Kann Mars-Rover Curiosity das Geheimnis der Methanausbrüche lüften?

Der NASA könnte mit ihrem alten Mars-Rover Curiosity möglicherweise eine Sensation gelingen. Das Fahrzeug bzw. Labor befindet sich nur wenige Kilometer von einem Punkt, an dem Methanausbrüche festgestellt wurden. Die Bestimmung dieses Orts ist erst aktuell mit neuen Auswertemethoden gelungen. Ob diese Methan-Emissionen durch Mikroben erfolgen, ist unklar. Unklar ist auch, ob der Forschungsroboter den Bereich der Emissionen erreichen kann.


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Wahnsinnig spannende Geschichte: Auf dem Planeten Mars kommt es immer wieder zu unerklärlichen Ausbrüchen von Methangas, die vom Rover Curiosity beispielsweise gemessen wurden. Dieser ist bereits am 6. August 2012 auf dem Mars, im Gale-Krater gelandete und erkundet seit dieser Zeit dessen Umgebung. Am 18. Juni 2019 war der Rover in der Mars-Region ‚Teal Ridge’ unterwegs, als die Sensoren plötzlich einen Methan-Ausbruch registrierten (siehe Curiosity findet hohe Methan-Konzentration auf dem Mars).

Später sank dieser Wert wieder, aber es scheint Muster zu geben. Ob es natürliche Vorgänge oder Mikroben sind, die für diese Methanausbrüche verantwortlich sind, ist bisher gänzlich unbekannt.

Mars-Rover Curiosiy in Nähe von Methan-Feld

Obigem Tweet habe ich vor einigen Tagen die Information entnommen, dass der Rover in der Nähe eines Gebiets ist, in dem Methan-„Rülpser“ von Mars-Mikroben stattfinden. Engadget hat hier einen englischsprachigen Artikel dazu veröffentlicht. Forscher von Caltech haben während seiner fünfjährigen Betriebszeit des an Bord des Curiosity-Rovers befindlichen Tunable Laser Spectrometers (TLS) des Sample Analysis at Mars (SAM) sechs Methanspitzen entdeckt, die oberhalb des Hintergrundsignals liegen.

Die Methanspitzen sind, laut Aussagen der Forscher, wahrscheinlich die Folge von Oberflächenemissionen in der Nähe. Sie verwenden Techniken der inversen Lagrangeschen Modellierung, um wahrscheinliche stromaufwärts gelegene Emissionsregionen für diese Methanspitzen mit einer noch nie dagewesenen räumlichen Auflösung zu identifizieren. Innerhalb des Gale-Kraters hat der nordwestliche Kraterboden den stärksten Einfluss auf die Entdeckungen. Außerhalb des Gale-Kraters erstreckt sich die Emissionsregion mit dem stärksten Einfluss in Richtung Norden.

Die gegensätzlichen Ergebnisse von zwei aufeinanderfolgenden Methanmessungen deuten auf eine aktive Emissionsregion westlich und südwestlich des Curiosity-Rovers auf dem nordwestlichen Kraterboden hin. Die beobachtete Spike-Größe und -Häufigkeit begünstigen ebenfalls Emissionsorte auf dem nordwestlichen Kraterboden, es sei denn, es sind schnelle, bisher unbekannte Methanabbau-Mechanismen am Werk. Am 16. Juli 2021 gab es dann eine Meldung, dass man die Lage einer Quelle der Methangas-Emissionen gefunden habe. 

Allerdings ist diese Forschungsarbeit noch nicht von Dritten begutachtet worden. Es ist daher noch eine gewisse Vorsicht geboten. Aber wenn diese Fundstelle bestätigt wird, wäre der Forschungsroboter Curiosity nur wenige Kilometer westlich und südwestlich von dieser Stelle entfernt. Im Idealfall könnte der Rover dort hin fahren, die Emissionen untersuchen und möglicherweise ihre wahre Natur herausfinden. Denn noch ist unklar, ob die Methan-Ausgasungen Hinweise auf Leben oder die Folge unbekannter geologischer Prozesse sind. Hoffen wir, dass die Ergebnisse der Arbeit bestätigt werden, dass der Rover auf Erkundungsmission in diesen Bereich geschickt wird und lange genug aushält. Denn die Artikel sprechen von mehreren Dutzend Meilen Entfernung.


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Der Gale-Krater war einst ein See auf dem Mars, wie man z.B. in diesem FAZ-Artikel nachlesen kann. Der Krater weist einen Durchmesser von etwa 154 km auf. Fotos des Landegebiets und des Kraters finden sich auch in diesem Artikel. Aktuell bewegt sich der Forschungsroboter vom Kraterrand weg, in Richtung des Zentralbergs.

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