Aliens hätten die Erde schon seit 1 Milliarde Jahre entdecken können

Unser blauer Planet, die Erde besitzt nicht nur flüssiges Wasser und eine Sauerstoff-Atmosphäre, sondern auch Leben. Außerirdische Zivilisationen hätten mit heutiger irdischer Technik bereits seit einer Milliarde Jahre feststellen können, dass die Sonne einen belebten Planeten in einer habitablen Zone besitzt.


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Irgendwo ist mir noch in Erinnerung, dass Wissenschaftler vor einer aktiven Suche nach extraterrestrischen Intelligenzen mittels Funktechnik warnten und auch die Sorge hatten, dass unsere Radiowellen inzwischen Sonnen im Umkreis von 120 Lichtjahren erreicht hätten und die Anwesenheit der Menschzeit verraten. Aber diese Vorsicht ist vermutlich fehl am Platz, denn außerirdische Zivilisationen hätten die Erde als bewohnbaren Planeten schon seit 1 Milliarde Jahre entdecken können.

Aufnahmen des Coconuts-Systems
Aufnahmen des Coconuts-Systems, Quelle: Zhang et.al

In diesem Artikel schreiben Lisa Kaltenegger (Carl Sagan Institute der Cornell University) und Jaqueline Faherty (American Museum of Natural History), dass bei der Suche nach Leben im Kosmos Exoplaneten, die von der Erde aus gesehen, einen Transit vor deren Heimatsonne durchführen, derzeit die besten Ziele für Planetenjäger seien. Tausende Exoplaneten wurden bereits entdeckt, und mit den kommenden Großteleskopen, die in den Atmosphären der transitierenden Welten nach Anzeichen von „Leben“ suchen werden, tritt die Suche nach exterrestrischen Leben in eine neue Ära ein.

In früheren Arbeiten wurde der Bereich des Alls untersucht, von dem aus die Erde beim Transit vor der Sonne sichtbar wäre. Es wurde jedoch nur die aktuelle Position der Sterne berücksichtigt, nicht aber ihr sich im Laufe der Zeit ändernder Blickwinkel. Es gibt wohl 1.715 Sterne im Umkreis von 100 Parsec Entfernungen von der Sonne, die sich in der richtigen Position befinden, um seit den Anfängen der menschlichen Zivilisation (vor etwa 5.000 Jahren) Leben auf einer vorbeiziehenden Erde gesehen zu haben. Und in den nächsten 5.000 Jahren werden weitere 319 Sterne hinzukommen, von wo aus Transits der Erde vor der Sonne beobachtet werden können.

Unter diesen Sternen befinden sich sieben Systeme mit bekannte Exoplaneten, darunter Ross-128, sowie Teegardens Stern und Trappist-1, die in 29 bzw. 1.642 Jahren die Transits sehen könnten Zudem haben die Wissenschaftlerinnen herausgefunden, dass die vom Menschen verursachten Radiowellen bereits über 75 der nächstgelegenen Sterne erreicht haben.

Im Juni 2021 haben die beiden US-Astrophysikerinnen Lisa Kaltenegger (Carl Sagan Institute der Cornell University) und Jaqueline Faherty (American Museum of Natural History) in Nature den Aufsatz The 2,000 stars where aliens would catch a glimpse of Earth veröffentlicht. Die Botschaft: Astronomen haben mehr als 2.000 Sterne in der Umgebung unserer Sonne ausfindig gemacht, von denen aus die Erde in nicht allzu ferner Vergangenheit oder Zukunft gelegentlich beim Transit vor der Sonne entdeckt werden kann.

Lisa Kaltenegger hat in dem Nature-Aufsatz eine neue Denkweise präsentiert. Sofern es Außerirdische gibt, die auf Planeten in der Nähe dieser Sterne leben und zumindest ein ähnliches technisches Niveau wie unsere eigene Spezies haben, wären sie theoretisch in der Lage, die Erde und uns Menschen zu entdecken. Sie könnten sogar beobachtet haben, wie der Kohlendioxidgehalt in der Erdatmosphäre in den letzten mehreren hundert Jahren seit der industriellen Revolution gestiegen ist.


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Diese potentiellen außerirdischen Zivilisationen wären die natürliche Wahl für Erdbewohner, um nach ihnen Ausschau zu halten. Die Wissenschaftlerinnen argumentieren, dass diese Zivilisationen vielleicht schon die Chance hatten, die Erde zu entdecken, und daher bereit sein könnten, sich auf die Kommunikation mit der Erde vorzubereiten. Allerdings ist das eine langwierige Angelegenheit, denn die Kommunikation mit einer Sonnen in 75 Lichtjahren Entfernung benötigt 150 Jahre, um eine Antwort zu erhalten. Deutschsprachige Artikel zum Thema finden sich hier, hier, hier und hier.

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