWs ein voll synchronisiertes Getriebe. Wer das Zwischengas nicht beherrschte, verursachte hässliche Getriebegeräusche, wenn die Zahnräder nicht synchron liefen – das berühmte „Zähne putzen im Getriebe“.

Dann waren ein weiterer Rekrut und ich dran, im Fahrerhaus Platz zu nehmen. Der Nachbar durft zuerst fahren – oder es zumindest versuchen – genau erinnere ich mich nicht mehr, was genau passierte. Aber plötzlich stieg der Fahrlehrer in die Bremsen und machte den armen Jungen zur Sau „Mensch Swieni, Du kannst aber auch nix“, ließ ihn noch ein paar Mal anfahren und schickte ihn als hoffnungslosen Fall, der noch viel Arbeit bis zum Führerschein brauchte, auf die Ladefläche zurück. Ich erinnere mich auch noch, dass Swieni auf einer Fahrstunde einen Spiegel abgefahren bekam. Ein entgegen kommender LKW-Fahrer hatte einen leichten Schlenker gemacht und die Reaktion des Fahrlehrers war „so, wie Du fährst, hätte ich dir auch den Spiegel abgefahren“. Habe ich zwar nicht verstanden, denn der Junge war Fahrschüler, da passiert so was. Aber der Fahrlehrer war sauer, da er jetzt einen langen Bericht über den Hergang des Malheurs schreiben musste.

Als ich dann so als letzter mit einer ersten Fahrstunde dran war und auf den Fahrersitz kletterte, meinte der Fahrlehrer „Fahr los, aber würge den Motor nicht wie deine Vorgänger ab, so schwierig ist das doch nicht, ihr Kerle könnt aber auch nix“. Ich so gekuppelt, 1. Gang, problemlos angefahren, Lenkung stimmte und war präzise, also kuppeln, Gang raus, Zwischengas, 2. Gang, wieder mit Gas beschleunigt, dann mit dem gleichen Prozedere in den dritten Gang, um kurz danach mit dem vierten Gang locker wie Graf Joster mit Chauffeur Johann ganz entspannt über die Landstraße zu fahren. Passte für mich alles, und es sollte bald zurück in die Kaserne zum Feierabend gehen. Aber plötzlich stieg der Fahrlehrer wieder voll in die Bremsen – war so seine Art. Von der Ladefläche hörte ich nur das Gebrüll der restlichen Fahrschüler, weil diese durch die Vollbremsung durcheinander gewirbelt worden waren. Und ich dachte, „was hast Du falsch gemacht“.

Der Feldwebel herrschte mich an „Willst Du mich verscheißern, Du sitzt doch nicht zum ersten Mal in einem LKW, hast Du den LKW-Führerschein?“. Hab’s ihm erklärt und er war wieder zufrieden. Der Führerscheinlehrgang war wirklich easy going – sogar rückwärts mit einem Anhänger einparken habe ich locker auf Anhieb geschafft. Nur später hatte ich in meiner Einheit Probleme, einen Sattelaufleger mit einer Pershing-Rakete hinterrücks mit der Zugmaschine in einem Hangar zu bugsieren. Dass Hallentor war arg schmal, der Sattelaufleger extrem lang und mir fehlte die Fahrpraxis. Und man konnte nur mit Blick in die beiden Rückspiegel oder auf die Kommandos eines Einweisers, der vor dem Fahrzeug stand, vertrauend, den Tieflader bugsieren und die Lenkbewegungen entsprechend einplanen. Ich konnte mich aber nie entscheiden: Wem glaubst Du mehr, dem Einweiser, oder dem, was Du in beiden Rückspiegeln siehst. Stress gab es dann vor Feierabend, wenn das Einparken nicht auf Anhieb klappte und die Zeitsoldaten eine Minute später in den „Feierabend“ kamen.

Zum Glück konnte ich nach wenigen Monaten bei dieser Einheit den Exit machen – hatte zum Leidwesen des Kompanieführers und des Standortkommandeurs was gedeichselt, denn ich wusste „Ober sticht Unter bei dem Verein“ – und habe dann in einem Fliegergeschwader an der Mosel, in Nähe des Städtchens Cochem, noch ein halbes Jahr Offiziere gefahren (über deren nächtlichen Zustand nach dem Besuch im Kasino schreibe ich jetzt mal nix – ich habe auch niemals nicht einen Piloten direkt aus dem Kasino zur Flugbereitschaft fahren müssen, damit der los fliegen kann – echt, ich schwör).

An eine nette Sache erinnere ich mich auch noch. Als Wehrpflichtiger hatte ich gelegentlich auch Sonntags Dienst als Fahrer, aber nichts zu tun. Da keine Jets starteten, nutzen die German Pilots die Startbahn für Segelflugzeuge. Ein Motorflugzeug zog die Segelflieger an einem langen Stahlseil auf mehrere hundert Meter Höhe, bis der Pilot des Segelfliegers die Leine ausklinkte und für eine viertel Stunde Segelflug über Mosel und Eifel ansetzte. Ich fuhr so mit dem VW der Fahrbereitschaft zur Startbahn und sah den Segelfliegern zu. War ein schöner Sommertag und irgendwann fragte ich „kann man da mal mitfliegen, und was kostet es?“ Als Antwort kam: „Wir können eine Ausnahmen machen, für dich als Wehrpflichtigen kostet es nix, und warte, bis der Zweisitzer da oben wieder gelandet ist – dann organisiere ich, dass der dich auf dem nächsten Flug auf dem zweiten Sitz mitnimmt.“

Als es dann soweit war, wurde mir ein Fallschirm umgeschnallt, aber nicht erklärt, wie der zu benutzen sei. Gut, so in etwas wusste ich, wo ich an diesem Griff ziehen müsste – Kölsches Grundgesetz §3:  „Et hätt noch emmer joot jejange“. Als ich auf den Stoffsitz einstieg und mich anschnallte, meinte der Helfer „stelle die Füße da auf die Trittplatte und tritt nicht gegen die Wände daneben, sonst bist Du durch die Leinwand“ – und zum Piloten gewandt gab er noch den Hinweis „flieg mal zart und bitte keine Loopings oder Rollen, er ist noch nie geflogen“. Kann ja heiter werden, aber der Rheinländer bzw. Kölner kennt auch § 2 Et kütt wie et kütt … mir können starten. War schon ein etwas heißer Ritt, dieser Start mit dem Doppelsitzer. Es war ein sonniger Sommertag mit ein wenig Wolken, also auch Turbulenzen in den Luftschichten unter den Wolken – Segelflugwetter halt. Du sahst durch die Glaskanzel, wie der Motorflieger am Seil vielleicht 60 oder 100 Meter vor dir plötzlich 10 oder 20 Meter wie ein Stein absackte  – und wusstest, in drei Sekunden trifft es dich im geschleppten Segler auch. Mir fiel beim ersten Mal das Herz in die Hose, zumal ich sah, wie stark sich die Tragflächen beim Absacken durchbogen. Ich habe schon im Geiste klar gemacht, wie ich mit dem Fallschirm aussteigen müsste, wenn da plötzlich ein Flügel abbricht. Beim dritten Mal, als immer noch nix passiert war, Flügel waren immer noch dran, wusste ich, was kam, wenn der Motorflieger vor uns mal wieder 20 oder 30 Meter in ein Luftloch fiel – und beim fünften Mal steckte ich das locker weg.

Als der Pilot den Segler aus dem Schleppseil ausklinkte, fing die Segelflug-Phase an. Herrlich, ich konnte durch die Glaskuppel schauen, alles absolut ruhig, nur ein leises Rauchen des Winds an der Glaskuppel,  vorne flattere ein Faden, der die Flugrichtung anzeigte. Rechts und links war viele hundert Meter unter uns die Landebahn des Flugplatzes. Und ich blickte auf das mäandernde Band der Mosel, die Höhenzüge des Hunsrücks und der Eifel, und konnte am Horizont sogar die Vulkankegel der Vulkaneifel erahnen. Es war einfach unbeschreiblich, der erste Flug meines Lebens – habe ich unendlich genossen, war aber leider viel zu schnell vorbei. Und nein, ich habe der Versuchung widerstanden, die Glaskuppel zu öffnen, um gleich auch noch einen Fallschirmabsprung zu probieren. Und ja, der Pilot hat auch der Versuchung widerstanden, einen Looping oder das Drehen um die eigene Achse zu fliegen – als Jet-Pilot gehörte das zu seinem täglich Brot.

Meinen Entschluss „Du lernst jetzt auch noch fliegen“, habe ich aber mangels Zeit und Gelegenheit nie realisiert. Im Studium fehlten Geld und Zeit, um in der Fliegergruppe der benachbarten RWTH Aachen mitzumachen. War mir auch ein paar Kilometer zu weit weg. Nach dem Ingenieurstudium gab es mal kurz den Impuls „bewirb dich als Flugingenieur bei der Lufthansa“ – habe ich aber nicht gemacht, sondern bin in den Flugzeugbau gegangen, wo Reisen per Flieger zu anderen Airports Europas zum Prüfen der Verkehrsmaschinen zum Tagesgeschäft gehörte. Zu meinem Bedauern hatte ich aber nie Gelegenheit, mal Parabelflüge, mit denen angehende Astronauten in Toulouse, in einem Airbus trainiert wurden, mit zu machen. Ich war zu früh wieder von diesem Arbeitgeber weg.

Aber zurück auf den Boden der Tatsachen oder in die Niederungen des täglichen Lebens. Lang ist’s her, war aber irgendwie eine spannende Zeit und der erste Führerschein eröffnete gänzlich neue Perspektiven für meine Mobilität in der Eifel. Ach ja, die Fahrerlaubnis Klasse 2 für LKWs habe ich noch im Führerschein eingetragen. Als ich diese Fahrerlaubnisklasse in meinen zivilen Führerschein übertragen ließ, war der Gedanke „ok, wenn du im Studium durchfällst, kannst Du neben deiner Elektriker-Fachausbildung noch als LKW-Fahrer arbeiten“. Aber ich brauchte diese Führerscheinklasse ein oder zwei Mal im Leben für einen Miet-LKW zum Umzug. Die Straßen erschienen mir verdammt eng, aber der Leih-LKW ist heile geblieben. Aktuell steht der Umtausch des Führerscheins auf EU-Führerschein an (siehe diesen Artikel), wobei mir dort die Fahrerlaubnis für LKWs wohl verloren geht (die Auflagen wie Gesundheitsprüfung alle 5 Jahre sind mir für einen Führerschein, den ich nie brauche, einfach zu hoch – ein Wohnmobil, welches Klasse 2, jetzt wohl CE, als Fahrerlaubnis braucht, habe ich nicht ).

Übrigens, den Motorrad-Führerschein Klasse 1 habe ich zwar auch erworben – war mir sicher „Du kaufst dir ein großes Motorrad“. Dabei ist es dann aber geblieben. Als das erste Auto da war, fühlte sich das doch irgendwie komfortabler und sicherer bei Regen, Kälte und Schnee oder Eis an, als ein Motorrad. Zudem fehlte mir nach der Lehre auch das Geld für solche Flausen, da ich dann als Schüler bzw. Student die Schulbank wieder gedrückt habe. Und mit Mitte vierzig blieb die Midlife-Krise aus, wo Mann ein Motorrad oder einen Porsche braucht. Das Leben gönnt dir auch echt nix, dafür gab es andere Krisen und den täglichen Wahnsinn im Beruf. Ist aber ein anderes Thema.

Heute ist mir der „Spaß am Fahren“ übrigens weitgehend abhanden gekommen. Ein Auto muss fahren und dient dazu, mich von A an einen weiter entfernten Punkt B, den ich als Fußgänger nicht erreichen kann, zu bringen. Und noch ein Bild, was das Zutrauen in „Fahrkünste“ illustriert. Meine Frau tat sich sehr schwer beim Erwerb des Führerscheins, aber meine Mutter und ich haben sie zur Wiederholungsprüfung, die dann geklappt hat, motiviert. Fahre ich mit unserem Auto und ist Frau die Beifahrerin, „bremst“ sie mit dem Fuß durchs Bodenblech und sieht in jedem entgegen kommenden Auto eine Frontalzusammenstoß. Scheinbar fahre ich wie ein Henker? Letztens fuhr ich als Beifahrer und hatte ständig den Eindruck, dass es fast wieder „gekracht hätte“ – ich habe sogar einige Male gezuckt. Frau meinte: „Weiß gar nicht, was du hast, da war massig Platz dazwischen“ – muss wohl an der Perspektive des Beifahrers im aktuellen Fahrzeug liegen, dass Abstände einfach falsch eingeschätzt werden. Allerdings ist es meistens so, dass ich bei längeren Fahrten als Beifahrer schnell einschlafe und wohl grenzenloses Vertrauen in die Fahrerin habe. Ist doch auch schon was, oder?

PS: Das mit dem Einschlafen auf dem Beifahrersitz geht übrigens seit fast 40 Jahren so. Doof war es in Zeiten, als es noch kein Navi gab, und Frau bei längeren Fahrten auf der Autobahn plötzlich am Arm rüttelte „eh, wach auf, in 40 Metern kommt eine Abfahrt, muss ich da runter“ und ich keine Chance hatte, mich zu sortieren und zu orientieren. An eine Begebenheit erinnere ich mich auch noch: War leicht am dösen, als es plötzlich einen Blitz ohne Donner gab. Ups, ein Gewitter, oder was, dachte ich. Während ich mich noch sortierte, kam vom Fahrersitz ein „oh, war ich wohl etwas zu schnell“ – gut, war erinnerungsmäßig mit 20 Mark oder so abgehandelt, Schwamm drüber. Und hey, das Leben ist halt Abenteuer – und ich schreib jetzt nicht „mit Frau an Steuer“, denn da kannst Du auch das Wörtchen Mann einsetzen.

War jetzt ein langer Ausflug in die Zeit vor 50/60 Jahren, angefangen vom Pferd, was mir auf die Stiefel latschte, über Trecker fahren, bis „der schläft auf dem Beifahrersitz immer ein“ (ältere Leute brauchen viel Schlaf, und Geschichten „vom Pferd“ konnte ich noch immer gut erzählen). Aber die Sozialisierung als Sohn eines Landwirts mit Traktor fahren hat mir im Rückblick die Sache mit dem Führerschein ungemein erleichtert.

Im nächsten Teil der Artikelreihe geht es dann wirklich um die Schrauberzeit und die vielen Überraschungen am Moped oder an den ersten Autos, eine Welt, die mir der Führerschein erst eröffnet hat. Aber ich glaube, über den Erwerb des Führerscheins wird jeder meiner Blog-Leserinnen und -Leser seine eigene Geschichte erzählen können.

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7 Antworten zu Meine "Schrauberjahre": Der Führerschein …

  1. Mance sagt:

    @über den Erwerb des Führerscheins wird jeder meiner Blog-Leserinnen und -Leser seine eigene Geschichte erzählen können.

    Nicht nur das. Ich bin erstaunt, wie sehr sich meine eigenen Erinnerungen und deine gleichen. Scheinbar haben wir alle unsere Kindheit und Jugend ähnlich erlebt. War eben die Zeit. Kompliment, sehr kurzweilig erzählt.
    Im Übrigen staune ich darüber wo du die Zeit hernimmst, so lange Artikel zu schreiben und auch noch die ganze Blog-Arbeit zu erledigen. Ein Privatleben hast du ja bestimmt auch noch. Schläfst du auch irgendwann mal? ;-)

    • guenni sagt:

      Zu: Schläfst du auch irgendwann mal?

      Yo, vorm Fernseher, nach dem Mittagessen, beim Zähneputzen und auch mal in der Nacht ;-).

  2. nook sagt:

    Am Käferarmaturenbrett klemmte fast bei jedem die kleine quadratische Motometer Kompressionskarte, „schon noch gut in Schuss, der Motor“ ;-)

  3. Michael sagt:

    Mein erster Käfer war Baujahr 1949, gekauft Anno 1967 für 150 DM bei einem Schmied auf dem Lande, mit 19 Monaten TÜV. Der hatte auch noch diese (still gelegten) Winker, 6-Volt-Anlage, Schalten mit Zwischengas usw. Die scheußliche dunkelrote Farbe hieß, glaube ich, „Ochsenblut“.

    Wenn es stark regnete kam Wasser aus den Heizungsöffnungen am Boden; ich habe unter der Rückbank beidseitig Löcher in den Boden gebohrt, diese mit passenden Korken verschlossen und bei Bedarf geöffnet.

    Nach ein paar Monaten gab der Scheibenwischer-Motor seinen Geist auf, ein passender 6-Volt Motor war nicht mehr aufzutreiben. Also durch die für den Radioeinbau vorgesehene Abdeckung einen 2-CV Schalthebel an das Wischergestänge angeschweißt und auf (Beifahrer / Beifahrerin) „Handbetrieb“ umgestellt.

    Mit dem Teil sind wir 1967 über den Balkan nach Istambul und zurück gefahren, ich habe damit meinen kompletten Umzug in die Universitätsstadt sowie viele Ausflüge und Kurzreisen gemacht. Nach dem abgelaufenen TÜV wurde „Felix“ verschrottet, was mir noch 120 DM einbrachte.

    • guenni sagt:

      Zum Scheibenwischer und kaputten Motor: Glücklicherweise sind wir schon im Jahr 2021, da sind wir echt schon weiter. Kein Schweißen mehr und der Einschub für das Radio bleibt auch unbelegt. Zu Ostern 2021 hier im Programm gehabt.

      Teamwork: Auf dem Weg zum Ostereier-Suchen

      • Michael sagt:

        Ja danke, das hatte ich schon gelesen. Leider gab es 1967 noch keine Handys mit Kamera – außerdem hätte ich damals dafür auch kein Geld gehabt.

        Aber die Erinnerungen bleiben, bzw. kamen beim Lesen Deines Beitrages und der Kommentare wieder hoch.

  4. chw9999 sagt:

    „Tank-Kilometerzähler“ am Amaturenbrett: Ah ja, ich erinnere mich! Hatten wir auch! Kein Hufeisen vorne am R4, aber dafür eine Stockschaltung, die ich auch noch mal in einem Urlaub gefahren bin ;)
    Und an Kinderfreiheiten: unangeschallt auf der Rückbank herumspringend und nach 150km plötzlich grün im Gesicht „Ich mus K*!“ rufen…
    Danke für die Erinnerungen ;)

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