60 Jahre Perry Rhodan – erfolgreiche Science-Fiction aus deutscher Feder

Perry Rhodan Am heutigen 8. September 2021 können wir gleich zwei literarische bzw. filmische Jubiläen feiern. Vor 60 Jahren erschien das erste Heft der Science-Fiction-Reihe Perry Rhodan. Und ganz nebenbei: Mit der Folge The Man Trap (dt. Titel Das Letzte seiner Art) startete die US-Serien Star Trek (Raumschiff Enterprise) am 8. September 1966 im amerikanischen Fernsehen – was ich aber nicht weiter thematisieren möchte.


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Perry Rhodan, so weiß es die Wikipedia, ist der Titelheld der gleichnamigen deutschen Science-Fiction-Serie, die seit dem 8. September 1961 ununterbrochen wöchentlich in Form von Heftromanen mit einer Druckauflage von etwa 60.000 Heften (Stand: Jahr 2019) bei der Verlagsunion Pabel-Moewig, einer Tochter der Bauer Media Group, erscheint. Die Heftromane wurden von einer Autorengruppe geschrieben. Bisher sind mehr als 3000 Hefte mit rund 160.000 Seiten erschienen.

Die Reihe der Hefte erschien in einer Zeit, als sich die UDSSR und die USA ein Wettrennen ins All lieferten. Seit Sputnik 1 hatten die Russen die Nase vorne. Erst mit der ersten bemannten Mondlandung am 20. Juli 1969 durch zwei Astronauten der Apollo 11-Mission gewannen die Amerikaner die Oberhand. So beziehen sich die Hefte auf die Landung von Perry Rhodan mit einem amerikanischen Raumschiff Stardust auf dem Mond. Dort trifft er auf den Arkoniden Atlan, der nach einer Notlandung mit seinem Sternschiff auf dem Mond gestrandet war. Dadurch gerät die fortschrittliche Raumfahrttechnik der Arkoniden in die Hände der Menschzeit. Fortan ist Perry Rhodan mit Atlan und weiteren Mitstreitern innerhalb der Milchstraße und später auch in anderen Galaxien unterwegs, um die Menschheit vor Feinden zu schützen und Frieden zu bringen. Die Superintelligenz ES gewährt Rhodan und einigen Gefährten die „Relative Unsterblichkeit“ durch einen sogenannten Zellaktivator.

Die Handlung lässt sich grob auf Wikipedia nachlesen. Neben den Heften gab es noch sogenannten Silberbände, in denen die Handlungen mehrerer Romanhefte in einem silberfarben eingebundenen Buch mit um die 500 Seiten zusammengefasst wurden. Auf perry-rhodan.net findet sich ein Überblick über die Produkte rund um die Perry Rhodan-Science-Fiction-Reihe. Die Kollegen von heise haben diesen Artikel zum Jubiläum der Erfolgsreihe veröffentlicht.

Fast an mir vorbei gegangen …

Ich muss gestehen, ich wäre fast unbeleckt durch Perry Rhodan gestorben, denn in den sechziger Jahren mangelte es mir einerseits am (Taschen-)Geld, um solche Hefte zu kaufen. Und es gab auch keinen Kiosk, wo ich diese Hefte hätte sehen können. Das änderte sich auch nicht in den 70er Jahren – damals konnte ich mich als Student mit „richtiger Raumfahrt“ beschäftigen.

Erst im hohen Alter von 39 oder 40 Jahren kam ich dann doch noch in den Genuss der Perry Rhodan Roman-Reihe. Ich hatte mich 1993 als Autor selbständig gemacht und plötzlich die Möglichkeit, meine Arbeits- und Freizeit flexibel einteilen zu können. Also habe ich mir einen Leseausweis unserer Stadtbibliothek besorgt, um mir Romane und Krimis auszuleihen. Beim Stöbern in den Regalen fielen mir dann eine längere Buchreihe mit silberfarbenen Buchrücken auf. Also ich mir ein Buch herausgriff, war das ein Band aus der Perry Rhodan-Silberreihe. Ich glaube ich habe, in einem Impuls „nimm mal ein Exemplar mit, vielleicht ist das kurzweilig“  mit Band 13 oder höher angefangen.

Und dann hat mich das Ganze gefesselt, so dass ich einen Band schon mal eine Nacht durchgelesen habe. Man musste nicht denken, sondern konnte sich einfach in der Erzählhandlung treiben lassen und staunen. Überlichtschnelle Antriebe, Unsterblichkeit, Antigrav-Lifte, Schutzschirme, Plastikmetall und was weiß ich wurde dort vorgestellt. Ich war hin und weg, ob der Phantasie der Roman-Autoren. In der Silberreihe waren die ursprünglichen Heftgeschichten bereits in überarbeiteter und gestraffter Form aufbereitet. Ich habe erinnerungsmäßig alle 50 Bände in einem Sommer gelesen. Tolle Geschichte – und Gratulation an die Autoren für diese Reihe.


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3 Antworten zu 60 Jahre Perry Rhodan – erfolgreiche Science-Fiction aus deutscher Feder

  1. Michael sagt:

    Seltsam: 1961 kam ich in ein Internat und ein Mitschüler kaufte von seinem Taschengeld diese Hefte, die er gegen eine geringe Gebühr an uns verlieh. So habe ich bis 1965 diese Reihe verfolgt (die ersten Autoren waren in meiner Erinnerung die besten) – danach aber völlig aus den Augen und dem Gedächtnis verloren.

    Ende der 1990er Jahre bis Anfang der 2000er Jahre konnte man in den damaligen Tauschbörsen (wer erinnert sich noch an „Morpheus“) hemmungslos neben Musik auch Literatur, meist als PDF, runter laden. So habe ich alle Silberbände und viele weitere Perry Rhodan Taschenbücher, insgesamt über 200 Titel gespeichert. Aber bis heute habe ich nur einen sehr kleinen Teil davon gelesen, vielleicht bringt mich Dein Beitrag dazu, es noch einmal zu versuchen.

  2. Ex-Fan sagt:

    Moin!
    „Dort trifft er auf den Arkoniden Atlan …“. Das stimmt so nicht. Er trifft auf ein Raumschiff mit den Arkoniden Crest und Thora, die später seine Frau wird. Atlan taucht erst später in der Reihe auf.

    • guenni sagt:

      Hast mich erwischt – hatte es gestern sogar auf Wikipedia gelesen – wollte es aber als Test im Beitrag lassen …

      Den Band, der das betrifft, habe ich nie in der Bibliothek lesen dürfen – und die letzte Ausgabe in der Online-Bibliothek, die ich vor einigen Wochen mal gelesen habe, ging um das Virenimerium, fand ich nicht mehr so dolle.

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