Doch kein flüssiges Wasser am Mars-Südpol

Enttäuschung für die Wissenschaft: Wissenschaftler glaubten, drei Seen mit flüssigem Wasser unter dem Eis des Mars-Südpols mit Radarsignalen nachgewiesen zu haben. Diese Annahme, dass es flüssiges Wasser gibt, hat sich nun als wohl falsch herausgestellt, es dürfte Ton sein, den man gefunden hat.


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Ende November 2005 lieferten Daten von OMEGA Belege dafür, dass in der Frühzeit des Mars große Mengen flüssigen Wassers auf der Oberfläche vorhanden waren. Gleichzeitig lieferte MARSIS Erkenntnisse dafür, dass unter der Oberfläche eines Marskraters möglicherweise Wassereis begraben ist. Nahe dem Nordpol wurde wahrscheinlich ein etwa 1 km dicker Eispanzer unter der Oberfläche gefunden.

Seen unter dem Eis der Polkappen vermutet

Im Juli 2018 wurde bekannt gegeben, dass in der Nähe des Südpols flüssiges Wasser unter der Oberfläche gefunden wurde. Die ESA spricht davon, dass ein unterirdisches Wasser-Reservoir entdeckt wurde, das etwa 1,5 km unter dem Eis begraben ist. Im Jahr 2020 glaubte man mittels der MARSIS-Radardaten der ESA-Sonde Mars Express drei weitere Seen mit flüssigem Wasser unter dem Eis des Mars-Südpols nachgewiesen zu haben. Es wurde angenommen, dass das Wasser sehr salzig ist, damit es bei kalten Temperaturen flüssig bleibt. Ich hatte im Blog-Beitrag Seen am Südpol des Mars nachgewiesen darüber berichtet.

Leider keine Seen

Drei neue Studie, die kürzlich erschienen sind, bezweifeln jetzt aber, dass man über die Radardaten der ESA-Sonde Mars Express wirklich flüssiges Wasser nachgewiesen habe. In diesem Beitrag geht die NASA auf die neuen Erkenntnisse ein. Bei Wissenschaftlern gab es Zweifel, dass bei den Mars-Temperaturen Wasser flüssig sein könne.

Nach einer genaueren Untersuchung der Daten und Experimenten in einem Labor hier auf der Erde glauben einige Wissenschaftler nun, dass die Signale von Ton und nicht von Wasser stammen könnten. Diese Ton-Minerale wären zwar ursprünglich durch Wasser abgelagert worden, haben aber bei tiefen Temperaturen die gleichen Radar-Echos. Also nichts mit flüssigen Seen unter dem Eis der Polkappen, die möglicherweise Leben beherbergen. Ein deutschsprachiger Beitrag zum Thema findet sich bei Golem.

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