Das E-Rezept kommt, das rosa Papierrezept geht

Gesundheit (Pexels, frei verwendbar)Das rosa Papierrezept, auf dem der Arzt verschreibungspflichtige Medikamente, die von der Krankenkasse abgerechnet wird, ist ein Auslaufmodell. Ab 2022 kommt das E-Rezept, bei dem jedes verschriebene Medikament mit einem Digitalcode versehen wird. Diese Codes lassen sich auch auf einem Smartphone mittels einer App speichern und in der Apotheke vorzeigen.


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Bisher ist es so, dass gesetzlich Versicherte Medikamente vom Arzt auf Rezept verordnet bekommen (sofern diese verschreibungspflichtig sind). Bei Rezepten, die mit der Krankenkasse abgerechnet werden, ist das Papier für das Rezept rosa eingefärbt. Daneben gibt es noch gelbe Rezepte, wenn Opiate verschrieben werden. Und es gibt grüne Rezepte, wenn das verschriebene Medikament vom Patienten selbst bezahlt werden muss.

Das E-Rezept kommt

Das rosa Papierrezept soll zukünftig abgelöst werden. Stattdessen möchte die Bundesregierung ab 2022 das E-Rezept in Deutschland für gesetzlich Versicherte einführen. Benötigt wird dazu eine Rezepte-App, die sowohl auf Apples iPhones mit iOS (ab Version 14) oder mit Android (ab Version 6) läuft. Und es wird eine elektronische Gesundheitskarte mit NFC-Funktion benötigt. Zudem muss der Benutzer die PIN-Nummer der Gesundheitskarte kennen.

Die Gematik, die für die Umsetzung verantwortlich ist, beschreibt auf dieser Seite die Grundlagen. Versicherte können die App ab dem 1.7.2021 kostenlos im Google Play- bzw. App-Store und der Huawei AppGallery herunterladen. Im Juli startet das E-Rezept mit einer Testphase zunächst in der Fokusregion Berlin-Brandenburg. Die bundesweite Einführung schließt sich im 4. Quartal an. Hier die Kernfunktionen des E-Rezepts:

  • Gesetzlich Versicherte können in der App E-Rezepte von der Ärztin oder dem Arzt empfangen und Informationen wie Hinweise zur Einnahme und Dosierung einsehen.
  • Zum Einlösen eines E-Rezepts kann entweder der Rezeptcode in der App geöffnet und in der Apotheke vorgezeigt oder das Rezept bereits vorab an eine Apotheke übermittelt werden.
  • Voraussetzung für die Nutzung des Ganzen ist ein NFC-fähiges Smartphone mit mindestens iOS 14 oder Android 6. Zur Anmeldung in der App ist eine elektronische Gesundheitskarte (eGK) notwendig, die NFC unterstützt (erkennbar an der 6-stelligen Zugangsnummer unter den Deutschland-Farben) und die dazugehörige PIN. Gesundheitskarte und PIN können Versicherte bei ihrer Krankenkasse bestellen.
  • Auch ohne Anmeldung mit der Gesundheitskarte kann die App verwendet werden. Versicherte können dann Rezeptcodes vom Ausdruck abscannen, digital speichern und in einer Apotheke vorzeigen.

RND geht in diesem Artikel auf Fragen rund um das E-Rezept ein. Wer kein Smartphone besitzt, bekommt vom Arzt weiterhin den Papierausdruck mit den betreffenden Codes. Der ausgedruckte Code kann in der Apotheke wie bei einem normalen Rezept eingelesen werden.


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3 Antworten zu Das E-Rezept kommt, das rosa Papierrezept geht

  1. Matschmeer sagt:

    Na da bin ich mal gespannt, ob die für Rezeptdruck überwiegend/oft verwendeten, konkurrenzlos billig druckenden Nadeldrucker dafür geeignet sind oder ob der Doc die allesamt jetzt entsorgen darf?

    • guenni sagt:

      Im Moment sind die Ärzte nicht wirklich zu beneiden – zumindest, was ich so mitbekomme. Ständig wird was kostenpflichtig ausgetauscht – da werden Konnektoren ausgeliefert, die vor dem Regelbetrieb wieder verschrottet werden müssen. Ständig Updates der Software, weil neue Funktionen kommen. Alles nicht schön.

      • Matschmeer sagt:

        Das ist alles Geld, was den Patienten entzogen wird – Milliarden!

        Ich kenne Praxen, die können bei Server- /Stromausfall weiterarbeiten, weil sie sich den Luxus einer zumindest einfachen Papierkartei noch zusätzlich leisten. Andere machen schlicht und einfach zu, bis alles wieder funktioniert:
        Ob eine Zentralisierung von Patientendaten Vorteile für den Patienten bringt. Vielleicht, wenn ein weiterer Arzt Daten und Untersucheungsergebnisse online abrufen kann. Solange die Daten nicht an BigData/Versicherungen usw. verkauft werden ;-).

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